Über vier Jahrzehnte war der Tiefdruck (Radierung, Kupferstich etc.) Wengers Haupttätigkeitsfeld. Später wandte er sich aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen säurefreien, nicht-giftigen Druckverfahren zu, bei denen Zeichnungen über lichtempfindliche Polymerfilme und UV-Belichtung auf Kupferplatten übertragen und mit Natriumkarbonat entwickelt werden. Diese Technik ermöglicht eine ähnliche räumliche Wirkung wie traditionelle Ätzverfahren, ohne den Einsatz gefährlicher Chemie. 2002 gründete er das Swiss Center for non-toxic Intaglio Printmaking, um den fachlichen Austausch zu fördern.
In jüngerer Zeit konzentriert sich Wenger auf grossformatige Linolschnitte, die er auf handgeschöpftem japanischem Papier druckt. Diese Arbeiten entstehen in einem langsamen, meditativen Prozess: Die Vorlagen basieren oft auf eigenen Fotografien, die digital auf Linolplatten übertragen und dort unter Einsatz eigens entwickelter Werkzeuge detailreich ausgearbeitet werden. Der anschliessende Handabdruck erfolgt traditionell mit dem «Baren», einem japanischen Abreibteller, was den Linolschnitten ihre charakteristische Tiefe und Atmosphäre verleiht.