Kunst und Kultur

Hanna Lutz-Sander

Malerin und Zeichnerin, (1914–2004)

Hanna Lutz-Sander war eine in Deutschland geborene Malerin, die ab 1939 in Winterthur lebte und wirkte. Geprägt von der Künstlerkolonie Worpswede entwickelte sie eine ruhige, stilisierte Landschaftsmalerei. Ihre Werke zeichnen sich durch klare Bildaufteilungen, reduzierte Formen und eine zurückhaltende, oft winterliche Farbigkeit aus.


Sterbeort
Winterthur

Geburtsort
Bremen

Geboren
03.01.1914

Gestorben
21.1.2004


Herkunft und Ausbildung

Hanna Lutz-Sander wurde 1914 in Bremen in eine kunstnahe Familie geboren. Ihre Mutter, Agnes Sander-Plump, war Malerin, ihr Vater Tabakkaufmann. Nach der Trennung der Eltern zog die Mutter mit den Kindern in die Künstlerkolonie Worpswede bei Bremen. Hanna Lutz-Sander wuchs dort zusammen mit ihrem Bruder Jochen und ihrer Schwester Ursula auf, die ebenfalls Malerin wurde.

1936 schloss sie ihre Ausbildung an der Kunsthochschule Berlin ab. Dort besuchte sie unter anderem Kurse in Aktzeichnen, Kunsthandwerk und Marionettenbau – Bereiche, die sowohl das genaue Beobachten als auch handwerkliches Arbeiten förderten.

Übersiedlung in die Schweiz

Ende 1939, kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, übersiedelte Hanna Lutz-Sander in die Schweiz und liess sich in Winterthur nieder. Sie heiratete den Apotheker Armin Lutz und nahm die schweizerische Staatsangehörigkeit an. Ab 1941 begann sie unter der Anleitung des Winterthurer Künstlers Gustav Weiss mit der Ölmalerei.

1951 zog Hanna Lutz-Sander nach Rüdlingen. 1967 liess sie sich dort ein Gartenatelier bauen, das fortan ihr zentraler Arbeitsort war. Neben Ölgemälden entstanden hier auch Aquarelle, grafische Arbeiten und Marionetten. Ihre Arbeitsweise war ruhig und konzentriert: Die Gemälde entstanden meist im Atelier auf der Grundlage von Skizzen.

Landschaftsmalerei und Stil

Nach dem Krieg reiste Hanna Lutz-Sander regelmässig in ihre norddeutsche Heimat zurück. Die Künstlerkolonie Worpswede, Wirkungsort von Kunstschaffenden wie Paula Modersohn-Becker, Otto Modersohn und Heinrich Vogeler, blieb ein wichtiger Bezugspunkt. Deren vereinfachte, stilisierte Bildsprache übertrug sie auf ihre eigene Landschaftsmalerei.

Ihre Reisen führten sie zudem in den Süden und in die Schweizer Bergwelt. Typisch für ihre Landschaftsbilder sind einzelne, klar hervorgehobene Motive – etwa Baumgruppen, Hügel oder Bergspitzen – sowie eine flächige Gliederung des Bildraums in ruhige Zonen. Besonders häufig malte sie Winterlandschaften. Kühle Farben wie Hellblau, Weiss, Ocker und Rostrot kehren in ihrem Werk immer wieder.

Rezeption und Ausstellungen

1974 stellte Hanna Lutz-Sander ihre Werke in der renommierten Zürcher Galerie Rotapfel aus. Hanna Lutz-Sanders Werk steht für eine stille, zurückhaltende Form der Moderne. Ihre Landschaften verzichten auf dramatische Effekte und setzen stattdessen auf Ordnung, Vereinfachung und eine poetische, oft winterliche Atmosphäre. Ab1981 war sie Mitglied der Künstlergruppe Winterthur.


Benutzte und weiterführende Literatur

Ausstellungskatalog Wohlbehütet – Wertgeschätzt. Winterthur Kunst aus Winterthurer Privatbesitz, Museum Villa Flora Winterthur, 2017.
E.Sd. Kunst in Zürich. Hanna Lutz-Sander (Galerie Rotapfel), in: Neue Zürcher Zeitung, 09.11.1966.

Bibliografie

    Lutz-Sander, Hanna, 1914-2004, Kunstmalerin

    • Einträge 1991–2010

      Ausstellung. Galerie Weisses Haus: Winterthurer Arbeiterzeitung 1992/292 1Abb.
      Achzig: Landbote 1994/6 m.Abb.
      Landbote 2004/19 Todesanzeige, 58 von Katharina Henking, m.Abb. - Winterthurer Jahrbuch 2005 S. 213, 1Abb.


Autor/In:
Lucia Angela Cavegn
Letzte
Bearbeitung:
23.06.2026
Nutzungshinweise
QR-Code generieren