Wohnhäuser

Siedlung Engelstrasse

Engelstrasse 5–11 + Strittackerstrasse 23

Die Backsteinhäuser an der Engel- und an der Strittackerstrasse sind wichtige baugeschichtliche Zeugen der Bautätigkeit rund um den Bahnhof Töss um die Jahrhundertwende.


Baujahr
1899


Adresse
Engelstrasse 5–11 + Strittackerstrasse 23
8406 Winterthur

Die Backsteinhäuser an der Engelstrasse baute der Bauunternehmer Heinrich Leemann für den gehobenen Mittelstand, 1899.
Foto: winbib (Signatur FotLb_002573)

Bauen rund um den Bahnhof Töss

Für den Güterverkehr erhielt Töss 1876 seinen ersten eigenen Bahnhof. Mit der Eröffnung der Bahnstation begann auch die Bautätigkeit rund um den Bahnhof Töss. Das Eichliackerquartier wurde erschlossen und die ersten Wohngebäude wurden gebaut.

Häuser mit Gärten für den Mittelstand

1891 bauten der Baumeister Henrich Leemann sen. (1830-1900) oder sein Sohn Heinrich Leemann jun. (1861-1921), die unter ihrem Namen ein Baugeschäft führten, das Haus an der Strittackestrasse 23. 1899 folgten vier weitere dreigeschossige Backsteinhäuser im selben Stil an der Engelstrasse. Die Mehrfamilienhäuser waren für den Mittelstand gebaut. Jedes Haus verfügt über drei Wohnungen mit je einen kleinen Garten, die dem Gemüseanbau zur Selbstversorgung diente.

Backsteinbauten für Arbeiter:innen

Für den Bau von Arbeiterhäusern wurden Backsteine Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend eingesetzt. Insbesondere in Töss wurden zahlreiche Backsteinbauten für Arbeiterwohnungen erstellt. Viele davon realisierte Baumeister Leemann, der sich auf den Bau schlüsselfertiger Wohnhäuser spezialisierte.

Für den Bau verwendete er in der Regel gelbe Klinker. Nicht so bei dem Haus an der Strittackerstrasse und den Häusern an der Engelstrasse. Alle fünf dreigeschossigen Mehrfamilienhäuser weisen einen verputzten Sockelbereich auf. Im oberen Bereich setzte Leemann roten Backstein ein und verzierte ihn mit hellen Backsteinornamenten. Durch den roten Sichtbackstein heben sich die Häuser, vom restlichen Quartier ab, in welchem der gelbe Backstein dominiert.

Von der Leemannstrasse zur Engelstrasse

Die Strasse an der die Häuser erstellt wurden, hiess um 1900 nach den Bauherren Leemannstrasse. Später wurde sie in Heinrichstrasse umbenannt und mit der Eingemeindung 1922 zur Engelstrasse.

Kommunale Inventarobjekte

Das Mehrfamilienhaus an der Strittackerstrasse 23 und die vier Häuser an der Engelstrasse stehen unter Denkmalschutz. 


Benutzte und weiterführende Literatur

Huber, Werner: Architekturführer Winterthur. Gebäude, Freiraum, Infrastruktur. Hochparterre, 2024.
Betschart, Andres; Busz, Stefan; Garcia, Miguel u.a.: Von Ackeret bis Zytmoos. Strassennamen in Winterthur. Zürich, 2019. 199 S., ill. (Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur; Bd. 357)
Garcia, Miguel; Westermann, Reto: Backsteinhäuser an der Engelstrasse. In: Winterthurer Jahrbuch, 2018.
Stadt Winterthur, Denkmalpflege: Schutzwürdige Bauten der Stadt Winterthur. Ergänzung um Wohnsiedlungen, Grün- und Freiräume. Winterthur, 2017
Denkmalpflege der Stadt Winterthur (Hrsg.): Schutzwürdige Bauten der Stadt Winterthur Nachschlagewerk für Eigentümerinnen und Eigentümer, Planende und Kulturinteressierte. Winterthur, 2006.

Bibliografie


Autor/In:
Heinz Bächinger
Letzte
Bearbeitung:
26.05.2026
Nutzungshinweise
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