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Zum grauen Haus, Steinberggasse 53

Sun Mar 22 00:00:00 UTC 1648

In einem historischen Haus an der unteren Steinberggasse befindet sich der Getränkeladen HAKO seit 2001. Hako – das ist die Abkürzung für Handelskollektiv und es werden Biere aller Art verkauft. 1699 erhielt das Gebäude den Namen "Rössli". 1760 wurde es umbenannt in "Zum grauen Haus". Zwischenzeitlich, 1809, wurde es "Spitzwies" genannt.

Das durch seine Höhe auffallende Zeilenhaus „Zum grauen Haus" bestand schon vor 1648 in seiner Viergeschossigkeit. Ende des 18. Jahrhunderts erfuhr es mehrere Umbauten, u. a. dürfte es zu dieser Zeit mit dem Hinterhaus Technikumstrasse 60 verbunden gewesen sein. Aus dieser Bauphase stammen auch der Dachstuhl und die Fensteranordnung. Im Innern haben sich Teile des Interieurs sowie Wandmalereien erhalten, die aus dem späten 19. Jahrhundert stammen. Das Haus gilt als kommunales Inventurobjekt. Veränderungen müssen somit durch städtischen Denkmalpflege bewilligt werden.

Das kleine Ladengeschäft im über 370 Jahre alten Haus verkauft über 200 verschiedene Biere aus aller Welt. Aber auch Hopfensäfte aus den vielfältigen einheimischen Kleinbrauereien stehen in den Regalen. Der Bierladen ist inzwischen weitherum bekannt und zum Treffpunkt vieler Bierliebhaber geworden. Aber Achtung! Bier trinken an Ort und Stelle ist verboten. Degustation ist nicht möglich. Vor ein paar Jahren kamen Stadtpolizisten vorbei und beanstandeten, dass vor und im Lokal Bier getrunken werde. Auch auf dem schmalen Schaufenstersims und auf dem Trottoir darf keine Bier getrunken werden! Um das zu ermöglichen sei ein Gastwirtschaftspatent inklusiv Gartenwirtschaft nötig! Laut der Stadtpolizei, hat Hako nur ein Patent für den Alkoholverkauf. «Wenn Alkohol ausgeschenkt werden soll, müsste der Laden in ein Restaurant umgewandelt werden.» Dafür gebe es dann allerlei baurechtliche Auflagen und Hygienevorschriften punkto WC und Lüftung. «Das ist in dem kleinen Laden ein Ding der Unmöglichkeit», sagen die Ladenbetreiber.

Foto: Lb Till Hirsekorn

Mit der Polizei, diesmal die Baupolizei, bekam es HAKO im Frühjahr 2018 wieder zu tun. Geplant war ein kleiner Umbau des Ladens. Da aber die Bewilligung dazu fehlte, stoppte das Bauinspektorat die Arbeiten. Geplant waren ein neues Regal mit Zwischenboden und das Entfernen eines eingemauerten Kühlschranks. Diese Veränderungen in einem alten Haus wurden umfangreicher, sodass ein Baugesuch nötig wurde. Vorübergehend konnte glücklicherweise am Obertor in den Räumlichkeiten des ehemaligen SPAR-Ladens ein Provisorium eingerichtet werden. Bis zum Wiedereinzug am angestammten Ort wird also niemand verdursten. Das alte Sprichwort „Hopfen und Malz, Gott erhalts“ hat sich wieder einmal bestätigt!

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