Im Jahr 1891 kaufte die Gesellschaft für Erstellung billiger Wohnhäuser (GEbW) an der Unteren Vogelsangstrasse direkt oberhalb der Bahnlinie nach Zürich 1,5 Jucharten Land. Damals war das Gebiet Vogelsang stadtauswärts in Richtung Norden noch fast unverbaut. Neben Äckern prägten weidende Kühe auf Wiesen das örtliche Bild. An der Unteren Vogelsangstrasse plante die GEbW eine Reihenhaussiedlung für Arbeiter:innen mit insgesamt 14 aneinandergebauten zweigeschossigen Reihenhäusern und zwei Dreifamilienhäusern an den beiden Ecken. Abgeschreckt von den unhaltbaren Zuständen der Arbeiterfamilien in den Mietskasernen im Ausland, strebte die GEbW beim Bau ihrer Häuser jeder Familie ein eigenes möglichst abgeschlossenes kleines Zuhause mit Garten zu bieten. Um die Baukosten möglichst tief zu halten, setzte die GEbW an der Unteren Vogelsangstrasse auf Reihenhäuser. So konnten Kosten für die Fassaden und die Wände eingespart werden. Zudem hatten die späteren Bewohner:innen mit weniger Heizkosten zu rechnen. Mit dem Einsatz von Sichtbackstein, den die GEbW ab 1887 bei all ihren Häusern verwendete, waren trotz der günstigen Bauweise Verzierungen und die Gliederung der hellen Fassaden mit roten Backstein möglich. Bei der Siedlung handelt es sich um die erste Siedlung im Vogelsangquartier. Das Quartier Vogelsang wurde erst in den 1910er Jahren um weitere Siedlungen ergänzt.