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Galladé Chantal, *1972, Nationalrätin 2003-2018, Schulpräsidentin Altstadt/Töss ab 2018

Chantal Galladé
17.12.1972

Die vielseitige Winterthurer Politikerin Chantal Galladé ist nach dem Einstig in den Zürcher Kantonsrat seit 2003 Nationalrätin. Die aktive Frau und Erziehungswissenschafterin ist Mutter zweier Kinder und wohnt nach wie vor in Winterthur.

Bild: David Baer/Lb

Ausbildung und Beruf

Chantal Galladé, geboren am 17. Dezember 1972, ist in der Stadt Winterthur aufgewachsen und hat dort auch die Schulen besucht. Nach der KV-Lehre in den Jahren 1989 bis 1992 besuchte Galladé die Gymnastikberufsschule. Sie entschied sich, die Maturität auf dem zweiten Bildungsweg nachzuholen, und besuchte in den Jahren 1993 bis 1996 die Kantonale Maturitätsschule für Erwachsene. Von 1997 bis 2008 studierte sie Pädagogik und Politikwissenschaft an der Universität Zürich, Masterabschluss 2008. Während des Studiums war sie unter anderem als Berufsschullehrerin und Lehrstellenbeauftragte tätig.

Chantal Galladé ist Mutter zweier Töchter (*2004 und *2015). Galladés Bruder Nicolas Galladé (*1975) ist SP-Politiker. Er wirkt seit 2010 als Stadtrat in Winterthur.

Foto: Nöcker SI

Politik

1990 tritt Galladé der Sozialdemokratischen Partei bei. Sie wird in der Parteiarbeite bald aktiv und ist 1994 Mitgründerin des Jugendparlaments Winterthur, der Jugendlobby und des Kulturzentrums Winterthur. 1997 bis 2003 ist Chantal Zürcher Kantonsrätin und dort Mitglied der Kommission für Bildung und Kultur. Bei den Erneuerungswahlen des Nationalrats schaffte sie 2003 die Wahl ins nationale Parlament. Ihr reiches Wirken auf nationaler Ebene belegt folgende Aufzählung:

Politik
1997-2003
Mitglied des Zürcher Kantonsrats
2003-2018
Mitglied des Nationalrats
seit 2003
Mitglied der nationalrätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK)
seit 2005
Präsidentin der parlamentarischen Gruppe für Kinder und Jugend
seit 2005
Vorstandsmitglied der parlamentarischen Gruppe für Berufsbildung
2006-2008
Präsidentin der WBK-Subkommission Tagesschulen
2009-2010
Mitglied der aussenpolitischen Kommission (APK) des Nationalrats
seit 2010
Mitglied der sicherheitspolitischen Kommission (SIK) des Nationalrats,
Präsidium 2011-2013
seit 2011
Mitglied der Nato-Delegation der Bundesversammlung, Präsidium 2011-2013
2018
Wahl zur Präsidentin des Schulkreises Altstadt/Töss
2019
Austritt aus der SP und Übertritt in die GLP (Grünliberalen)

weitere Engagement + Mitgliedschaften
1999-2005
Mitglied der Expertenkommission Lehrstellenbeschluss
2004-2011
Stiftungsrätin der Stiftung Forschung 3R zur Vermeidung von Tierversuchen
2004-2011
Bildungsrätin des Schweizer Physiotherapieverbands
2007-2011
Beirätin des Dep. Gesundheit der Zürcher Hochschule Winterthur
2011-2012
Politische Beirätin des VEB, Schweizer Verband für Rechnungslegung, Controlling und Rechnungswesen
seit 2011
Präsidentin des Schweizer Verbandes Lesen und Schreiben
seit 2014
Präsidentin des kaufmännischen Verbandes Winterthur

2018: Rücktritt aus dem Nationalrat

Bereits 2017 hat Galladé signalisiert, dass sie anlässlich der Erneuerungswahlen der Schulbehörden in der Stadt Winterthur im Juni 2018 bereit wäre, das vollamtliche Präsidium der Kreisschulpflege Winterthur/Töss zu übernehmen. Ihr breites Netzwerk und ihre Tätigkeit im Bildungsbereich weist beste Voraussetzungen für dieses Amt aus. In einer Kampfwahl gegen den bisherigen und umstrittenen Felix Müller am 10. Juni 2018 wurde Chantal Galladé zur Schulpräsidentin des Stadtkreises Altstadt/Töss gewählt. Für diese neue berufliche Tätigkeit trat Galladé im November 2018 aus dem Nationalrat zurück.

Galladé verlässt die SP

Per Ende Februar 2019 wurde bekannt, dass Chantal Galladé nach 28 Jahren Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei den sofortigen Austritt gegeben hat. Sie wechselt die Partei und tritt den Grünliberalen (GLP) bei. Diese Meldung wurde weit herum mit grossem Erstaunen zur Kenntnis genommen und löste grosses Erstaunen aus. Wurde Galladé doch ein knappes Jahr zuvor mit grosser, auch finanzieller, Unterstützung der SP und ihrer Mitglieder in einer Kampfwahl ins Schulpräsidium der Kreise Altstadt und Töss gewählt. Galladé begründete ihren Entschluss damit, dass sie sich in der SP schon länger an den rechten Rand gedrängt fühlte. Auch ihr Engagement für eine «moderne Sicherheitspolitik», wie sie sagt, sei in der SP verschmäht worden. Das Fass zum Überlaufen habe der Streit ums EU-Rahmenabkommen gebracht. «Vor 30 Jahren stand die SP für Offenheit zu Europa ein, für die Armee und für eine solide Wirtschaftspolitik.» Heute stehe die GLP als einzige Partei zu diesen Werten. Sie fühle sich nun «wie aus einem Korsett befreit». (Red. LB)

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