Verkehr und Infrastruktur

Brunibrücke

Holzbrücke

Die Holzbrücke zwischen Pfungen und Neftenbach, die bei Bruni über die Töss führte, wurde 1839 erbaut. Bauingenieure waren Hans Ulrich Heider und Hans Georg Deller. 1974 wurde die Brücke nahe des Winterthurer Reitplatzes versetzt. Die Ist die älteste erhaltene Holzbrücke über die Töss.


Baujahr
1893

Versetzung
1974, saniert 2009


Die Brunibrücke führt heute nahe dem Reitplatz in Nord-Süd-Richtung über die Töss. Aufnahme 2026.
Foto: winbib, Antonio Mestre (Signatur FotDig_2026-0043)

Eine Brücke zwischen Pfungen und Neftenbach

Die Brunibrücke ist die älteste erhaltene Holzbrücke über die Töss und gilt als bedeutender historischer Ingenieurbau der Region Winterthur. Ursprünglich verband sie seit 1839 die Gemeinden Pfungen und Neftenbach bei Bruni. Erbaut wurde die einjochige, stützenlose Holzbogenbrücke von Hans Ulrich Heider und Hans Georg Deller. Nach den Inventaren der Zürcher Denkmalpflege beruht die Konstruktion vermutlich auf den Plänen des Zürcher Ingenieurs Heinrich Pestalozzi (1790–1857), eine gesicherte Zuschreibung liegt nach heutigem Kenntnisstand nicht vor.

Bereits 1836 setzte sich die Zivilgemeinde Neftenbach nachdrücklich für einen Brückenbau ein, um den umständlichen Verkehr über Umwege und zollpflichtige Nachbargebiete zu vermeiden. Zusammen mit der 1846 erbauten gedeckten Holzbrücke im Linsental gehört die ehemalige Brunibrücke zu den letzten erhaltenen Vertretern dieser Bauart in der Region.

Rettung und Versetzung

Mit dem Neubau der Kantonsstrasse Winterthur–Weiach musste die Brücke 1974 einem modernen Nachfolger weichen. Auf Initiative des späteren Winterthurer Stadtpräsidenten Urs Widmer (DP) wurde sie jedoch an ihren heutigen Standort an der Töss nahe des Reitplatzes versetzt. Diese ausschliesslich aus denkmalpflegerischen und touristischen Gründen erfolgte Umsetzung zeugt in einer Zeit des starken Baubooms und zunehmenden Individualverkehrs von einem bemerkenswerten Bewusstsein für den Erhalt historischer Bausubstanz der frühen Industrialisierung.

Auch der neue Standort am Wanderweg zwischen Winterthur und Kyburg knüpft an historische Verkehrswege an. Sämtliche Verstärkungen, Sanierungen und die Versetzung selbst wurden mit grosser Rücksicht auf die originale Bausubstanz ausgeführt. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 650'000 Franken, die von der Stadt Winterthur und dem Kanton Zürich getragen wurden.

Konstruktion der Brücke

Die gedeckte Brücke überspannt das rund 30 Meter breite Flussbett der Töss in Nord-Süd-Richtung. Aufgrund der unterschiedlich hohen Uferböschungen musste das Gelände auf der Nordseite für die Brückenrampe aufgeschüttet werden, wodurch eine markante Böschung entstand. Die rund 42 Meter lange Brückenkonstruktion besteht aus einem Flussüberspannenden vierfachen Sprenghängewerk, den Brückenraum decken sechs Joche.

Von aussen ist die Konstruktion durch vertikal verschalte Holzfassaden und dem Satteldach verkleidet. Die Stirnseite zeigen hölzerne Korbbogenportale. Während die Trottoirs noch mit den vermutlich bauzeitlichen Holzdielen belegt sind, besteht die Fahrbahn heute aus Metallgitterbahnen. Zwei Fenster auf der Westseite wurden im Zuge der Sanierung von 2009 eingebaut.

Heute dient die Brücke an ihrem Standort für Fussgänger und Wanderer vom Hof Eschenberg Richtung Rossberg oder zur Kyburg. Auch für Holztransporte wird sie genutzt.


Benutzte und weiterführende Literatur

Scholz, Michael: Die Brunibrücke hat jetzt Fenster, in: Der Landbote, 10.03.2010.
Scholz, Michael: Sichtschlitze für Brunibrücke? in: Der Landbote, 05.11.2009.
Widmer, Urs: Die Tössbrücken von Winterthur: Geschichtliches, Technisches, Heimatkundliches, Winterthur 1996, S.12–13.
Kdm. ZH, Bd. VII, 1986, S. 197/198.
IVS, Inventar Historischer Verkehrswege der Schweiz, ZH 36.2.1.
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kanton Zürich, Sitzung vom 11. Juli 1973, Stadtarchiv Winterthur, Dossier II B 36 3, 1021.
Denkmalpflege ZH, Bd. 4, 1964/65, S. 81.

Bibliografie


Autor/In:
Antonio Mestre
Letzte
Bearbeitung:
21.09.2026
Nutzungshinweise
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