1845 erhielt der in Wülflingen aufgewachsene Abraham Geilinger die Bewilligung zur Errichtung einer Schmiede in Winterthur. Damals lebten in der Stadt rund 5300 Einwohnende. Sein Betrieb befand sich im Haus «Zum Königstor» an der Eulachstrasse in der Nähe der Altstadt. Produziert wurden Gitter, Portale, Geländer und Brückenwaagen. Arbeit gab es für den jungen Unternehmer genug, denn die Stadt liess gerade ihre alten Befestigungsanlagen schleifen, wodurch viel Baugrund für öffentliche Bauten entlang der heutigen Stadthaustrasse entstand. Auch der Anschluss an die Eisenbahn führte zu einer grossen Nachfrage nach Schlosserarbeiten. Auf Abraham Geilinger werden vermutlich die Fenster- und Türgitter des ehemaligen Waaghauses zurückgeführt, die jedoch 1970 abmontiert und in die Sammlung des Gewerbemuseums eingelagert wurden.
Mit diesem handwerklichen Kleinbetrieb war der Grundstein für das spätere Unternehmen gelegt. Auch für die Nachfolge war gesorgt: Abraham Geilinger hatte gemeinsam mit seiner Frau Euphrosina dreizehn Kinder – acht Mädchen und fünf Knaben. Sein Sohn Gottlieb Geilinger absolvierte seine Ausbildung im väterlichen Betrieb, ehe er sich 1872 auf die Walz begab, um bei anderen Meistern zu lernen. Seine Reisen führten ihn via München nach Wien, wo er bei der Tochterfirma von Escher Wyss & Co. arbeitete. 1875 kehrte er nach Winterthur zurück und übernahm den väterlichen Betrieb.
Der Generationenwechsel gestaltete sich anspruchsvoll, da Vater Geilinger ein Vollbluthandwerker war und sich mit den Bestrebungen seines Sohnes, den Betrieb zu mechanisieren, schwertat. Schliesslich setzte sich Gottlieb Geilinger jedoch durch. Eine grosse Herausforderung jener Zeit war die hohe Saisonalität des Baugewerbes und damit der Aufträge für die Schlosserei. Nicht immer war über das ganze Jahr hinweg genügend Arbeit vorhanden. Um den Absatz zu sichern, entwickelte Gottlieb Geilinger zusammen mit dem Direktor des Winterthurer Gaswerks, Jakob Isler, die vermutlich ersten schweizerischen Gasherde. Diese stellten eine Revolution für die Haushalte dar, da die Öfen nun nicht mehr mühsam eingeheizt werden mussten.
1886 kaufte Geilinger das benachbarte «Graue Haus» und erweiterte seine Werkstätte. Dennoch waren die Platzverhältnisse bald nicht mehr ausreichend. Deshalb beauftragte er die Architekten Ernst Jung und Otto Bridler, an der Ecke Technikum-/Lagerhausstrasse ein neues Geschäftshaus zu realisieren. 1891 konnte der Umzug erfolgen, und Geilinger verfügte nun erstmals über eine eigentliche Stahlbauwerkstatt, in der grössere Serien von Türen und