w i n t e r t h u r - g l o s s a r . c h


Überbauung „Am Römerweg“ Oberwinterthur

2015

An der Römerstrasse/Ecke Römertorstrasse stehen anstelle des Werkhofs und Wohnhauses des Bauunternehmens Battanta AG seit 2015 zwei moderne Wohnbauten mit Eigentumswohnungen. Im offenen Innenhof der Überbauung ist die Bronzeskulptur NASTRO des bekannten Winterthurer Bildhauers und Metallplastikers Robert Lienhard aufgestellt.

Das Baugeschäft Battanta AG und ihre Familienmitglieder waren in Oberwinterthur ein Begriff. 1950 wurde das Unternehmen im Handelsregister eingetragen. Nach über 60 Jahren hat das Bauunternehmen ab 2012 seine Tätigkeit eingestellt, bzw. ist es nur noch im Immobilien-Handel tätig. Die Liegenschaften auf dem zentralgelegenen Firmengelände wurden in den Jahren 2012/13 abgerissen und durch zwei neue modern gestaltete Häuserblocks ersetzt. Die Architektur stammt von Dahinden Heim Architekten AG Winterthur. Sie haben die Siedlung „Am Römerweg“ realisiert. Die 18 exklusiven Wohnungen und vier Gewerberäume entsprechen allen Anforderungen des Minergie-Standards. Ab 2014 wurden die Wohnungen bezogen. Die Erschliessungskerne sowie die Wohnungsdecken wurden in Sichtbeton erstellt. Für die Aussenfassade wurden neuartige, mit Glasfaser armierte Zement-Paneelen, verwendet. Die Bausumme betrug CHF 2.6 Mio. für die Baumeisterarbeiten und 1.4 Mio. für den Holzbau.

Im offenen und stimmungsvollen Innenhof der Überbauung wurde die Bronzeskulptur NASTRO des bekannten Winterthurer Bildhauers und Metallplastikers Robert Lienhard (1919-1989) aufgestellt. Sie ist ein typisches und wesentliches Werk des Künstlers, der auch einige Zeit in einem von Balthasar Reinhart zur Verfügung gestellten Atelier am Lindberg-Waldrand gegen die Bäumli-Plattform gearbeitet hat.

Das abstrakten Werk von Robert Lienhard aus dem Jahre 1980 heisst NASTRO, was italienisch wörtlich Band heisst, oder wenn man es genau betrachtet, verschlungenes Band. Diese Bronzeskulptur hat da in Oberwinterthur, wo Robert Lienhard begraben liegt, einen neuen Standort gefunden. Kunstfreund Patrick Hardmeyer hat die Skulptur vom Heiligberg nach Oberwinterthur transportiert, hat sie auffrischen und neu aufstellen lassen. Jetzt steht sie hier im Innenhof der neuen Liegenschaften Römerstrasse 235/237. Und ganz typisch für Patrick Hardmeyer und seine Grosszügigkeit ist, dass er das Kunstwerk nicht für sich allein behält, sondern der Eigentümer-Gemeinschaft übergibt. Es ist aber auch ein Geschenk an die Öffentlichkeit, die das Werk nun unbehindert betrachten und sich daran erfreuen kann.

winterthur-glossar.ch zitiert zum Schaffen von Robert Lienhard aus einem Text der SIK Schweiz. Institut für Kunstwissenschaft folgendes:

„Fragen monumentaler figürlicher Darstellung, die auch diese Skulptur aufwarf, und eine Ägyptenreise 1956 bestärkten Lienhard in der Abkehr von der figürlichen Darstellung. Robert Lienhards plastisches Werk ist von der vielseitigen Auseinandersetzung mit den Materialien Bronze, Aluminium, Chromstahl, Stein und Holz geprägt und bezeugt stilistisch seine aufgeschlossene, doch eigenständige Haltung. Von den Figuren und Bildnissen der Anfangszeit in einem naturalistischen Stil findet um 1950 eine Entwicklung zur expressiven Deformation und Abstraktion des Gegenstandes statt.

Standort im Hof der Wirtschaftsschule KV Winterthur, Tösstalstrasse 37

Die Auflösung der Masse und Reduktion der Körper zu Stäben und Platten – möglicherweise in Auseinandersetzung mit dem Werk von Germaine Richier, die 1943–45 am Technikum Winterthur lehrt – führt zu einer ungegenständlichen, flächigen Gestaltung in Eisen und Blech. Durch das Erlebnis der ägyptischen Kunst und Architektur kommt es zu einer Wiederbelebung der freistehenden Plastik mit hieratischen Kompositionen in anorganischer, kubischer Formensprache. Ab Mitte der 60er Jahre entstehen von der Natur inspirierte Rundformen. In zahlreichen Reliefs, teils Kombinationen von Holz und Bronze, und Freiplastiken wird die psychische Wirkung der an organisch-biologischen Vorstellungen entwickelten Formensprache erkundet: surrealistische Anspielungen auf Eros, Tod und Aggression und das zentrale Thema der leeren Mitte, der Beziehung von Hohlform und Hülle, legen eine Auseinandersetzung mit Henry Moore nahe.“

Standort , im Garten vom Konradhof

Verschiedene Kunstwerke Lienhards sind im öffentlichen Raum in der Stadt Winterthur aufgestellt. Zum Beispiel die Bronzeskulptur FIAMMA aus dem Jahr 1985 im Gartenbereich des Konradhofes, das Aluminiumrelief RAD an der Fassade des Busdepots an der Rudolf-Diesel-Strasse, die Steinskulptur ( Sitzender Kater, 1954) aus Granit beim Kindergarten Eichliacker oder die Bronzeskulptur (Ohne Titel, 1980) im Garten der Klinik Schlosstal, Wieshofstrasse 102.

Kreis Oberwinterthur
nach oben ↥
nach oben ↥
link