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Siedlung „Im Grienen“


Der Hof «Im Grienen» ist ein idyllischer Flecken zwischen Seen und Sennhof. Das Grundstück liegt am Seemerbuck, in einem Täli, und ist umgeben von Wald. Eine Strasse die unweit von dieser Parzelle vorbeiführt, verbindet die Tösstalstrasse mit dem Weiler Mulchlingen und der Aussenwacht Iberg.

Das Gehöft „Im Grienen“ ist unweit der Stadt und absolut im Grünen gelegen. Seit 2000 lebt dort eine Gruppe von rund 20 Leuten, einige wohnen im Bauernhaus des ehemaligen Schweinezüchters Walter Jud, andere übernachten in Wohnwagen oder in einer Jurte. Es sind Leute mit den unterschiedlichsten Berufen und Ausbildungen: Velomechaniker, Landschaftsgärtner oder Studenten, aber auch Lebenskünstler. Sie kümmern sich gemeinsam, um einen grossen Gemüsegarten und um Hühner, Wollschweinen und Engadiner Schafe. Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner gehen einer Erwerbsarbeit ausserhalb der Siedlung nach. Auf den Grundstücken werden im Nebenbetrieb land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten für den Eigenbedarf ausgeübt. Während die einen mittel- bis längerfristig (einige Jahre) im Areal wohnen, leben die anderen nur kurz- bis mittelfristig vorwiegend in Bauwagen oder Zelten.

Der Verein, hat es sich zum Ziel gesetzt, Jugendlichen und Erwachsenen eine alternative Lebensform zu bieten. Der Verein Grienen, der hinter der Wohngemeinschaft steht, und dem auch das Grundstück gehört, realisiert und unterstützt Projekte, welche die Entfaltung Jugendlicher und junger Erwachsener sowie das Verständnis zwischen den Generationen fördern. Dieses soziale Engagement wird seitens Stadt Winterthur begrüsst und auch unterstützt. Die Stadt hat dem Verein Grienen 2001 für dieses soziale Engagement ein Darlehen von Fr. 100'000.-- gewährt. Der Verein Grienen stellt den Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen Lebensraum zur Verfügung und hilft ihnen, wieder zurück zur Normalität zu finden. Die jungen Leute müssen sich in ihrem Wohnumfeld weitgehend selber organisieren, was letztlich ihr Verantwortungsbewusstsein fördert. Zu diesem Zweck befinden sich die Grundstücke der Siedlung Grienen im Eigentum des Vereins, welcher die finanziellen Verhältnisse der Bewohnerinnen und Bewohner beaufsichtigt und für den Werterhalt der Liegenschaften sorgt. Als das Abenteuer Grienen begann lag das Landstück in der Landwirtschaftszone. Somit waren die neu aufgestellten Behausungen illegal. Die Stadt Winterthur ermöglichte das Bleiben damit, dass sie für die Siedlung Grienen 2008 einen Gestaltungsplan durch das Parlament beschliessen liess. Somit war wieder alles zonenkonform.

2014, vierzehn Jahre nach der Gründung, kam es allerdings zum Bruch zwischen den Bewohnern und dem Trägerverein, dem auch die seinerzeitigen Geldgeber angehörten. Grund waren unvereinbare Ansichten, wie es mit dem alternativen Wohnprojekt weitergehen sollte. Der Trägerverein löste sich auf, die Geldgeber verlangten ihre Darlehen zurück, die Zukunft der Siedlung war gefährdet. Als Retter sprang die „Genossenschaft für selbstverwaltetes Wohnen“ GESEWO ein, welche die Liegenschaft samt den dazugehörigen vier Hektaren Land kaufte. Die rund zwei Dutzend Bewohnerinnen und Bewohner sind zuversichtlich, dass damit die Zukunft ihres Projekts gesichert ist.

Text: Jean-Pierre Gubler

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