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Privatklinik Lindberg

Sat Nov 24 00:00:00 UTC 1906

GSMN Schweiz AG

Privatklinik Lindberg

Schickstr. 11

8400 Winterthur


Die Klinik Lindberg wurde 1906 vom Trägerverein Lindberg gegründet. 100 Jahre später, im Januar 2006, hat die Zürcher Chemolio Holding AG die Privatklinik übernommen und grosse Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur und ins medizinische Angebot getätigt. Inzwischen ist die Swiss Medical Network, die in der ganzen Schweiz fünfzehn Privatspitäler betreibt, die Trägerin der Winterthurer Klinik.

Bildersammlung Siegfried Schlesiger

Um 1900 existierte in Winterthur bereits das Kantonsspital (seit 1876), doch haftete diesem der Ruf an, eine Heilanstalt für Arme und Arbeiter zu sein. Tatsächlich konnte das Kantonsspital nur zwei Privatzimmer vorweisen; zudem fehlten eine medizinische Abteilung und eine Frauenklinik. Wenn es bei einer Geburt zu Komplikationen kam, mussten die Patientinnen mit dem Pferdefuhrwerk in die Frauenklinik Zürich transportiert werden.

Aus diesen Gründen wurde 1902 von namhaften Winterthurer Persönlichkeiten, darunter Kaufleute (Walter Achtnich-Glitsch) , Unternehmer und Ärzte, ein Verein gegründet, um ein «Privatkrankenhaus» zu realisieren. Am 5. November 1906 konnte das Spital auf dem Lindberg seinen Betrieb aufnehmen. Mit seiner privaten und allgemeinen Abteilung schloss es die Lücken des Kantonsspitals. Bei der Eröffnung arbeiteten gerade mal zwölf Mitarbeitende im «Privatkrankenhaus»; Hermann Koller, der erste «Anstaltsarzt», war Chefarzt und Direktor in Personalunion. Er bezog dafür ein Honorar von 1000 Franken pro Jahr. Von Anfang an haben frei praktizierende Winterthurer Ärzte im Lindberg ihre Patienten behandelt.

Bildersammlung Siegfried Schlesiger

Die Klinik wuchs stark, so dass wenige Jahre nach der Eröffnung die Personal- in Patientenzimmer umgebaut werden mussten. Der grösste Bau in der Geschichte des Spitals war die Erneuerung der Akutklinik, die 1992 eröffnet wurde. 1996 wurde das alte Spitalgebäude aus dem Gründungsjahr abgebrochen, weil es den Vorschriften für ein Spital nicht mehr entsprach. An dessen Stelle steht nun der zweite grosse Neubau.

Schon früh hatte das Privatspital mit finanziellen Engpässen zu kämpfen – etwas das sich wie ein roter Faden durch seine Geschichte durchzieht. Der Trägerverein verfolgte während Jahrzehnten gemeinnützige Ziele und war deshalb nie wirklich vermögend. Die Eigenkapitalbasis war immer auf der Kante. Weil keine Reserven vorhanden waren, geriet die Klinik immer wieder ins Trudeln, sobald die Ertragslage sich verschlechterte. Als Privatspital, das sich ausschliesslich aus den Erträgen der Patientenbehandlungen und mit Spenden finanziert, war die Einführung des Krankenversicherungsgesetzes ein harter Schlag. In der Folge wurde 1994 die allgemeine Abteilung aufgegeben.

Foto Christoph Bantli

Mit der Gründung der Lindberg Management AG im Jahr 2002 versuchte die Klinik ihre Strukturen zu professionalisieren und die Belegsärzte stärker ans Haus zu binden. Der Start war gut, trotzdem konnten die Finanzen nicht definitiv geregelt werden. Deshalb hat im Januar 2006 die Zürcher Chemolio Holding AG die Privatklinik übernommen und die finanziellen Mittel für den Ausbau des medizinischen Angebots zur Verfügung gestellt. In den vergangenen Monaten wurde im Lindberg im Schnellzugstempo ein Zentrum für Übergewichtige eingerichtet. Weiter wurden die medizinischen Infrastrukturen durch eine Intensiv- und Notfallstation ergänzt. Rund zehn Millionen hat die neue Eigentümerin investiert, die Stellenzahl wurde von rund 100 auf 155 erhöht.

Für die Radiologie wurde ein Kernspintomograph (MRI) für zwei Millionen Franken angeschafft. Ebenso eindrücklich ist das neue Zentrum für Übergewichtige, mit der Waage, die bis 500 Kilogramm reicht, oder dem einbetonierte WC. Ferner gehört ein Osteoporosezentrum zur Messung der Knochendichte, ein Schmerzzentrum sowie eine Notfall- und eine Intensivstation neu dazu.

Neuer Besitzer

Im April 2011 wurde bekannt, dass die Privatklinik Lindberg, die noch immer mit den Finanzen zu kämpfen hat, einen neuen Besitzer bekommt. Die welsche Spitalgruppe Genolier (GSMN) übernimmt 49% der Klinik Lindberg AG mit dem Ziel, diese bis 2014 ganz zu übernehmen. Das Lindbergspital ist die siebte Privatklinik die Genolier an sich bindet. In ihrem Einflussbereich ist auch das Zürcher Spital Bethanien. Genolier ist ein börsenkotiertes Unternehmen mit mehr als 900 Mitarbeitern und 560 Ärzte im Vertragsverhältnis. Bei der angestrebten Umstrukturierung soll die Behandlung von Übergewichtigen weiterhin den Schwerpunkt bilden. Der "Privatbereich" soll, das eine weitere Zielsetzung, in einen Luxusbereich umgewandelt werden (VIP-Abteilung).

2013 meldet das Spital am Lindberg erneut Veränderungen. Die finanziellen Verhältnisse fordern drastische Massnahmen. Der Umsatz sank im ersten Quartal 2013 um einen Drittel. Die Bettenzahl beträgt neu 73. Das sei gewollt, melden die Verantwortlichen. Ein Grossteil des Volumens der Klinik sei zu den Belegärzten verschoben worden. Von den ursprünglichen 216 Vollzeitstellen im Jahre 2011 sind 2013 noch 130 übrig geblieben. Der „Lindberg“ soll noch stärker als Privatklinik für Zusatzversicherte positioniert werden. Die Klinik ist 2013 wieder sehr gut ausgelastet und profitiert von der starken Gruppe GSMN. In den Jahren 2014 und 2015 wurde die Klinik aus- und umgebaut. Neu beherbergt die Privatklinik Lindberg das öffentliche Restaurant „Trois Tilleuls“, einen Konferenzraum „Heinrich Wachter“ sowie eine angenehme Lobby und ein Bistro. Alle Patientenzimmer wurden sorgfältig renoviert und mit neuen Möbeln ausgestattet. 2016 feiert die Privatklinik Lindberg ihr 110-jähriges Bestehen.

In der Privatklinik Lindberg in Winterthur sind ab 2016 keine Entbindungen mehr möglich. Die zur Genolier-Gruppe gehörende Klinik legt die Abteilung Geburtshilfe mit jener der Privatklinik Bethanien am Standort Zürich zusammen. Ab 2016 müssen Privatpatientinnen nach Zürich, um zu Gebären – oder ans KSW ausweichen. Die Klinik Lindberg spezialisiert sich auf andere Bereiche.

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