Kunst und Kultur

Claudia Maria Lehner

Kunstmalerin, *1957

Claudia Maria Lehner ist eine in Winterthur aufgewachsene Künstlerin, deren Werk von der Malerei ausgeht und sich zu einer medienübergreifenden Praxis entwickelt hat. Ihre Arbeiten kreisen um Fragen von Raum, Wahrnehmung und Kontrollverlust und bewegen sich im Spannungsfeld zwischen innerer und äusserer Erfahrung. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit war Lehner auch als Lehrperson und in der Winterthurer Kunstszene engagiert.


Geburtsort
Winterthur

Geboren
12.11.1957


Ausbildung und beruflicher Werdegang

Claudia Maria Lehner wuchs in Winterthur auf. Nach einer Ausbildung zur Krankenschwester besuchte sie von 1986–1990 die Schule für Gestaltung Zürich (heute Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK). Bereits ab 1987 arbeitete sie als freischaffende Künstlerin.

Von 2003 bis 2019 unterrichtete Lehner Bildnerisches Gestalten. Ergänzend absolvierte sie eine Ausbildung zur Erwachsenenbildnerin. Zwischen 2004 und 2009 war sie Mitglied des Leitungsteams des Kunstraums kunstkasten in Winterthur, der sich am Rand des Katharina-Sulzer-Platzes befand.

Künstlerisches Werk

Die Malerei bildet den Ausgangspunkt von Claudia Maria Lehners künstlerischer Arbeit und behielt über die Jahre hinweg eine zentrale Bedeutung, auch wenn sich ihre Ausdrucksmittel kontinuierlich erweiterten. Ihre Auseinandersetzung ist geprägt von Fragen nach Raum, Wahrnehmung und Darstellbarkeit. Neben Gemälden entstehen Installationen, Objekte, Filme und fotografische Arbeiten.

In ihrer künstlerischen Haltung beschreibt Lehner Kunst als fortlaufende Suche nach Formen für nicht oder noch nicht Fassbares. Situationen, in denen scheinbar Kontrolle verloren geht – sei es politisch, gesellschaftlich oder ökologisch –, bilden dabei wiederkehrende Bezugspunkte. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Erfahrungsraum und gestalterischem Raum und artikulieren sich bewusst in wechselnden Medien.

Werkentwicklung und Projekte

In ihrer frühen Phase arbeitete Claudia Maria Lehner gegenständlich und setzte sich mit dem malerischen Spiel von Licht und Schatten auseinander. Im Verlauf der Zeit wurden ihre Arbeiten zunehmend ungegenständlicher, assoziativer und traumartig. Die Werkserie Constellation untersuchte Kräfteverhältnisse und zeigte lineare Gebilde, die sich vom Umriss konkreter Objekte lösten und eine eigene Dynamik entwickelten.

2020 realisierte Lehner für die James-Joyce-Passage in Feldkirch (A) die Installation «SPACE OF[F] – DREAM ON». Die visualisierte Tonspur erstreckte sich in einer fliessenden Bewegung über vier grossformatige Bildtafeln und thematisierte Übergänge zwischen Bewusstsein und Unbewusstem, innerer und äusserer Wahrnehmung sowie zwischen Schrift und Ton.

Eine spätere Werkserie mit dem Titel «Falling Asleep» weist visionäre Züge auf. An fallende Gesteinsbrocken erinnernde Volumina verweisen auf den Verlust gewohnter Ordnung und auf Verschiebungen von Wahrnehmung und Kräfteverhältnissen, wie sie im Moment des Einschlafens erfahrbar werden.

Mitgliedschaften

Claudia Maria Lehner ist seit 2008 Mitglied der Künstlergruppe Winterthur.


Benutzte und weiterführende Literatur

Wolfensberger, Iris: Einfach, aber beseelt und inspirierend, in: Der Landbote, 13.10.2005.
Handke, Barbara: «Wie wenn es diese Bilder nie gegeben hätte», in: Tages-Anzeiger, 27.12.1996.
Handke, Barbara: Mit einem Strich Unendlichkeit schaffen, in: Tages-Anzeiger, 04.06.1996.

Bibliografie

    Lehner, Claudia Maria, 1957-, Kunstmalerin

    • Einträge 1991–2010

      Ausstellungen: Galerie ge: Landbote 1991/30 von Adrian Mebold, 1994/20 1Abb., 1997/35 1Abb. - Winterthurer Arbeiterzeitung 1991/27 von Urs Engeler.
      Galerie Blaues Schild: Landbote 1999/87 von Kathrin Gebert-Kuhn, 1Abb. - Tages-Anzeiger 1999/91 1Abb.


Autor/In:
Lucia Angela Cavegn
Letzte
Bearbeitung:
20.04.2026
Nutzungshinweise
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