Das «Haus zum Salmen» an der Marktgasse 47 ist eine historische Liegenschaft in der Winterthurer Altstadt, deren Baugeschichte bis ins Mittelalter zurückreicht. Archäologische Untersuchungen zeigen, dass das steinerne Hinterhaus zu den ältesten Bauteilen des Häuserblocks gehört und vermutlich älter ist als die angrenzenden Gebäude «Zur Eich», «Zum Apfelbaum» und «Zur goldenen Traube». Die heutige Fassadenmauer des Vorderhauses entstand hingegen erst zu einem späteren Zeitpunkt und ist jünger als die Fassade am Vorderhaus «Zur Eich».
Eine Urkunde aus dem Jahr 1483 liefert erste Hinweise auf die Nutzung der Liegenschaft. Damals gehörte sie dem Winterthurer Baumeister Konrad Gisler, der den Zürcher Predigerherren die Hälfte der Nutzungsrechte überliess. Aus der Quelle geht hervor, dass die Gebäude neben Wohnräumen auch Wirtschaftsräume wie Stall, Kornschütte und Lagerräume umfassten. Nach Gislers Tod nutzten die Predigerherren das Haus mindestens bis 1519 als Unterkunft für reisende Ordensbrüder.
Eine detaillierte Beschreibung stammt aus einer Teilung der Liegenschaft im Jahr 1681. Sie belegt, dass das Vorderhaus mehrere Stockwerke mit Wohnräumen, Läden, Stallungen, Vorratsräumen und Kornspeicher umfasste. Das Hinterhaus verfügte über einen Keller und mehrere Kammern. Ergänzt wurden die Gebäude durch den Innenhof mit Laubengängen, ein Badstübchen sowie weitere Nebeneinrichtungen. Damit vereinte die Liegenschaft Wohn-, Handels- und Lagerungsfunktionen – eine für spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Stadthäuser typische Nutzung.
Vermutlich vor 1838 wurde die westliche Mauer des mittelalterlichen Hinterhauses abgebrochen und der ehemalige Steinbau in das benachbarte Haus «Zum Apfelbaum» integriert.