Das sogenannte «Büchi-Haus» wurde 1896 nach den Plänen des Winterthurer Architekten Hermann Siegrist-Allweyer errichtet. Es handelt sich um ein Mehrfamilienhaus mit rostroter Klinkerfassade, dass sich an der Ecke Neuwiesen-Salstrasse befand und damit eine prominente Stellung einnahm. Die Liegenschaft gehörte lange Zeit der bürgerlichen Familie Büchi-Ehrensperberger. Der bekannteste Bewohner war der Ingenieur Albert Büchi, der 1939 von der ETH Zürich für die bereits 1905 erfolgte Erfindung des Turboladers mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet wurde. 2012 liess die Stadt Winterthur einen Weg nach ihm benennen.
Bereits 1993 kam ein denkmalpflegerisches Gutachten zum Schluss, dass es sich bei der Liegenschaft um ein schutzwürdiges Objekt handelt, da es ein typischer Vertreter eines mittelständischen Zeilenhauses im Stil des Historismus ist. Besonders herausgehoben wurde dabei die weitgehend intakte Innenausstattung, was ein Sonderfall unter den Winterthurer Villen darstellte. 2004 wurde das Büchi-Haus im Zusammenhang mit der Überarbeitung des Inventars schützenswerter Bauten der Stadt Winterthur erneut begutachtet – allerdings nur durch einen äusserlichen Augenschein. Das Gutachten von 1993 lag den Bearbeitenden nicht vor und so schaffte es die Liegenschaft knapp nicht ins Inventar.
Als 2016 die Corti Immobilien AG ein Baugesuch für den Abbruch der historischen Liegenschaft stellte, befand sich die Liegenschaft nicht im kommunalen Inventar schutzwürdiger Bauten. Dennoch liess der damals zuständige Bauvorstehen Josef Lisibach (SVP) das Gesuch prüfen. Der Stadtrat kam zum Schluss, dass es nicht Erhaltungswürdig sei und erteilte die Abbruchgenehmigung mit der Begründung, dass es in Winterthur genügend vergleichbare Objekte gebe, deren Erhaltungswert höher zu Gewichten sei. Gleichzeitig wiege das öffentliche Interesse an einer zeitgemässen Weiterentwicklung des Quartiers schwer.