Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein existierte in der Schweiz kaum eine eigenständige Feilenproduktion. Hochwertige Feilen wurden meist aus dem Ausland importiert. Mit der Industrialisierung und dem rasanten Wachstum des Maschinenbaus stieg jedoch auch der Bedarf an Präzisionswerkzeugen stark an. Feilen gehörten damals zu den wichtigsten Werkzeugen der Metallbearbeitung.
Der Winterthurer Feilenhauer Rudolf Schwarz kehrte 1867 von seiner Walz nach Winterthur zurück. Sein Handwerk hatte er in ausländischen Werkstätten erlernt. Zunächst eröffnete er eine kleine Werkstatt im Hinterhaus seines Wohnhauses am Untertor. 1871 verlegte er den Betrieb an den «unteren Sulzberg» an der St. Georgenstrasse. Zwei Jahre später erwarb Schwarz zusätzlich die benachbarte Vögelimühle und verfügte damit über die notwendige Wasserkraft für den Ausbau seines Unternehmens.