Die fleissigen Bienen, die sich als hervorragende Wabenarchitektinnen hervortun, faszinieren die Menschen schon seit Jahrtausenden. Am 26. April 1885 versammelten sich in Dinhard einige Interessierte zu einem «Bienenwärterkurs». Referent war der Zürcher Lehrer Ulrich Kramer. Er war Präsident des Zürcher Bienenzuchtvereins. Beeindruckt vom Referat entschieden die Teilnehmenden spontan, sich zu einem eigenen Bienenverein zusammenzuschliessen und sich im Bereich der Bienenzucht kontinuierlich weiterzubilden.
Am 10. Mai 1885 fand bereits die Gründungsversammlung in Welsikon statt, an der sich 43 Personen beteiligten. Zu den Gründungsmitgliedern zählte auch Ulrich Kramer. Der «Bienenzuchtverein des Zürcherischen Weinlandes» wurde gegründet. Der junge Verein schloss sich sofort den «Schweizerischen Bienenfreunden» an und ist nach Zürich und Uster die dritte Sektion im Kanton. Die 43 Mitglieder besassen damals rund 455 Bienenvölker.
Während der Hochphase der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wandten sich auch in der Region Winterthur immer mehr Menschen der Bienenzucht zu, vor allem Bauersfamilien, Lehrer und Pfarrer. Dabei gingen sie mit naturwissenschaftlicher Präzision vor und studierten die Bienen durch gezieltes Beobachten und Forschen. So entstand 1889 unter Beteiligung von Ulrich Kramer erstmals ein Lehrbuch über die Bienenzucht mit dem Titel «Der Schweizerische Bienenvater». Manchmal teilten die gelehrten Personen ihre Faszination für die Bienen auch mit ihren Ehepartnerinnen, die tatkräftig mithalfen. Bis Frauen jedoch auch im Vereinsvorstand mitwirkten, dauerte es bis 1980.