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Haus Neumarkt 1

1881

Das Eckgebäude wurde 1880/81 als Gewerbehalle des Handwerks- und Gewerbevereins erbaut und präsentiert sich am Eingang zur Altstadt in industrieller Formensprache. Über dem Sockel aus Haustein erheben sich zwei von Eckpilastern gesäumte Geschosse aus Backstein. Die gelben Backsteinfüllungen sind mit roten Backsteinlagen geschmückt. Rote Rundbogen zieren die hochrechteckigen Fenster. (Text DMP Winterthur)

Foto: Winterthurer Bibliotheken – Sammlung Winterthur

Die 1880/81 von Winterthurer Geschäftsleuten erbaute Gewerbehalle am Neumarkt 1, zuvor war es die Spitalscheune, erhält nach dem Wegzug der Stadtverwaltung ein neues Gesicht. Nach dem Auszug im Jahr 2015 des Tiefbauamtes aus der städtischen Liegenschaft werden Unter- und Erdgeschoss wieder zu einem Laden umgebaut. Damit das Gebäude in Zukunft behindertengerecht zugänglich ist, wird an der Rückseite von der Technikumstrasse her ein Lift angebaut. Die Liegenschaft, 1906 von Salomon Bloch erworben, beherbergte damals ein Damen- und Herrenmodegeschäft (Neue Warenmagazine, Gebrüder Bloch, Konfektion und Manufakturen“ für die Durchschnittsbevölkerung.

Das prägnante Gebäude Neumarkt 1 befindet sich im Inventar der kommunalen Denkmalpflege, somit muss diese Sanierung mit Sorgfalt umgesetzt werden. Die Struktur des Gebäudes bleibt erhalten, die baulichen Eingriffe in den Büros in den zwei Obergeschossen und dem Dachgeschoss werden auf ein Minimum redu¬ziert. Es wird also sanft renoviert.

Für den Liftanbau wurden in den teils bis 120 cm starken Gebäudemauern Ausbrüche für den Zugang und die im Liftschacht integrierte Lüftung herausgebohrt und gefräst, die Stürze wurden mit schweren Stahlträgern statisch ausgebildet und verkleidet. Alle Abbrucharbeiten und der Neubau des Liftschachts wurden wegen Platzmangel von Hand mit kleinen Hilfsmitteln ausgeführt. Im Erd- und im Untergeschoss sind fast sämtliche Wände rückgebaut worden. Mit Kalksandsteinwänden wurden im Untergeschoss neue Raumeinteilungen gestaltet.

In der Mitte des Erdgeschosses wird wieder eine Treppe in das Untergeschoss erstellt, damit eine zusammenhängende Verkaufsfläche entsteht, die durch Öffnungen in der Erdgeschossdecke viel Licht erhält. Auch wurden im Untergeschoss die schönen alten Steinsäulen wieder freigelegt. Im Erdgeschoss geben dem Geschäftsraum in Zukunft die «verschnörkelten» Stahlstützen einen gewissen Charme. Im Ganzen ein gelungenes Umbauprojekt, dank welchem die Räumlichkeiten am Neumarkt 1 in Zukunft wieder in neuem Glanz erstrahlen.

Text aus „Spektrum“ Hauszeitung der Lerch AG Bauunternehmung

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