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Aussenwacht Grundhof Stadel


Im Nordosten der Stadt Winterthur liegt neben Reutlingen und Stadel eine dritte Aussenwacht. Der kleine Weiler Grundhof mit einem guten Dutzend Häuser liegt eigentlich direkt unter der Mörsburg. Der Aussenweiler von Stadel hat mit vielen schön renovierten Häusern den ursprünglichen bäuerlichen Charakter waren können. Ein Spaziergang (nicht Durchfahrt!) durch die Grundhofstrasse zeigt ein wunderschönes Bild und ist sehr empfehlenswert.

Die Siedlung entstand an der Passstrasse von Stadel nach Sulz und Dinhard. Der Weiler hiess ursprünglich „zu Mörsberg im Grund“. Der Name wandelt sich mit der Zeit zum „Grundhof“. Der alte Name zeigt auch die Verknüpftheit mit der Mörsburg auf. In den Akten taucht der Grundhof erstmals im Jahr 1361 auf. Vom 15. bis zum 18. Jhdt. entwickelte sich der Grundhof erst zu einem Weiler mit vier Häusern. Später entstanden weitere Häuser, die alle entlang der Strasse aufgereiht sind. Der Weiler hat seinen ländlichen Charakter bis heute bewahren können. Im 20. Jhdt. entstanden einige Ersatzbauten für die Ökonomiebereiche und Wohnhäuser.

Grundhofstrasse 50/52

Bis vor kurzem betrieb Hans Schorr einen angesehenen Weinbaubetrieb mit Eigenkelterung. Seine Produkte waren und entstanden aus Mörsburger Müller Thurgau, Federweiss, Schiller, Rosé, Traumtropfen, Blauburgunder, Barrique, Zweiklang Rouge, Strohwein, Gewürztraminer, Chardonnay, Cabernet Jura. Altershalber hat er den Betrieb aufgegeben. Die Rebberge rund um diesen Hof werden nun vom VOLG bewirtschaftet. Sie sind im Besitz der Stadt Winterthur.

Grundhofstrasse 51

Der bäuerliche Vielzweckbau mit zwei Wohnteilen datiert aus dem 17./18. Jhdt. Das Haus zeigt sich heute im Stil des 19. Jhdt., lässt aber ältere Bauelemente erahnen. Gegen Osten wurde im 19./20. Jhdt. zusätzliche Ökonomiebauten erstellt. Zusammen mit den Häusern Grundhofstrasse 55 und 59 ist der Bauernhof bezeichnend für die einst bäuerlich, unterhalb der Mörsburg situierte Siedlung Grundhof. Leider wird dem Haus in den letzten Jahren der nötige bauliche Unterhalt nicht mehr gewährt. Es ist heute in keinem guten Zustand mehr.

Mörsburgstrasse 3

Zwischen den Häusern Grundhofstrasse 51 und 55 zweigt die Mörsburgstrasse ab, die zur Anhöhe mit einem Bauernhof, einem Restaurant (Schlosshalde) und der Mörsburg führt. An dieser Strasse hinter der Liegenschaft Grundhofstrasse 51 liegt das Haus Nr. 3. Das Kleinbauernhaus bestand bereits vor 1847 und dürfte im Kern noch Substanz aufweisen, die ins 18. oder frühe 19. Jhdt. zurückreicht. Nach 1860 wurde das Gebäude vom Ackerbauernhaus zu einem kleinen Viehzüchterhof umgewandelt. Dieser Umbau prägt noch heute das Erscheinungsbild des Bauernhofs. Der Hof ist ebenso ein wichtiger Bestandteil der ehemaligen bäuerlichen Siedlung.

Grundhofstrasse 55

Das Bauernhaus mit Sparrendach wurde um 1780 errichtet und weist an der Giebelfassade sowie über dem massiven Erdgeschoss des Wohnteils ein gut erhaltenes Sichtfachwerk auf. Das Gebäude zählt zu den schönsten Bauernhäusern des Grundhofs und gehört mit den Häusern 51 und 59 zu den letzten bedeutenden historischen Bauten der einst bäuerlichen Siedlung.

Grundhofstrasse 59

Das bäuerliche Vielzweckhaus zählt zu den ältesten Bauernhäusern der Kleinkernzone Grundhof. Der Rohbau geht auf die Bauzeit im 16./17. Jhdt. zurück und besteht aus einem Mehrreihenständerbau*, der in Untergerüstbauweise errichtet wurde. Zusammen mit den Häusern 51 und 55 stellt das Gebäude, dessen Äusseres sich kaum verändert hat, einen wichtigen historischen Bestrandteil der einst bäuerlichen Siedlung Grundhof dar.

*Die Ständerbauweise ist eine Form des Fachwerkbaus, bei der Ständer (senkrecht stehender Balken) durchgehend von der Schwelle bis zum Dach das tragende System eines Gebäudes bilden und gleichzeitig die Seitenwände darstellen.

Grundhofstrasse 74

Das Bauernhaus an der Grundhofstrasse 74 wurde 1835 erbaut. 1980 erfolgte ein Umbau zur „Werkschule Grundhof“. Das Sonderschulheim bietet Platz für acht männliche, normalintelligente Jugendliche mit Schwierigkeiten schulischer oder familiärer Art. Ziel ist es, den Einstieg in die Berufswelt zu schaffen. Das Haus bildet den Abschluss des Weilers gegen Osten.

Grundhofstrasse 75

Das alte Trottgebäude, dessen Giebelfassade von einem gut erhaltenen Fachwerk geprägt wird, wurde 1780 erbaut. Im späten 19. Jhdt. wurde das Gebäude, das ursprünglich als Gemeindetrotte diente, durch einen Schopfanbau erweitert. Zusammen mit dem Haus Grundstrasse 74 prägt die alte Trotte die östliche Einfahrt in den Weiler Grundhof.

Grundhofstrasse 63 und 65

Das Haus Grundhofstrasse 65 stammt aus dem Jahre 1800 und wurde zusammenmit 936,85 Aren 1959 zum Preise von Fr. 280‘000.00 von der Stadt erworben. Dieser Landwirtschaftsbetrieb wurde bereit Jahre zuvor aufgehoben und das Land verpachtet, weil die baulichen Einrichtungen nicht mehr intakt waren. Das angebaute Nebengebäude (Grundhofstrasse 63) wurde 1780 erstellt. Im Januar 1962 wurde es von der Stadt zusammen mit 77,6 Aren Land für Fr. 75‘000.00 erworben. Diese Liegenschaft enthält eine Wohnung, welche nie zu einem Landwirtschaftsbetrieb gehörte. Die Stadt sanierte die beiden Häuser 1984 gründlich. Das Haus 63 wurde neu als Landwirtschaftsbetrieb instand gestellt, während das Haus 65 als Einfamilienhaus hergerichtet wurde. Inzwischen sind weitere Anpassungen vorgenommen worden. Die Häuser dienen nur noch als Wohnbauten.

Quelle

Die Texte stammen grössenteils aus dem Nachschlagewerk „schutzwürdige Bauten“ der Denkmalpflege Winterthur aus dem Jahre 2006.

Fotos von weiteren Häusern im Grundhof befinden sich in der Fotogalerie. Alle Fotos sind im November 2011 entstanden.

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