Das Haus zum Adler wurde im Jahr 1764 anstelle mehrere spätmittelalterlicher Häuser als Stadtvilla mit Mansardendach erbaut. Die gegen das Obertor gerichtete Fssadeumfasst drei Geschosse und sieben Fensterachsen, also sieben senkrecht übereinander angeordnete Fensterreihen. Diese Schauseite wird durch toskanische Eckpilaster eingefasst, es handelt sich dabei um flache, kaum verzierte Wanpdfeiler. Im Erdgeschoss befindet sich ein rundbogiges Eingangsprotal aus stilisierten Bossenquadern, deren Vorderseitenplastisch aus der Wand hervortreten. Den Scheitelstein am höchsten Punkt des Bogens schmückt ein Adler. Darüber liegt ein kleiner Balkon mit einer Ballustrade. Der Balkon wird von Voluten getragen, das sind spiralförmig eingerollte Schmuckelemente.
Die Villa enstand in der Epoche des Rokoko (1730 bis etwa 1780). Davon zeugen primär die Gliederung der Fassade, die geschwungenen Fensterstürze im Erdgeschoss und in der Mittelachse sowie die Portalgestaltung und die geschwungenen und verschnörkelten Schmiedearbeiten des Balkongeländers wie des Fensterkorbs im zweiten Geschoss. Östlich des Hauses verläuft eine Seitengasse der Strasse «Obertor», die hinter das Anwesen in den sogenannten Adlerhof führt. Die Rückseite des Gebäudes ist gleich gegliedert wie die Schauseite zur Gasse hin, jedoch ohne Bauornamente.