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Kantonsspital Winterthur

Sun Jan 02 00:00:00 UTC 1876

Kantonsspital Winterthur

Brauerstr. 15

8400 Winterthur

052 266 24 19


Der Kantonsspital Winterthur (KSW) ist ein modernes Akutspital. Im Rahmen des öffentlichen Auftrages ist es für die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung im nördlichen Teil des Kantons Zürich verantwortlich.

Die eigentlichen Urspünge des heutigen Kantonsspital reichen weit zurück. 1287 wird das Sondersiechenhaus zu Sankt Georgen in mittelalterlichen Urkunden als erstes Winterthurer Spital erwähnt.

Die Ursprünge des heutigen Kantonsspitals gehen zurück ins Jahr 1287. In mittelalterlichen Urkunden wird das Sondersiechenhaus, gegründet von Herzog Rudolf von Österreich mit Sitz auf der Kyburg und Bürgern von Winterthur als erstes Winterthurer Spital erwähnt. Das Hospiz diente ausschliesslich der Unterbringung Aussätziger, auch Sondersiechen genannt. Der Aussatz, die Lepra, war damals in Europa eine gefürchtete, häufige Krankheit. 1306 wird erstmals die Armen- und Krankenanstalt am Neumarkt als Stiftung der damaligen Bürgerschaft erwähnt. Das Armen- und Krankenspital befand sich am früheren Rindermarkt, heute Neumarkt, und wurde zuerst Heiliggeist-Spital genannt. In späterer Zeit wurde es als "unteres Spital" bezeichnet , im Gegensatz zum "oberen", das in der Nähe der Stadtkirche an der heutigen Marktgasse 27 stand. Über 200 Jahre waren diese beiden Anstalten in Betrieb und dienten ihrem mannigfachen Zweck: Alters- und Sozialfürsorge, Krankenbehandlung, Waisenhaus und Unterkunft für unbemittelte Durchreisende. Nach dem Neubau des Einwohnerspitals wurde die Anstalt am Neumarkt zu einem Altersheim, das bis in die heutigen Tage besteht. Die "Spitalgasse" erinnert noch an die alten Zeiten.

1287 Vom Sondersiechenhaus zum Zentralspital
1287 Sondersiechenhaus zu St. Georgen
1306 Armen- und Krankenanstalt am Neumarkt (Heiliggeist-Spital)
1681 St. Georgen in Altersheim (Pfrundhaus) umgewandelt
1828 Abbruch
1873 Beschluss Gemeinderat zum Bau eines Einwohnerspitals
1874 Baubeginn Einwohnerspital
1876 Einweihung und Eröffnung des Einwohnerspitals der Stadt Winterthur mit 90 Akut-Betten
1886 Übernahme des Spitals durch den Kanton Zürich
1895 Absonderungshaus (46 Betten)
1897 Diphtherie-Gebäude (30 Betten)
1899 Klosett mit Wasserspülung
1900 Röntgenkabinett (Strom vom Haldengut)
1904 Anschluss des KSW ans städtische Elektronetz
1909 Hydrotherapeutisches Institut
1911 Neubau Poliklinik
1916 Eröffnung einer Abteilung Geburtshilfliche Station (Frauenklinik) und Unterteilung des Spitals in Medizin, Chirurgie und Geburtshilfe (390 Betten)
1925 Aufstockung Hauptgebäude
1935 Anbau Frauenklinik
1947 Volksabstimmung Neubau KSW
1957 Letztes Betriebsjahr des alten Spitals (zuletzt 443 Betten)
1958 Einweihung des neuen Kantonsspital
1968 Fertigstellung des Hochhauses
1973 Fertigstellung des Polikliniktraktes
1981 Inbetriebnahme Radiotherapie
1982 Gottesdienst-Raum (Spitalkirche)
1983 Umbauten im Betriebsgebäude (Werkstätten)
1987 Inbetriebnahme Verbindungstrakt zwischen Hochhaus und Behandlungstrakt
1988 Regierungsratsbeschluss zur Gesamtsanierung
1989 Umbauten im Betriebsgebäude (Kesselhaus) für die Energieversorgung
1991 Umwandlung Personalhaus 1 zu einem Bürotrakt
1994
Neubau Osttrakt
1995 Fertigstellung von Osttrakt und Hauptküche
1996 Eröffnung radiologisches Diagnostikcenter mit MRI und CT
1996 Betriebsaufnahme chirurgische Tagesklinik, Eröffnung MRI-Zentrum
1997 Inbetriebnahme Bettenhausprovisorium mit 80 Betten
Umbau Polikliniktrakt
Neueinrichtung Zentralmagazin
Inbetriebnahme interdiszipline Notfallbettenstation
1998 Bettenprovisorium (Gartenpavillon) mit 80 Betten
1999 Das Spital wird digital: Spitalübergreifende Vernetzung und Speicherung elektronischer Daten wird das filmlose Spital Wirklichkeit werden lassen.
2000 Hotelkomfort im umgebauten Bettenhaus. Jedes Zimmer verfügt über eine Nasszelle und einen Medienarm über jedem Bett für TV und Telefon.
2001 Juni: Tag der offenen Tür, 125-jähriges Jubiläum
Kredit für den Ausbau des Behandlungstraktes wird durch den Kantosnrat bewilligt.
2002 Krankenpflegeschule wird in die Bildungsdirektion integriert und heisst neu Krankenpflegeschule am Kantonsspital Winterthur
Abschluss der Sanierung des Bettenhauses 1
Feier zu 50 Jahre Sozialdienst KSW
Bezug der neuen interdisziplinären Intensivpflegestation.
2003 Start des Um- und Ausbaus des Behandlungstraktes
2004 Der Regierungsrat bewilligt Fr. 14,1 Mio. für ein System zur digitalen Röntgenbild-Archivierung, Einführung bis Mitte 2005
Das Institut für Radio-Onkologie wird per 1. Juli zur Klinik erhoben.
Das Tumorzentrum wird per 1. Juli gegründet.
2006
Eröffnung des sanierten und erweiterten Behandlungstraktes
2007 Ab 1. Januar 2007 ist das KSW eine selbstständiges öffentlich-rechtliches Unternehmen (zuvor eine unselbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt).
27. September: Inbetriebnahme des Spital-Parkhauses an der Ecke Lindstrasse/Rundstrasse. Die SISKA Heuberger Holdung AG baute das 275 Parkplätze zählende Haus in Eigenregie und mit einem Baurechtsvertrag der SBB.
2015
Mit dem Spatenstich starten im Mai die  Bauarbeiten für die neue Klinik für Radio-Onkologie. Der pavillonartige Bau geht 2017 in Betrieb.
2016
Die Klinik für Geburtsklinik feiert ein rundes Jubiläum: 1906 wurde am KSW erstmals ein Kind zur Welt gebracht.
2017
Baubeginn für Hochhaus-Ersatzgebäude
2017
Inbetriebnahme Neubau für Radio-Onkologie

