Kunst und Kultur

Dominik Heim

Maler, *1974

Dominik Heim ist ein in Winterthur tätiger Maler. Nach einer Ausbildung als Hochbauzeichner studierte er Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Seit 2001 arbeitet er als freischaffender Künstler mit Atelier im Gaswerk Winterthur. Bekannt ist Heim für grossformatige, vielschichtige Gemälde sowie für raumgreifende Projekte, die er teils in Zusammenarbeit mit dem Winterthurer Künstler Ron Temperli realisierte.


Geburtsort
Winterthur

Geboren
29.7.1974


Ausbildung und Werdegang

Dominik Heim wuchs in Winterthur-Wülflingen auf. 1990–1994 absolvierte er eine Lehre als Hochbauzeichner und besuchte parallel die Gestalterische Berufsmittelschule in Zürich. Nach dem gestalterischen Vorkurs an der Schule für Gestaltung Zürich studierte er 1996–2001 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Wien, zunächst in der Meisterklasse von Sue Williams, später bei Muntean/Rosenblum. Im Jahr 2000 war er zudem Student an der École des Beaux-Arts Reims.

Seit 2001 arbeitet Dominik Heim als freischaffender Künstler und unterhält ein Atelier im Gaswerk Winterthur.

Künstlerische Arbeit und Projekte

Ein wichtiger Teil von Heims künstlerischer Tätigkeit sind kollaborative Projekte. Von 2004 bis 2008 arbeitete er eng mit dem Winterthurer Künstler Ron Temperli zusammen. Gemeinsam realisierten sie raumgreifende Arbeiten, die sich durch eine spielerische Auseinandersetzung mit Massstab, Materialität und Raum auszeichnen.

An der Dezemberausstellung 2014 im Kunstmuseum Winterthur präsentierten sie ein grossformatiges, am Boden ausgebreitetes Stadtmodell von Winterthur, das in Bricolage-Manier aus Karton und Verpackungsmaterial gefertigt war. Zwei Jahre später sorgten sie mit der Ausstellung Schwarzer Berg in der Kunsthalle Winterthur für Aufmerksamkeit. Die raumgreifende Landschaftsminiatur spielte bewusst mit Massstäblichkeit und schuf einen begehbaren Erlebnisraum.

2008 gewann Dominik Heim mit dem Projekt tags den von der Stadt Winterthur ausgeschriebenen Kunst-und-Bau-Wettbewerb für das neue Schulhaus Sennhof.

Werk und künstlerische Haltung

Die zentrale Ausdrucksform von Dominik Heim ist die grossformatige Ölmalerei. Seine Gemälde setzen sich aus einer Vielzahl von Motiven und Details zusammen und entfalten sich als komplexe, multiperspektivische Kompositionen, die den Bildraum in unterschiedliche Richtungen öffnen. Die oft ins Absurde oder Abstruse tendierende Kombination divergierender Bildelemente verleiht seinen Arbeiten einen dystopischen Charakter.

Heims Bildwelten lassen sich als Zukunftsvisionen lesen, in denen gesellschaftliche Ordnung fragil erscheint oder gänzlich aufgehoben ist. Ähnlich einem Spinnennetz werden Erzählstränge miteinander verwoben, bis ein labyrinthisches Ganzes entsteht. Während des Malprozesses fügen sich verschiedene Schauplätze (Topoi) zu einer wimmelbildartigen Weltlandschaft zusammen, die Betrachtende zu einer eigenständigen visuellen Erkundung einlädt.

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

Dominik Heim wurde mehrfach für sein künstlerisches Schaffen ausgezeichnet, darunter 2004 mit dem Maler-Dünner-Förderpreis, 2007 mit dem Förderpreis der Stadt Winterthur sowie 2011 mit dem deutschen Phönix-Kunstpreis und einem Werkbeitrag des Kantons Zürich. Seit 2004 ist er Mitglied der Künstlergruppe Winterthur.


Benutzte und weiterführende Literatur

Gmür, Martin: Hier sprudeln Ideen für Winterthurs Zukunft, in: Der Landbote, 24.10.2018.
Sda.: Phönix-Kunstpreis für Dominik Heim, in: Der Landbote, 10.06.2011.
Reich, Felix: Dominik Heim Macht Kusnt für das Schulhaus Sennhof, in: Der Landbote, 7.3.2008.
Peege, Christina: Drei vielversprechende Künstler, in: Der Landbote, 08.01.2008.


Bibliografie

    Heim, Dominik, 1974-, Kunstmaler

    • Einträge ab 2011

      Gurtner, Christian: Winterthur aus dem Abfallkübel. In: Winterthurer Jahrbuch 2019 (2018). S. 108-113. m. Abb.
      Neuweiler, Chelsea Angel: Ein fantasievolle Willkommenskomitee. In: Coucou, Nr. 140. (2025). S. 25. m.Abb.

      Einträge 1991–2010

      Stadtmodell an Dezemberausstellung 2004, zusammen mit Ron Temperli: Winterthurer Jahrbuch 2006 von Karin Salm und Charly Fülscher, m.Abb.
      Maler Dünner Förderpreis 2004: Landbote 2004/254 1Abb.
      Installation in Kunsthalle: Landbote 2006/134 von Christina Peege.
      Förderpreis 2007: Landbote 2008/5.
      Kunst am Bau Schulhaus Sennhof: Landbote 2008/56. - Winterthurer Zeitung 2008/38 1Abb. - Landbote 2008/214 von Adrian Mebold, 1Abb.


Autor/In:
Lucia Angela Cavegn
Letzte
Bearbeitung:
05.09.2026
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