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Furrer Jonas, Bundesrat und 1. Bundespräsident, 1805-1861

Jonas Furrer
03.03.1805
25.07.1861

Jonas Furrer gilt als der Winterthurer, der auf der politischenen Ebene grösstes geleistet hat. Sein Name ist in Winterthur präsent. Man begegnet ihm zum Beispiel in der Steinberggasse 18, seinem Geburtshaus. Eine Tafel weist darauf hin. Auf der Breite gibt es eine Jonas-Furrer-Strasse. Schliesslich erinnert ein Denkmal an der Merkurstrasse an den grossen Winterthurer.

Jonas Furrer, auch gelegentlich als grösster Sohn Winterthurs bezeichnet, war erster Bundespräsident und Mitbegründer der modernen Schweiz. Jonas Furrer ist unbestritten einer der markantesten Politikern seiner Zeit. Furrer wurde am 3. März 1805, also vor mehr als 200 Jahren, als Sohn eines Schlossermeisters an der Steinberggasse geboren. Niemand hätte dem aus bescheidenen Verhältnissen stammenden Handwerkerssohn vorausgesagt, 40 Jahre später an der Spitze der Eidgenossenschaft zu stehen. Das Rüstzeug für seine juristischen und staatswissenschaftlichen Kenntnisse holte er an deutschen Universitäten, 1832 wurde er Anwalt. Der berufliche Alltag fiel ihm allerdings schwer: «Das einsame, lieblose und liebesleere Leben in unserem Städtchen Winterthur und die fehlende Beschäftigung für einen ehrgeizigen Juristen drückten aufs Gemüt». Jugendlicher Tatendrang und seine Begabungen verbanden sich bald mit dem Wunsch, seine Kräfte für die Mitmenschen einzusetzen. 1830 trat Furrer der Winterthurer Freimaurerloge «Akazia» bei. 1832 heiratete er Friederike Sulzer und fand sich dank der Hilfe ihrer einflussreichen Winterthurer Verwandten bald in der Politik wieder.

1834 in den Grossen Rat von Zürich gewählt, stand der Jurist diesem schon 1837 als Präsidenten vor. Als Führer der liberalen Opposition gelang Furrer 1845 der Sprung an die Spitze des Kantons Zürich und damit der Tagsatzung; bei den Auseinandersetzungen um die künftige Gestalt des schweizerischen Staates stand er künftig an vorderster Front. Als Jurist den Gesetzen verpflichtet, verfocht Furrer einen zurückhaltenden Kurs und plädierte erst für den Sonderbund-Krieg, als ein friedliches Zusammenraufen der gespaltenen Eidgenossenschaft nicht mehr denkbar war. Als einer der Väter der neuen liberalen Bundesverfassung von 1848 wurde Furrer als Zürcher Ständerat zum ersten Bundespräsidenten gewählt. In den folgenden Jahren sollte ihn als Chef des Justiz- und Polizeidepartements vor allem das Bundesstrafrecht beschäftigen, eine Sisyphusarbeit angesichts der bescheidenen Mittel, die dem Bundesrat zur Verfügung standen. Aus Pflichtbewusstsein opferte er dem Gesamtwohl seine persönlichen Interessen. Am 25. Juli 1861 starb Furrer in Bad Ragaz an den Folgen gesundheitlicher Probleme, die mit der Arbeitsüberlastung zusammenhingen.

Foto: zvg. Roger Szilagyi

Anlässlich des eidgenössischen Schützenfestes wurde am 1. August 1895 die vom Zürcher Bildhauer Gustav Siber gefertigte Büste als Denkmal für Jonas Furrer enthüllt. Sie steht heute an wenig prominenter Stelle im Spitz der Zusammenführung der Merkur- und der Theaterstrasse, oder vis-à-vis der Parkhaus Ein-/Ausfahrt des Manor-Parkhauses. Sie war ein Geschenk des Kunstvereins, dessen Präsident Ernst Jung zusammen mit Bundesrat Lachenal den Winterthurer Politiker noch einmal als «Leitstern» und als wahren Patrioten würdigte.

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