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Haus General-Guisan-Strasse 9

Thu May 22 00:00:00 UTC 1856

Das Wachstum der alten östlichen Vorstadt im späten 18. und 19. Jahrhundert führte dazu, dass die an die Ringmauer angelehnten Ökonomiebauten in Wohnhäuser umgewandelt wurden. Einige dieser Gebäude enthalten Bausubstanz der Vorgängerbauten und befinden sich heute noch im ursprünglichen Zustand. Dazu gehört auch das Haus Nr. 9, das 1856 in klassizistischem Stil erbaut wurde.

Im Vordergrund die Mauer- und Häuserfront zur Platanenstrasse (seit den 1960er-Jahren heisst sie General-Guisan-Strasse)

Auch nach dem Abbruch des mittelalterlichen Mauerrings und der Türme behielt der vormals umgrenzte Bereich den Charakter eines kompakten baulichen Gefüges; er wird deshalb in der allgemeinen Vorstellung bis heute als eine Art Stadt in der Stadt empfunden. Strukturmässig bildet aber die Altstadt mit der näheren Umgebung einen zusammenhängenden Siedlungsraum, obwohl die letztere gestaltmässig anders geartet ist. Das verbindende Element ist die Ringstrasse, die 1835-1839 anstelle des Stadtgrabens erbaut wurde (Stadthaus-, General-Guisan- und Technikumstrasse).

Bild: Sammlung Ernst Hager, www.winterthur-vorhersehbar.ch

Die an die einstige Mauer stossenden Hinterhäuser wurden durch Um- oder Neubau zur Front der neuen Strasse. An deren Aussenseite wurden - ausser im Bereich der unteren Altstadt - Promenaden und Alleen angelegt. Sie gehören zur Altstadt wie der Garten zu einem Haus; ihre Vorläufer sind die einstigen Hirschgärten in den Gräben und die als Promenaden benutzten Wege auf den barocken Schanzen, welche zum Zeitpunkt des Ringstrassenbaus bereits durch ebenerdige Anlagen ersetzt worden waren. In diesen Grüngürtel wurde eine Reihe von repräsentativen, öffentlichen Gebäuden gestellt: Knabenschule und Stadtbibliothek (Stadthausstr. 6), Altstadtschulhaus (Lindstr. 1), Stadthaus (Stadthausstr. 4a), Geiselweidschulhaus (St. Gallerstr. 1) und Kantonales Technikum (Technikumstr. 9). Alle Bauten sind mit ihren Hauptfassaden zur «Aussenwand» der Altstadt hin orientiert. Die Gärten hinter der Knabenschule wurden erst endgültig zu einem Teil der Ringzone, als sie 1900-1902 zum Stadtgarten umgewandelt wurden. (Zitat aus „INSA Inventar der neueren Schweizer Architektur“)

Haus 11 (rechts) erbaut zw. 1840-1850

Ein Haus dieser Art ist das Gebäude an der General-Guisan-Strasse 9. Das Ursprungshaus war ein Ökonomiegebäude an der einstigen Ringmauer. Es wurde 1856 im klassizistischen Stil erbaut. Diese ursprüngliche Substanz ist bis heute erhalten geblieben. Es ist auch bei der Renovation 2016/17 in diesem Zeitgeist erhalten geblieben.

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