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„Milchküche“, das Personalrestaurant der SBB

1895

Nach dem Milchhüsli ist per Ende 2015 auch das Aus für die Milchküche gekommen. Die SBB benötigen den Platz beim Gleis 1 für den Ausbau der Bahnanlagen. Das beliebte Pausenlokal für Znüni, Mittagessen und Zvieri für Bähnler und Pöstler wurde im Januar 2016 abgebrochen.

Das beliebte Personalrestaurant der SBB, die sogenannte Milchküche am Bahnhofplatz Winterthur, ist im Januar 2016 in nur zwei Wochen abgerissen worden. Das Restaurant mit der familiären Atmosphäre hat dem zukunftsorientierten Grossprojekt «Leistungssteigerung Bahnhof Winterthur» weichen müssen.

Doch was ist eigentlich mit «Milchchuchi» gemeint? Mit diesem Eisenbahnerausdruck wird eine Bahnarbeiterkantine, beziehungsweise ein Eisenbahnrestaurant, mit alltäglicher Hausmannskost bezeichnet. Man erhält am Morgen einen preiswerten Znüni, einen Kaffee mit Gipfeli oder eine stärkende Ovomaltine. Am Mittag wird ein preisgünstiges Tagesmenü und gegen Abend noch einige Kleinigkeiten angeboten. Ein sogenanntes Eisenbähnlerrestaurant für Lokführer, Rangierer, Kondukteure, Schalterpersonal sowie Rail-Clean-Mitarbeiter, aber auch für die Öffentlichkeit wurde damit geschlossen. Auch Pöstler und Büsler waren gern gesehene Gäste.

Die Milchküche ist im Jahr 1895 als Güterschuppen für das Eidgenössische Schützenfest in Winterthur, direkt beim Gleis 1 wo heute die S35 zwischen Wil und Winterthur verkehrt, erbaut worden. Unmittelbar daneben fährt auf Gleis 2 die S26 ins Tösstal bis Rüti. Beide Gleise bilden noch heute einen Sackbahnhof. Früher bekamen die Heizer der Dampflokomotiven in der Milchküche Milch, damit der Hals nicht austrocknete. Auf dem Gleis 1 wurden Milchkannen angeliefert, diese wurden auf der Rampe beim Güterschuppen entgegengenommen.

Am 30. August 2015 haben die SBB mit den Bauarbeiten für die Leistungssteigerung am Hauptbahnhof Winterthur begonnen. Das stets steigende Passagieraufkommen verlangt auch ein umfassenderes Angebot an Leistung für Winterthur, sowohl im Fernverkehr wie auch für den S-Bahn-Bereich (Nahverkehr). Für die Verlängerung und Verbreiterung des Perrons 1 musste das Betriebsgebäude mit der Milchküche im Januar 2016 leider geopfert werden.

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