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Kantonsschule Büelrain

1992

Rosenstrasse 1 und 2

8400 Winterthur


Drei Kantonsschulen sind in Winterthur präsent. Die „Kantonsschule Rychenberg“ und „Kantonsschule Im Lee“ liegen am südlichen Fuss des Lindbergs. Die jüngste im Trio, die „Kantonsschule Büelrain“ (KBW) liegt im Altstadtbereich, hinter dem Campus der ZHAW (ehemals „Technikum“), wo sie einst ihren Anfang nahm. Rund 600 Schüler besuchen an der KBW das Kurzgymnasium mit Profil Wirtschaft und Recht, die Handelsmittelschule (HMS) oder die Informatikmittelschule (IMS).

„Die Kantonsschule Büelrain wurde 1874 als Handelsabteilung des Technikums Winterthur gegründet, 1962 um die Maturitätsabteilung erweitert und 1992 mit dem Neubau von Arnold Amsler Architekten ergänzt. Die heute aus den drei Teilen Wirtschaftsgymnasium, Handelsmittelschule und Informatikmittelschule bestehende Anlage hat den Anspruch, umfassende Bildung zu ermöglichen. Hier sollen geistig offene, verantwortungsbewusste und selbstständige junge Menschen ausgebildet werden. Die Schulanlage mit den Provisorien aus den 1960er-Jahren entsprach jedoch schon lange nicht mehr den Anforderungen dieses modernen Unterrichtkonzepts und den Ansprüchen und Zielen der Kantonsschule.“ So beschreibt Thomas Jung vom Hochbauamt Kanton Zürich die Kantonsschule Büelrain anlässlich der Einweihung des Erweiterungsbaus.

Heute kann man im Gymnasium Wirtschaft und Recht studieren und innert vier Jahren eine gymnasiale Maturität erwerben. Die Handelsmittelschule und die Informatikmittelschule führen zur kaufmännischen Berufsmaturität mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis. Die Schule wirbt für sich vor allem mit der Vielfalt an Wahl- und Kombinationsmöglichkeiten. 24 Jahre musste sie in Barackenprovisorien ausharren. 1992 konnte die jüngste der drei Kantonsschulen in einen Neubau hinter dem Technikum an der Rosenstrasse einziehen. Der Betonbau des Winterthurer Architekten Arnold Amsler war gewöhnungsbedürftig, aber unter dem Aspekt der geeigneten Lernumgebung für Gymnasiasten durchaus angemessen.

Dass der kühle Bau trotz allem niemanden kalt lässt, zeigen die vielen unterschiedlichen Reaktionen, die von Begeisterung bis Ablehnung reichen. Während die einen die Schroffheit der grossen Betonwand und die schluchtartige Verjüngung der beiden Gebäudekörper als gefängnissartige Einengung empfinden, loben andere gerade diese Elemente und die Kompromisslosigkeit dieser Schulhausarchitektur, die bisweilen an sakrale Baudenkmäler und an Schiffsbau erinnern. Bald nahm die Raumnot wieder überhand und erneut wurden viele Provisorien geschaffen. Neuer Schulraum zu erstellen wurde dringlich. Aus einem Planungswettbewerb wurde 2009 ein Siegerprojekt des Zürcher Architekten Jonas Wüest vorgestellt. Die Realisierung wurde vom Kanton aber aus finanziellen Gründen aufgeschoben. Im Sommer 2015 beschloss der Regierungsrat die Realisierung in Angriff zu nehmen. Der Bezug fand am 19. August 2019 statt.

Der Erweiterungs-Neubau ersetzt wieder die alten Provisorien und erfüllt den Minergie-P-Eco-Standard. Der Bau umfasst neben Unterrichtszimmern eine Mediothek, eine Turnhalle sowie Schulverwaltungsräume. Er verfügt über eine Photovoltaikanlage und erfüllt den Minergie-P-Eco-Standard. Damit ist an der Kantonsschule Büelrain auch in Zukunft ein zeitgemässer Unterricht gewährleistet. Innert drei Jahren wurde ein attraktiver Neubau erstellt. Der Kantonsrat hatte im März 2016 einstimmig einen Objektkredit von 59,8 Millionen Franken bewilligt. Dank dem Neubau kann zudem auf Flächen in den benachbarten Gebäuden «Teuchelweiher» der Stadt Winterthur sowie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften verzichtet werden, die aufgrund des gestiegenen Platzbedarfs dazu gemietet worden sind.

„Für den Erweiterungsbau war es von grosser Bedeutung, sämtliche betrieblichen und oft auch baulichen Fragen mit respektvollem und empathischem Einbezug der Schulleitung, der Lehrpersonen und der Hausmeister anzugehen. Die Zusammenarbeit der Baudirektion mit der Bildungsdirektion und den Schulorganen verlief äusserst konstruktiv und erfreulich. Wir dürfen heute mit Stolz feststellen, dass das Werk sehr gut gelungen ist und den Anspruch an eine hochstehende Baukultur überzeugend erfüllt. Wir freuen uns, 57 Jahre nach dem Start mit den provisorischen Holzbaracken, den Nutzern und der Öffentlichkeit die fertiggestellte Schule zu übergeben und wir danken allen beteiligten Direktionen, Ämtern, Nutzern, Planern und Handwerkern für die engagierte und erfolgreiche Zusammenarbeit.“ Nochmals: Thomas Jung vom Hochbauamt Kanton Zürich

Die Geschichte der Kantonsschult Büelrain war vor 2019 geprägt von Provisorien an verschiedenen Standorten. Mehr oder weniger nützliche Baracken dienten immer wieder als Notlösungen um den Schulbetrieb überhaupt aufrechterhalten zu können. Der Erweiterungsbau der Kantonsschule Büelrain Winterthur, 2019 in Betrieb genommen, ergänzt den bestehenden Schulhausbau aus dem Jahre 1992. Es verleiht der Gesamtanlage einen selbstbewussten und öffentlichen Auftritt. Zwischen Eulach und Heiligberg gesetzt, gliedert der Neubau gegensätzliche, städtische Aussenräume und belässt die landschaftliche Durchlässigkeit. Das umfangreiche Raumprogramm wird zu einem beziehungsreichen Gefüge zusammengeführt. Die 40 Klassenzimmer mit Naturwissenschaftsräumen, eine Mediothek und die Einfachturnhalle schaffen eine lebendige Innenwelt. Die oblichterhellte Treppenhalle bildet im Kern einen grosszügigen und offenen Begegnungsraum. Das regelmässige Grundraster schafft Ordnung und prägt das Gebäude innen und aussen. Eine direkte und reduzierte Materialisierung vermittelt das Bauwerk in seiner konstruktiven und räumlichen Konsequenz. (Beschrieb des Architekten Jonas Wüest)

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