Kunst und Kultur

ChrisPierre Labüsch

Künstlerduo

ChrisPierre Labüsch ist ein 1986 in Winterthur gegründetes Künstlerduo, bestehend aus Christoph Landolt und Peter Büschlen. Ausgebildet in der Metallverarbeitung, entwickelten sie eine eigenständige künstlerische Praxis mit Eisen als zentralem Werkstoff. Ihre Arbeiten reichen von kleinformatigen Figuren aus industriellen Restmaterialien bis zu monumentalen Kunst-am-Bau-Projekten. Das Duo ist international tätig, bleibt jedoch eng mit Winterthur verbunden.


Gründungsdatum
1986


Entstehung und Ausbildung

Christoph Landolt und Peter Büschlen sind gelernte Maschinenmechaniker. Sie lernten sich Mitte der 1980er-Jahre am Arbeitsplatz kennen und absolvierten ihre Ausbildung an der Metallarbeiterschule Winterthur (MSW). Bereits während dieser Zeit erkannten sie, dass ihre Beziehung zum Werkstoff Eisen über dessen industrielle Nutzung hinausging.

1986 schlossen sie sich zum Künstlerduo ChrisPierre Labüsch zusammen und begannen, erste plastische Arbeiten aus industriellen Reststücken zu realisieren. Der Künstlername setzt sich aus verkürzten Formen ihrer Vor- und Nachnamen zusammen.

Atelier und Arbeitsweise

Seit 1993 arbeitet das Duo in einem gemeinsamen Atelier in einer ehemaligen Werkhalle der Firma Sulzer AG in Winterthur. Ihre Werke signieren ChrisPierre Labüsch mit einem Abzeichen in Form eines Wallholzes aus Metall. Dieses Symbol steht für die Zusammenarbeit und das aufeinander abgestimmte gemeinsame Arbeiten.

Schon früh etablierten sie eine klare Arbeitsteilung: Während Peter Büschlen vorwiegend für die handwerkliche Umsetzung der gemeinsam entwickelten Konzepte verantwortlich ist, übernimmt Christoph Landolt Aufgaben im Bereich Organisation, Vermittlung und Vernetzung.

Künstlerisches Werk

Das Werk von ChrisPierre Labüsch umfasst ein breites Spektrum an Eisenplastiken. Neben kleineren, oft aus Abfall- und Restmaterialien gefertigten Figuren entstehen grossformatige Skulpturen und Kunst-am-Bau-Arbeiten mit Höhen von bis zu zehn Metern. Charakteristisch ist eine organische, aufstrebende Formensprache: Die Plastiken wirken leicht und luftig, obwohl sie aus massivem Material bestehen.

Inhaltlich steht der Mensch im Zentrum des künstlerischen Interesses. Die Figuren und Wandplastiken thematisieren Bewegung, Beziehung und Gemeinschaft. Neben figürlichen Arbeiten schuf das Duo auch abstrakte, häufig spiralförmig aufwärtsstrebende Skulpturen bestätigt aus Chromstahl. Ihre Werke sind bewusst offen angelegt und laden zu individuellen Deutungen ein.

Ausstellungen und Kunst am Bau

Bereits ab Ende der 1980er-Jahre traten ChrisPierre Labüsch mit Ausstellungen im In- und Ausland in Erscheinung, unter anderem in den USA und in Japan. 1991 zeigten sie ihre erste Einzelausstellung in Winterthur. Internationale Projekte führten sie unter anderem nach Kanada, New York und Kyoto.

Zu den bekannten Kunst-am-Bau-Arbeiten zählen unter anderem die Grossplastik Stuhl (1995) für Möbel Hubacher in Rothrist sowie Arbeiten für Unternehmen wie Sulzer Burckhardt AG in Winterthur. 2013/2014 präsentierte das Duo die Ausstellung Packende Kunst im Kongresshaus Liebestrasse in Winterthur.


Benutzte und weiterführende Literatur

gab: Labüsch-Kunstwerk eingeweiht, in: Der Landbote, 02.09.2022.
Dworschak, Helmut: Kunst in WInterthur: die Labüschs erobern die Altstadt, in: Der Lanbote, 21.11.2020.
Mebold, Adrian: Das «Stadtspielwerk» soll Kunst sein, in: Der Landbote, 19.04.2014.

Bibliografie

    Labüsch, Chris-Pierre, Künstler, + Galerie Tössfeldstrasse

    • Einträge ab 2011

      Stutz, Georg: 84XO - Die neue Winterthurer Wochenzeitung, Nr. 3 (2021). S. 7. m.Abb.
      Felix, Christian: Das eiserne Duo. In: Winterthurer Zeitung, Nr. 6 (2022). S. 11. m.Abb.

      Einträge 1991–2010

      Eröffnung: Landbote 1996/279 1Abb.
      Ausstellung Gemeindebibliothek Seuzach: Landbote 1998/300 1Abb.
      Künstlerduo Labüsch und Christian Junge: Landbote 1999/52 1Abb.
      Landbote 2000/23 Kunstausstellungen, 1Abb.
      Spots 2000/36.
      Ausstellung Gemeindehaus Neftenbach: Winterthurer Dok. 2004/32 Einladung, m.Abb.
      Bar. Änderungen: Landbote 2005/46, 48.
      Jubiläumssausstellung 20 Jahre, Einladungskarte: Winterthurer Dok. 2006/14 m.Abb. - Winterthurer Zeitung 2006/39 1Abb.
      Ausstellung Horgen: Winterthurer Dok.2010/7 Einladung, m.Abb.


Autor/In:
Lucia Angela Cavegn
Letzte
Bearbeitung:
05.09.2026
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