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Winterthurer Fernwärmeversorgung

Tue Oct 19 00:00:00 UTC 1982

Am 1. Oktober 1986 nahm das Fernheizwerk in Winterthur seinen Betrieb auf. Die beim Verbrennungsprozess in der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) entstehende Abwärme nutzt Stadtwerk Winterthur seit Jahren sinnvoll. Es versorgt mit dieser Wärme Liegenschaften im Gebiet zwischen Grüze und Kantonsspital sowie das Sulzer-Areal Oberwinterthur. Seit jeher erfreut sich die Fernwärme bei der Winterthurer Bevölkerung grosser Beliebtheit.

Bei der Verbrennung von Abfall in der Kehrichtverwertungsanlage entsteht eine grosse Menge Wärmeenergie. Jährlich werden rund 130 000 Tonnen Abfall in der KVA verbrannt. 2010 wurde ein Teil der so gewonnenen Energie, ca. 123 GWh, ins Fernwärmenetz eingespeist. Dies entspricht rund zwölf Millionen Litern Heizöl. Stadtwerk Winterthur nutzt respektive verteilt diese Wärmeenergie über das Fernwärmenetz. So werden auf umweltfreundliche Art Haushaltungen geheizt und Warmwasser aufbereitet. Weiter wird die Wärme industriell oder gewerblich genutzt. Dank der Nutzung der Fernwärme wird der Gas- und Heizölverbrauch in Winterthur vermindert und ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet. Seit Anbeginn ist die Fernwärme wirtschaftlich erfolgreich und selbsttragend.

Unterirdisches Wärmenetz

Das unterirdische Fernwärmenetz war anfänglich zwölf Kilometer lang und versorgte einige städtische Liegenschaften sowie fünfzehn private Bezüger. Heute misst das Leitungsnetz sechzig Kilometer. Daran sind rund 400 Liegenschaften angeschlossen. Das Fernwärmenetz wird laufend ausgebaut. So wird ab 2015/16 auch das Sulzer-Areal Stadtmitte mit Fernwärme versorgt.

Im Rahmen der Erneuerung und Erweiterung der Kehrichtverbrennungsanlage in der Grüze wurde im Juni 2011 eine neue Dampfturbine angeliefert. Die beiden alten Turbinen werden durch die neue leistungsstärkere ersetzt. Die bei der Abfallverbrennung erzeugte Wärme kann dadurch noch besser genutzt werden. Dies bedeutet bei Abschluss des Projekts einen besseren Gesamtwirkungsgrad der KVA.

Blick in die Vergangenheit

1982 stimmte die Winterthurer Bevölkerung dem Kredit für die Schaffung der Fernwärmeversorgung zu. Ein weitsichtiger Entscheid, der bis heute Wirkung zeigt. Von 1983 bis 1986 wurde das Fernheizwerk gebaut und die ersten Gebiete mit Leitungen erschlossen. Das Prozessleitsystem wurde im Laufe der Jahre modernisiert und die Brenner auf stickstoffarmen Betrieb umgestellt. 2004 bewilligte das Winterthurer Stimmvolk einen Kredit zum Ausbau des Fernheizwerks und des Fernwärmenetzes. Dazu gehört auch der Anschluss des Sulzer-Areals Oberwinterthur. Das neue Fernheizwerk wurde vor drei Jahren eingeweiht.

Bild: Stefan Kubli

Fernwärme im Sulzer-Areal Stadtmitte

Grosse Teile des Sulzer-Areals werden seit November 2015 mit KVA-Wärme beheizt. Zuvor hatte Stadtwerk dieses Gebiet mit einer Gasheizzentrale mit Wärme versorgt. Durch den Bau des 1060 Meter langen Heiligbergstollen von der Alten Kaserne zur Wylandbrücke wird das Warmwasser nun von der KVA geliefert. Der im Gestein des Heiligbergs gebohrte Tunnel hat einen Durchmesser von 2,8 Metern. Man kann ihn zur Kontrolle durchschreiten. In zwei dicken Rohren fliesst das heisse Wasser von der KVA ins Sulzer-Areal Stadtmitte und wieder zurück. Die Vorlauftemperatur im oberen Rohr beträgt bis 130 Grad. Im Sulzer-Areal liegt eine sogenannte Umformerstation; dort wird die Energie mittels Wärmetauscher dem bestehenden Nahwärmenetz übergeben. Dieses hat eine Ausdehnung vom Kesselhaus-Kino und vom Neuwiesen-Zentrum über den Superblock bis ins Brühlgut, McDonald’s und zur Swica-Wohnüberbauung an der Zürcherstrasse. Häuser in diesem Gebiet beziehen ihre Heizenergie also von der KVA. Die Baukosten betrugen rund 10 Millionen Franken. Die jetzige Energieform sei für die Kunden günstiger, sagt der Geschäftsbereich Energie-Contracting bei Stadtwerk. Zudem gelangen neu pro Jahr 7500 Tonnen CO2 weniger in die Luft, was ein wichtiger Beitrag für die Gesamtsituation darstellt». Die Medienmitteilung der Stadt spricht von einem «Meilenstein auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft».

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