Verkehr und Infrastruktur

Buswartehäuschen Storchenbrücke

Untere Vogelsangstrasse

Die Buswartehalle Storchenbrücke entstand 1955 im Zuge des Ausbaus des Winterthurer Trolleybusnetzes. Der verglaste Betonbau mit integrierter WC-Anlage und Telefonkabine ist ein typisches Beispiel der Nachkriegsmoderne. Gemeinsam mit weiteren Buswartehallen steht das Buswartehäuschen für den wirtschaftlichen Aufschwung der Industriestadt Winterthur und wurde 2009 unter kantonalen Denkmalschutz gestellt.


Baujahr
1955


Das Buswartehäuschen Storchenbrücke um 1990. Die Buswartehallen waren ein unscheinbarer aber wichtiger Teil der öffentlichen Grundversorgung, da sie Zugang zu sanitären Anlagen und einer Telefonkabine boten. 
Foto: winbib (Signatur 052201)

Zeugnis des Wirtschaftsbooms

Winterthur führte 1938 als zweite Stadt in der Schweiz den Trolleybusbetrieb ein. Die Busse ersetzten den ursprünglichen Trambetrieb. Der damalige Stadtbaumeister Arthur Hermann Reinhart plante zwischen 1941 und 1960 mehrere Buswartehallen, die alle über ein eigenes WC verfügen. Die Buswartehallen sind auffallend hochwertig und grosszügig gestaltet. Sie sind ein Ausdruck der damaligen wirtschaftlichen Potenz der aufstrebenden Industriestadt Winterthur, die während der Boomjahre ihre Hochblüte erlebte.

Architektur

Die Buswartehallen sind im Geist der Nachkriegsmoderne gestaltet. Im Vordergrund steht die Funktionalität des Gebäudes: Die Wartehallen schützen vor Wind und Wetter, spenden Schatten, bieten Sitzmöglichkeiten und verfügen über sanitäre Anlagen. Zum Teil waren auch Telefonkabinen eingeplant.

Die Buswartehalle an der Storchenbrücke entstand im Jahr 1955. Es handelt sich um einen verglasten Betonbau mit einer integrierten Abortanlage und Telefonkabine. Ein Alleinstellungsmerkmal der Buswartehalle Storchenbrücke ist ihr abgerundetes Flachdach. Ursprünglich war kein Billetautomat eingeplant, weil die Fahrkarten im Bus gelöst werden mussten.

Adelung zum Denkmal

Aufgrund der eleganten Rundungen und des Designs stellte der Kanton die Buswartehalle Storchenbrücke im Jahr 2009 unter Denkmalschutz. Zum geschützten Ensemble gehören auch die Buswartehäuschen Breite und Rosenberg. Sie repräsentieren unterschiedliche Phasen und Strömungen der modernen Architektur. Gerade Bauten aus den 1950er-Jahren sind vergleichsweise wenige erhalten. Gemeinsam stellen sie zudem ein wichtiges Zeugnis für die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in Winterthur dar. 


Benutzte und weiterführende Literatur

Felix, Christian: Eine Buswartehalle unter Denkmalschutz, in: Winterthurer Zeitung, 19.02.2026.
Sollberger, Raphael: Buswartehäuschen Storchenbrücke, in: Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung, 2018, S. 109–113.
Schutzwürdige Bauten der Stadt Winterthur, Ergänzung um neuere Bauten und Freiräume bis 1980.

Bibliografie


Autor/In:
Nadia Pettannice
Letzte
Bearbeitung:
15.05.2026
Nutzungshinweise
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