Kunst und Kultur

Hans Georg Kägi

Kunstmaler, Zeichenlehrer (1935–1966)

Hans Georg Kägi war ein Winterthurer Kunstmaler, der in den 1960er-Jahren mit Stillleben, Landschaften und sozialkritischen Werken auf sich aufmerksam machte. Seine vielversprechende Karriere endete 1966 durch einen tragischen Unfall.


Sterbeort
Winterthur

Geburtsort
Winterthur

Geboren
12. Juni 1935

Gestorben
06. Oktober 1966


Ein aufstrebendes Talent

Hans Georg Kägi wurde am 12. Juni 1935 in Winterthur geboren und wuchs in Veltheim auf. Nach Abschluss der Maturität studierte er von 1954 bis 1958 Kunstgeschichte, Archäologie und Theaterwissenschaft an der Universität Zürich. Gleichzeitig besuchte er die Kunstgewerbeschule und erwarb das Höhere Lehramt für das Fach Zeichnen.

Ab 1957 arbeitete er zunächst als Hilfslehrer, später als Hauptlehrer in der kantonalen Oberreal- und Lehramtschule in Winterthur, an der städtischen Mädchenschule isowie am Technikum.

Parallel dazu war Kägi als Kunstmaler tätig. Bereits 1956 stellte der damals 21-jährige Künstler seine Werke an der Kunstausstellung «Zürich-Land» aus und wurde bald eines der jüngsten Mitglieder der Künstlergruppe Winterthur. Ab 1962 arbeitete er als freischaffender Kunstmaler.

Seine Stillleben und Landschaften erregten rasch Aufmerksamkeit, und Kägi galt bald als aufstrebendes Talent der regionalen Kunstszene. 1963 erhielt er ein Reisestipendium des Kunstvereins der Stadt Winterthur sowie 1964 und 1966 einen Studien- und Werkbeitrag des Kantons Zürich. 1965 zeigte er an der Dezemberausstellung der Künstlergruppe Winterthur sein sozialkritisches Werk «Big Party», das einen makabren Karneval darstellt. Kurz vor seinem Tod wandte er sich zudem vermehrt der Porträtmalerei zu.

Tragisches Unglück

Im Oktober 1966 wollte Hans Georg Kägi in seinem Schrebergarten auf dem Wolfensberg einen kleinen unbelüfteten Raum streichen. Dabei verwendete er Bitumenlösung zum Abdichten des Bodens. Die dabei entstehenden giftigen Dämpfe führten zum Tod des erst 31-jährigen Kunstmalers.

Rezeption

2007 zeigte die Galerie Ulrich Harsch in Winterthur mehrere Bilder aus dem Nachlass von Hans Georg Kägi. Im Jahr 2017 wurde ein Aktbild von ihm in der Ausstellung «Wohlbehütet – Wertgeschätzt» in der Villa Flora gezeigt. 


Benutzte und weiterführende Literatur

P.Wd: Künstlergruppe Winterthur, in: Neue Zürcher Zeitung, 07.12.1967
O.A: Aus den Verhandlungen des Regierungsrates, in: Neue Zürcher Nachrichten, 25.01.1960.

Bibliografie


Autor/In:
Nadia Pettannice
Letzte
Bearbeitung:
16.03.2026