Am 21. Dez. 1873 wurde an einer politischen Gemeindeversammlung der Beschluss gefasst, am südwestlichen Fusse des Lindberges eine neue Anstalt zu errichten. Ein entsprechender Bauplan wurde von Architekt Kaspar Emil Studer (Lehrer am hiesigen Technikum) vorgelegt, der den 1. Preis des Wettbewerbs von 800 Franken gewonnen hatte. Von einer privaten Sammlung wurden total 250'000 Franken, von der politischen und Bürgergemeinde 341'730 Franken für den Neubau zur Verfügung gestellt.

auf Rückseite: Poststempel vom 21. August 1905

In der kurzen Zeit von 18 Monaten wurde das neue Einwohnerspital mit 90 Betten fertiggestellt und am 15. Nov. 1876 eröffnet. Dieser 15. Nov. 1876 war für Winterthur und Umgebung ein markanter Tag, als damit ein modernes, für die damalige Zeit grosszügiges Akutspital geschaffen worden war. Vom ärztlichen wie sozialen Gesichtspunkt aus war dies ein gewaltiger Fortschritt, der die bis ins Mittelalter reichenden Spitalverhältnisse grundlegend veränderte. Zu berüchsichtigen ist dabei, dass die Stadt nach heutigen Begriffen damals noch recht klein war: Die Einwohnerzahl betrug zirka 10'000 Personen. Die Kantonsbevölkerung zählte 266'000 Seelen. Am 1. Januar 1886 wurde das Einwohnerspital vom Staat übernommen.

Die heutige Spitallandschaft wurde nicht in einem Wurf geschaffen. In seinen baulichen Grundzügen war das KSW in den Jahren 1948 bis 1958 erstellt worden, 1968 kam das Hochhaus hinzu, 1972 der Polikliniktrakt, 1987 der Verbindungstrakt zwischen Betten- und Hochhaus und 1995 - als erstes Element der Gesamtsanierung - der Osttrakt. Die meisten Liegenschaften haben also ein für Spitalverhältnisse beachtliches Alter; nur sorgfältiger Unterhalt hat in der Vergangenheit einen Betrieb ohne Unterbruch erlaubt.

