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Hertenstein Wilhelm, Bundesrat, 1825-1888

Wilhelm Hertenstein

Regierungsrat, Bundesrat

Foto: winbib (Signatur 171665)

ref., von Kyburg. Sohn des Jakob, kant. Forstmeister und der Katharina Elisabetha Thalmann, Tochter des Hans Jakob, von Neftenbach. Besuch der Industrieschule in Zürich 1837-42, danach Ausbildung zum staatl. Forstmeister (1847 Diplom an den sächs. Forstschulen). 1855-72 diente Hertenstein als kant. Forstmeister in Fehraltorf, 1858-72 wirkte er im Grossen Rat bzw. Kantonsrat des Kt. Zürich. Im Sonderbundskrieg Artillerieleutnant, führte er im Sommer 1861 als Major zwei Batterien Gebirgsartillerie über den Forcellinapass, was als Bravourstück galt. 1872 wurde er eidg. Oberst und leitete 1875-77 als beliebter Kommandant die VII. Artilleriebrigade.

1872 gelangte er als einziger Liberaler in den seit 1869 vollständig demokratischen Regierungsrat des Kt. Zürich, wo er 1872-75 und 1877-79 als Militär-, 1875-77 als Baudirektor tätig war. 1872 nahm er Einsitz im Nationalrat. Er gehörte zum Kreis Alfred Eschers, ohne aber Parteimann zu sein und ohne die betont ländliche Herkunft zu verleugnen oder die Eigenständigkeit aufzugeben. 1878 wechselte Hertenstein in den Ständerat.

Am 21.3.1879 erfolgte die Wahl zum Bundesrat. Wegen seiner militär. Kompetenz trat er die Nachfolge des im Amt verstorbenen Johann Jakob Scherer, Vorstehers des Militärdepartementes an. Er setzte die Militärorganisation von 1875 durch und verankerte durch seine streng rechtliche und sparsame Administration bei Volk und Räten ein bisher kaum gekanntes Vertrauen in die Armee. Erfolgreich setzte er sich auch für Verbesserungen von Ausrüstung und Verpflegung des Wehrmannes ein.

Eine unmittelbar notwendig gewordene Beinamputation führte zum Tod, und zwar im Amt als Bundespräsidenten. Seine Beisetzung am 30.11.1888 in Bern geriet zu einer Demonstration nationaler Geschlossenheit. Staatsmännischer Glanz war Hertenstien kaum eigen; er galt schon zu Lebzeiten als "Verkörperung des schweizerischen Wesens".

Literatur: -Altermatt, Bundesräte, 228-231, Autor: Otto Sigg

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