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Überbauung Grünmatt Seen

2017

An der Grünmattstrasse am Mattenbach zwischen Seen und Oberseen entstanden 2017 26 Familienwohnungen. Auf dem Grossareal stand einst eine Mühle, darum herum einige Holzschuppen und eine Schreinerei. Die Mühle wurde abgerissen, jetzt stehen dort drei Mehrfamilienhäuser. An dieser Adresse sind zwei Dutzend Familien eingezogen. Die Wohnüberbauung entstand durch Lüscher-Lüscher-Architekten aus Winterthur und der Grünmatt AG.

Bild: winbib

Das Grundstück Grünmatt liegt direkt am Mattenbach an der alten Hauptverbindungsstrasse von Seen nach dem Weiler Oberseen. In unmittelbarer Nähe, an der Verzweigung Oberseener/Grünmatttrasse stand früher das stattliche Seener Mühlegebäude, welches 1451 erstmals erwähnt wurde. Es markierte lange Zeit einen wichtigen Ort auf halbem Wege zwischen Seen und Oberseen. Neben der Mühle entstand 1835 eine Sägerei. Zwei Wasserräder betrieben die Mahlmühle und die Sägerei. Das Wasser für die Mühle wurde im Krebsbach/Mattenbach gefasst, in zwei Weihern gespeichert und von dort den Wasserrädern zugeführt. Nach 1919 wurde im Mühleweiher eine Fischzucht betrieben. Im Jahre 2006 wurde die Mühle mit Grundstück verkauft und kurz darauf abgerissen und durch Mehrfamilienhäuser zwischen Grünmatt- und Oberseenerstrasse ersetzt. Heute erinnern nur noch ein paar Steine und ein Gedenkstein an die bewegte Geschichte dieses Ortes. (Text: Lüscher-Lüscher Architekten)

Dass nicht die ganze Idylle verloren geht, haben die Architekten Lüscher-Lüscher, die an diesem Ort aufgewachsen sind, bei der Projektierung berücksichtigt. Die drei Baukörper sind weniger hoch, als sie sein dürften, ein Wiesenstück und Bäume am Bach bleiben «als Park» erhalten, ebenso die Zeder, der Kirschbaum und zwei Lärchen an der Strasse. Die Holzfassade soll an die alten Scheunen erinnern, und ein Café im Erdgeschoss des einen Gebäudes markierte den Ort, wo man früher Zwischenhalt machte. Denn die Mühle sei einst ein solcher Ort gewesen auf dem Weg von Seen nach Oberseen.

Foto: Grünmatt AG

Die Grünmattstrasse war damals noch nicht unterbrochen, sondern die direkte Verbindung zum Grüntal und von dort weiter den Oberseener Hügel hinauf. Lüschers Traum vom kleinen Café wurde Wirklichkeit. Seine Idee: Er will den Pachtzins möglichst tief halten, damit das Café rentabel sein kann, den Ort belebt «und dem Quartier wieder ein Gesicht gibt». So ist das Café „Cape Forest“ entstanden und erfreut eine weite Umgebung. Kernstück der ganzen Nachhaltigkeitsbemühungen (neben Minergie P, Sonnenkollektoren und anderen Aspekten) ist die Heizung: Die Energie (auch fürs Warmwasser) kommt aus einer Holzschnitzelheizung, und die Schnitzel dafür kommen aus dem Seemer Wald.

Blick von Südwesten

Die Grünmatt AG hat mit der Privatwaldkorporation Seen einen Abnahmevertrag abgeschlossen: Sämtliche anfallenden Holzschnitzel landen im grossen unterirdischen Bunker mit 125 Kubikmetern Inhalt. Dreimal pro Jahr, so die Berechnungen, muss er gefüllt werden. Die Transportwege sind sehr kurz, das Holz für die Heizung wird quasi vor der Haustür geschlagen. Holz als lokal nachwachsender Rohstoff gilt zudem als CO2-neutral. Und natürlich ist der Energieverbrauch pro Quadratmeter nur noch ein Bruchteil dessen, was ein alter Wohnblock aus den 1970er-Jahren benötigte, der an der Grünmattstrasse 1 stand. Auch die rund vier Dutzend privaten Waldbesitzer, die sich in der Korporation zusammengeschlossen haben, sind zufrieden, einen zuverlässigen lokalen Abnehmer gefunden zu haben.

Kreis Seen
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