Nachdem es sich abzuzeichnen begann, dass verschiedene Häuser die Grenze ihrer wirtschaftlichen Nutzung erreicht hatten, beschloss 1988 der Regierungsrat eine Sanierung sämtlicher Spitalliegenschaften. Die Ziele waren eine bauliche und technische Anpassung an die veränderten betrieblichen Bedürfnisse, das Bereitstellen neuer Räume und allenfalls Raumreserven sowie das Verdichten und Zusammenführen verstreuter Klinikteile. Diese Gesamtsanierung hat Veränderungen an nicht weniger als 13 Liegenschaften zum Inhalt. Unter der Federführung des Hochbauamtes formierten sich Bauausschüsse und Arbeitsgruppen, die die Bedürfnisse des Spitals mit den finanziellen und technischen Möglichkeiten unter einen gemeinsamen Hut brachten. Die ungünstige Wirtschaftslage, die auch eine Verknappung der öffentlichen Mittel zur Folge hatte, führte zu einer massiven Verzögerung bei der Realisierung der Sanierungsarbeiten. Dieser Unterbruch hat vor allem im Bettenhaus und im Behandlungstrakt ein unverhältnismässiges Ansteigen von Unterhaltsarbeiten zur Folge, wenn Betrieb und Sicherheit gewährleistet bleiben sollen.

2006 ist man am Ziel. Die Neu- und Umbauten sind beendet und die neuen Räume können mit grossen organisatorischen Umstellungen in Betrieb genommen werden.

Die Produktivität, die bereits in den vergangenen Jahren beachtlich gesteigert werden konnte, wird nochmals erhöht werden können. Der Betriebsbeitrag, den Kanton, Stadt und Gemeinden berappen konnte bereits um 7.2 % auf 82.3 Millionen Franken gesenkt werden. Die Zahl der stationär behandelten Patientinnen und Patienten nahm 2005 um 2.5 % auf 19385 zu. Der KSW ist einer der grossen Arbeitgeber. Die Zahl der Beschäftigten war 2005 1796 Personen. Dazu kommen 237 Personen in Ausbildung.

Ersatzneubau Bettenhochhaus «didymos»

Auf den ersten Blick sieht man dem Bettenhochaus das Alter nicht an. Unlängst sind die Zimmer auf der Geburtsabteilung grosszügig und freundlich renoviert worden, neue Behandlungszimmer wurden eingerichtet. Und doch: Die laufenden Erneuerungen können nichts daran ändern, dass das markante Bettenhochhaus des KSW bald 50-jährig ist. Zwar funktioniert noch alles tadellos. Um die hohe Qualität aufrechtzuerhalten, müssten aber Haustechnik, elektrische und sanitäre Installationen von Grund auf saniert werden. Das bestehende Bettenhochhaus zu sanieren, das hat eine umfassende Analyse gezeigt, ist nicht zweckmässig. Der Aufwand wäre dafür viel zu gross und an der heute nicht mehr optimalen Gebäudestruktur würde sich nichts ändern. Das neue Gebäude —weniger hoch, dafür mit grösserem Grundriss— bietet enorme Vorteile: Die Abläufe werden erleichtert, die Qualität von Behandlung und Pflege der Patienten kann gesteigert werden. Das kommt auch den Mitarbeiten zugute, denen das KSW eine moderne Infrastruktur und attraktive Arbeitsplätze bieten kann. Zudem wird die Wirtschaftlichkeit verbessert, auch was den Unterhalt des Gebäudes betrifft; dank besserer Isolation und neuer Gebäudetechnik kann viel Energie gespart werden.

Es sind im neuen Gebäude überwiegen Einbettzimmer vorgesehen. Damit erhält das KSW gesamthaft einen zeitgemässen Zimmermix. Mit dem Neubau erfährt der Park rund um das KSW eine Aufwertung. Ursprünglich war das Kantonsspital als Klinik in einem Park erbaut worden. Um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, wurden über die Jahre verschiedene Erweiterungen vorgenommen. Dadurch wurde die Grünfläche erheblich reduziert, unter anderem durch den Bau der Poliklinik, des Verbindungstraktes und des Bettenprovisoriums. Nun wird der Ersatzbau geschickt auf dem Areal vor dem Hochhaus platziert, das heute als Parkplatz genutzt wird. Der gleichzeitige Bau einer Tiefgarage ermöglicht es, das KSW wieder in eine grosszügige Parkanlage einzubetten.

Das neue Projekt wurde 2009 mit dem Wettbewerb gestartet. Daraus ging das Projekt «didymos» der Planergemeinschaft Rapp Arcoplan und Butscher, Architekten aus Basel, als Sieger hervor. Das Projekt sieht zwei Gebäude vor: einen Bettentrakt mit zehn Etagen und einen siebengeschossigen Eingangstrakt, der den Neubau mit den bestehenden Gebäuden verbindet. Der Spitalbetrieb wird während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten. Die Bauarbeiten am KSW werden bis Ende 2019 dauern, so lange wird das Bettenhochhaus weiter genutzt. In der ersten Phase ab 2015 wird der Neubau für die Radio-Onkologie realisiert, ab 2017 erfolgt der Bau des Betten- und des Eingangstraktes. Diese Gebäude werden voraussichtlich 2019 in Betrieb genommen. (Text, leicht gekürzt, aus LIVE 15, dem Magazin des KSW)

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