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Sulzer-Halle 52 am Katharina-Sulzer-Platz

Mon Apr 16 00:00:00 UTC 1906

Im Frühjahr 2017 begann der Abbruch der Sulzer-Halle 52 am Katharina-Sulzer-Platz. Diese Fabrikhalle der Firma Gebrüder Sulzer wurde 1896 erstellt und weicht nun für eine Neuüberbauung. Den Neubau erstellt die SISKA, genutzt wird er von der ZHAW.

Im grossen Areal zwischen der Winterthurer Altstadt und Töss begann 1834 mit dem Bau der ersten Giesserei die Entwicklung der einstigen Weltfirma „Gebrüder Sulzer“. Nicht nur dieses Gründergebäude sondern einige andere Fabrikanlagen, die in rascher Folge erstellt worden sind, wurden nach der Stilllegung des Produktionsprozesses, unter Schutz gestellt.

Foto: winbib/Lb Heinz Diener

1896 entstand der erste Teil der Halle 52. Der Komplex wurde bis 1927 mehrfach erweitert und vergrössert. 1960 wurde die Halle 52 zum Prüfstand für Gasturbinen. 1993 wurde der Prüfstand nach 33 Jahren stillgelegt. Sulzer verkaufte das Gasturbinengeschäft an Siemens und konzentrierte sich auf Dieselmotoren. So standen am Ende des 20. Jahrhunderts die Halle 52 wie auch die angebaute noch grössere Halle 53 leer. Wie weiter hiess die grosse Frage. Während diese Abklärungen liefen folgten in den beiden Hallen interessante und zum Teil spektakuläre Zwischennutzungen. 2001 gastierten Afro-Pfingsten erstmals in den Hallen 52 und 53. In den Jahren zuvor fanden schon Gross-Raves und im Jahr 2000 das Jubiläum der Winterthur-Versicherungen statt.

Eine solche Zwischennutzung war auch das Spektakel «Cyclope», das bis Ende Mai 2014 in der Halle 52 aufgeführt wurde. Eine passendere Kulisse als die alte Industriehalle gibt es kaum für die Neuinszenierung dieses artistischen Spektakels «frei nach Jean Tinguely». Ganz in der Tradition des bekannten Schweizer Bildhauers bauen die Artisten im Verlaufe des Stücks aus herumliegenden Teilen eine schliesslich 17 Meter hohe und rund zehn Tonnen schwere Stahlkonstruktion – den «Cyclope». Auf diesem Koloss toben sich die Darsteller mit einer Mischung aus Akrobatik, Tanz, Pantomime, Clownerie und Musik aus.

Einige Jahre fand auch die Jungkunst-Ausstellung in der Halle 52 statt. Im Frühling 2016 fällt der letzte Vorhang der Show «Wings».

2003 unterzeichnen Sulzer, Stadt, Kanton und Heimatschutz einen Vertrag, der die zukünftige Nutzung aller Gebäude im Sulzer-Areal regelt. Die «Industriekathedrale»-Halle 53 muss stehen bleiben, die angebaute Halle 52 darf abgerissen werden. Anfang 2017 beginnt der Abbruch. 2020 soll das Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe der ZHAW im Neubau «Adeline Favre» (Adeline Favre 1908-1983 Hebamme im Val d'Anniviers) eröffnen.

Implenia tritt die Halle 52 auf dem Winterthurer Sulzerareal an die neue Eigentümerin SISKA Heuberger Holding AG ab. Gleichzeitig wird Implenia das neue Zentrum des Departments Gesundheit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) als Totalunternehmerin bauen. Damit entsteht auf dem Sulzerareal das dereinst grösste Ausbildungszentrum für Ergotherapie, Hebammen, Pflege und Physiotherapie der Schweiz. Die Investitionssumme beträgt insgesamt knapp CHF 100 Mio. Günter Heuberger, Delegierter des Verwaltungsrats der SISKA Heuberger Holding AG, sagt: „Als regional verankerte und dem Standort Winterthur verpflichtete Firma freuen wir uns besonders, dieses für die Entwicklung des Areals so wichtige Projekt gemeinsam mit dem Kanton und Implenia zu realisieren.“

Bild: wintipix.com

Vorgesehen sind rund 19‘000 Quadratmeter Geschossfläche, verteilt über sechs oberirdische Stockwerke. Für die Gestaltung des Neubaus hatte Implenia im Frühling 2013 zusammen mit der Stadt Winterthur, dem Kanton Zürich und der ZHAW einen Architekturwettbewerb durchgeführt. Gewonnen hat ihn das Team des Zürcher Büros pool Architekten. Die Industriegeschichte des Standorts wird durch den teilweisen Erhalt der am Gebäude entlang verlaufenden Kranbahn sowie über den integralen Schutz der benachbarten Halle 53 dokumentiert. Zudem trägt die neue Fassade zum Katharina-Sulzer-Platz hin den Strukturen des alten Gebäudes auch weiterhin Rechnung. Ab Frühjahr 2017 begannen die Rückbauarbeiten sowie die Altlastenteilsanierung.

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