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Pedergnana Pearl, Stadträtin, *1959

Pearl Pedergnana
08.10.1959

Die SP-Politikerin aus Wülflingen Pearl Pedergnana war 11 Jahre Gemeinderätin (1990-2001) und 13 Jahre Stadträtin (2001-2014). Bis 2010 stand sie dem Schul- und Sportdepartement vor. 2010 wechselte Pedergnana ins Departement Bau. Bei den Gesamterneuerungswahlen im Februar 2014 wurde sie vom SVP-Kandidaten überholt und fiel als Überzählige aus der Wahl.

Foto: winbib (Signatur FotDig_Lb_004-210)

Pearl Pedergnana wurde am 8. Oktober 1959 in Penticton, (British Columbia, Kanada) geboren. 1964 kam sie mit ihren Eltern zurück nach Winterthur. Die Familie nahm in Wülflingen in der Hardau Wohnsitz. Dort lebt sie noch heute zusammen mit ihren zwei Kindern (geboren 1996 und 1998) und einer Katze in einem kleinen Einfamilienhaus mit grossem Garten.

Nach der Volksschulzeit und dem Gymnasium in Winterthur stieg Pedergnana 1981 in die Ausbildung zur Primarlehrerin am Oberseminar Zürich ein. Diesen Beruf übte sie anschliessend rund zehn Jahre aus. Einen zweiten Teil des Berufslebens verbrachte Pedergnana im Bereich Gesundheitswesen. Sie war bei der Swica und der Internet-Firma Comparis tätig. In dieser Zeit machte sie ein Nachdiplomstudium in Sozialversicherungsmanagement (Executive Master of Social Insurance Management) an der Fachhochschule Zentralschweiz.

Von ihren Grosseltern und Eltern wurde in Pearl früh das Interesse für die Politik geweckt. Ihr Grossvater Robert Wipf war jahrelang als Redaktor der Winterthurer AZ und als Gemeindeparlamentarier tätig. Er war ein prominenter Vertreter der Winterthurer Arbeiterschaft (separater Glossareintrag). Ihr Vater arbeitete als Sportjournalist und Sportredaktor beim Landboten. 1984 trat Pedergnana der SP bei und präsidierte die SP Winterthur in den Jahren 1991 bis 1994.

In ihrer Amtszeit als Gemeinderätin war sie Vizepräsidentin der damaligen Geschäftsprüfungskommission und Präsidentin der SP-Gemeinderatsfraktion.

Foto: winbib, Marc Dahinden (Signatur FotDig_Lb_003-058)

In einer turbulenten und nervenfordernden Stadtratswahl mit Rekursen und Nachzählungen gelang ihr 2001 der Sprung in die städtische Exekutive mit einer Stimme Mehrheit gegenüber dem Konkurrenten Jürg Stahl.

In der Folge übernahm Pearl Pedergnana als ehemalige Lehrerin von ihrer Vorgängerin Aurelia Favre das Departement Schule, welches sie neun Jahre mit grossem Einsatz und erfolgreich leitete. Nach den Gesamterneuerungswahlen 2010 hatte Pedergnana Lust für eine neue Herausforderung. Sie übernahm das, nach dem Rücktritt ihres Parteikollegen Walter Bossert, freigewordene Baudepartement.

2014 wurde zu einem Schicksalsjahr. Bei den Gesamterneuerungswahlen im Februar fiel die SP-Politikerin als Achtgewählte damit als Überzählige aus dem Stadtrat. Die bürgerliche Allianz spannte zusammen.

Foto: winbib (Signatur Heinz Diener (Signatur FotDig_Lb_003-947)

So wurde es möglich mit dem SVP-Kandidaten Josef Lisibach das dritte Stadtratsmandat der SP zu sprengen. Lisibach erhielt 13‘688 Stimmen. Für Pedergnana stimmten nur 11‘883 Stimmberechtigte. Dreizehn Jahre hat Peal Pedergnana mitregiert. Ihre offene und direkte Art eckte manchmal an, was nicht nur Freunde schaffte.

In einem Interview sagte Pedergnana nach ihrer Abwahl: „Ich habe früh mit der Partei geklärt, dass ich meine Meinungen offen vertrete. Das ist eine riskante Art zu politisieren. Mir ging es aber immer um die Sache, nicht um die Wiederwahl. Ich arbeitete meistens 70 Stunden die Woche an meinen Geschäften, auch noch zu Hause. Aber wenn irgendwo ein Apéro anstand, habe ich oft verzichtet, um auch Zeit mit meinen zwei Kindern zu verbringen.“

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