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«Querung Grüze», das Brückenprojekt


Zur Schliessung der Lücke im öffentlichen Verkehr beim Bahnhof Grüze wird eine neue Brücke gebaut, welche die Gleise überquert und die St. Gallerstrasse mit der Sulzerallee verbindet. Mit den neuen Bushaltestellen auf der Brücke über den Gleisen wird der Bahnhof Grüze zu einer zeitgemässen Verkehrsdrehscheibe und einem modernen und attraktiven Umsteigepunkt. Die Querung ermöglicht die Feinerschliessung insbesondere des Industriegebietes von Neuhegi und trägt zur Entlastung des Hauptbahnhofs bei.

Die Querung Grüze: ÖV-Brücke, Verkehrsdrehscheibe und Stadtplatz

Die Querung Grüze ist eine neue Brücke über die Bahngleise beim Bahnhof Grüze. Sie verbindet die St. Gallerstrasse mit der Sulzerallee und ist für den öffentlichen Busverkehr sowie den Langsamverkehr (Velo und Fussgänger/innen) vorgesehen. Die Querung ist ein zentrales Element des geplanten ÖV-Hochleistungskorridors zwischen dem Stadtzentrum und Neuhegi. Die Bushaltestellen auf der Querung befinden sich direkt über den S-Bahn-Perrons des Bahnhofs Grüze. Im Laufe der städtebaulichen Entwicklung übernimmt die Brücke im Bereich des nördlichen Knicks die Funktion eines grosszügigen, urbanen Platzes. Der Gestaltungsplan Grüze sieht vor, hier entstehende Gebäude direkt an die Brückenplattform anzuschliessen. Die Geschosse auf der Brückenebene sind für Läden und Dienstleistungsbetriebe vorgesehen.

Aktuelle Entwicklung in Neuhegi-Grüze

Neuhegi ist ein aufstrebender, vielfältiger Stadtteil, wo international tätige High-Tech-Firmen angesiedelt sind, mit dem Eulachpark der grösste Winterthurer Park realisiert wurde, der schweizweit grösste Holzwohnbau entstand und mit dem Schulhaus Neuhegi das jüngste Schulhaus gebaut wird. Bei einem Vollausbau bietet Neuhegi Platz für rund 4000 Einwohnerinnen und Einwohner sowie für rund 10 000 Arbeitsplätze. Neuhegi wird sich langfristig zu einem zweiten städtischen Zentrum (bipolare Stadt) neben der bestehenden Kernstadt (Altstadt und Umgebung) entwickeln. Neuhegi ist eines der wichtigsten und grössten Zentrumsgebiete von kantonaler Bedeutung im Kanton Zürich.

Siedlung und Verkehr

Zentrale Voraussetzung für die geplante Entwicklung in Neuhegi-Grüze ist ein leistungsfähiges Verkehrssystem, das alle Verkehrsträger berücksichtigt. Als Grundlage dazu hat Winterthur im Jahre 2011 das städtische Gesamtverkehrskonzept (sGVK) mit dem Zukunftsbild der Stadt im Jahre 2030 erarbeitet. 2011 hat der Grosse Gemeinderat das Konzept einstimmig gutgeheissen. Das Zukunftsbild zeigt Winterthur als Stadt mit zwei starken, urbanen Zentren. Wie Winterthur Mitte soll sich Neuhegi-Grüze – wenn auch mit unterschiedlichem Charakter – zu einem intensiv und gemischt genutzten Stadtteil mit vielfältigen urbanen Funktionen entwickeln. Die Querung Grüze ist ein zentrales Schlüsselprojekt auf dem Weg zu diesem Ziel. Für die Verkehrserschliessung des aufstrebenden Stadtteils Neuhegi sind mehrere Massnahmen geplant. Das Brückenprojekt «Querung Grüze» ist eine erste Massnahme.

ÖV-Angebot 2018

Ab dem Fahrplanwechsel 2018 erhält der Bahnhof Grüze vier S-Bahn-Linien, zwei davon mit direkten Verbindungen nach Zürich. Zusätzlich wird zurzeit eine Erweiterung des Bahnhofs ab 2030 um zwei Aussenperrons an der Bahnlinie Winterthur-Frauenfeld geprüft (Option Haltestelle Grüze Nord).

Heute ist der Bahnhof Grüze nicht an das städtische und regionale Busnetz angebunden. Ab Inbetriebnahme der Brücke verkehrt die mit der Linie 14 verknüpfte Stadtbuslinie 7 über die Querung Grüze und verbindet so Neuhegi-Grüze direkt mit Winterthur Mitte. In späteren Ausbauschritten sind weitere städtische Durchmesserlinien über die Querung Grüze möglich. Zusätzlich sollen auch neue Tangential- und Regionalbuslinien die Verkehrsdrehscheibe Bahnhof Grüze bedienen und den Hauptbahnhof damit entlasten.

Diese Entwicklung führt zwangsläufig auch zu einer Zunahme der Mobilität in einem schon heute stark beanspruchten Strassennetz. Eine herausragende Bedeutung bei der Erschliessung des Gebiets kommt deshalb den bestehenden Bahnhöfen Grüze, Oberwinterthur und Hegi zu. Sie sind die Eingangspforten für Neuhegi und ermöglichen eine optimale Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr. Als einziger Bahnhof genügt der Bahnhof Grüze diesen Anforderungen heute nicht, da er nicht an das städtische Busnetz angeschlossen ist.

Kosten und Finanzierung

Die Projektkosten belaufen sich auf rund 55 Mio. Franken. Dies basierend auf einem Preisstand vom Oktober 2015. Die Genauigkeit liegt beim aktuellen Planungsstand bei plus/minus 20 Prozent. Der Bund beteiligt sich im Rahmen des Agglomerationsprogramms Winterthur mit 40 Prozent Anteil an den Projektkosten. Weitere grosse Anteile werden als gebundene Ausgaben aus dem Strassenfonds des Kantons Zürich finanziert. Der Netto-Kostenbeitrag der Stadt Winterthur beläuft sich voraussichtlich auf rund 4 Mio. Franken. Gemäss aktuellem Planungsstand starten die Bauarbeiten an der Querung Grüze im Jahre 2020. Ziel ist, die Brücke nach einer rund zweijährigen Bauzeit auf den Fahrplanwechsel Ende 2022 in Betrieb zu nehmen. Vorbehalten bleiben die Kreditgenehmigung und der erfolgreiche Abschluss des Rechtswegs.

Der Text und die Illustrationen sind der "Dokumentation zum öffentlichen Mitwirkungsverfahren gem. § 13 Strassengesetz (StrG) Kanton Zürich" entnommen.

Strassen, Plätze, Pärke, Natur
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