Kunst und Kultur

Heinz Müller-Tosa

Maler, Zeichner, Gestalter, *1943

Heinz Müller-Tosa ist ein in Winterthur geborener Künstler der konstruktiv-konkreten Kunst. Sein Werk ist geprägt von einer konsequenten Auseinandersetzung mit Kreisformen, Segmentierungen und Bogenlinien sowie von präzisen Farb- und Formsetzungen. Neben Malerei und Plastik realisierte er zahlreiche Kunst-am-Bau-Projekte im Grossraum Zürich.


Geburtsort
Winterthur

Geboren
02.10.1943


Leben und Ausbildung

Heinz Müller-Tosa wurde 1943 in Winterthur geboren und wuchs im Stadtteil Töss auf, der sich im selbstgewählten Namenszusatz «Tosa» widerspiegelt. Bereits 1953 entstanden erste Bilder in gegenständlicher und abstrakter Manier. In den Jahren 1960 und 1961 besuchte er die Kunstgewerbeschule in Zürich, anschliessend absolvierte er eine Lehre als Dekorateur. Ab 1966 wandte er sich unter dem Einfluss der Zürcher Konkreten der konstruktiv-konkreten Kunst zu. 1970 machte er sich als Künstler selbstständig und hielt sich im selben Jahr während drei Monaten am Istituto Svizzero di Roma auf. Ab 1979 entstanden erste Plastiken.

Künstlerisches Werk

Im Zentrum des künstlerischen Schaffens von Müller-Tosa steht die intensive Auseinandersetzung mit dem Kreis und dessen Aufteilung in Segmente und Bogenlinien. Diese geometrischen Elemente bilden das Grundvokabular seiner ungegenständlichen Kompositionen. Charakteristisch für sein Werk sind die Klarheit des Bildaufbaus, die präzise Abstimmung von Farbe und Form sowie eine sorgfältige handwerkliche Ausführung.

Seine ersten dreidimensionalen Arbeiten mit oftmals modellhaftem Charakter entstanden 1979. 

Kunst am Bau

Zwischen den 1970er- und 2000er-Jahren schuf Müller-Tosa mehr als dreissig Kunst-am-Bau-Projekte. Zu seinen Arbeiten zählen Gestaltungen an der Kantonsschule Zürich-Oerlikon (1976), am Flughafen Zürich-Kloten, Terminal B, Andachtsraum (1981), am Hauptsitz der Zürcher Kantonalbank (1991) sowie am Altersheim Dietenrain in Uster (2002).

Ein früher Meilenstein war sein erster Kunst-am-Bau-Auftrag im Jahr 1974 für die Eingangszone der Gewerblichen Berufsschule Winterthur. Der damals 31-jährige Künstler entwickelte ausgehend von den blauen, 31 cm breiten Stützträgern einen warmtonigen, rhythmisierten Farbakkord aus Gelb, Rot, Grün, Blau und Orange. Das kühle Weiss der Wand wurde dabei bewusst als Negativform und Zwischenraum einbezogen. Das Wandbild führte Müller-Tosa eigenhändig aus, unterstützt von seiner Frau.

Ausstellungen und Engagement

Heinz Müller-Tosa beteiligte sich 23-mal an der Dezemberausstellung der Künstlergruppe Winterthur. Im Jahr 2000 wurde ihm eine Einzelausstellung in der Kunsthalle Winterthur gewidmet. Von 1978 bis 2016 war er Mitglied der Künstlergruppe Winterthur.

Auszeichnungen

Heinz Müller-Tosa erhielt zahlreiche Förderungen und Auszeichnungen. 1966 und 1970 wurde ihm das Eidgenössische Kunststipendium zugesprochen. Es folgten Stipendien des Kantons Zürich in den Jahren 1970, 1973 und 1979 sowie 1970 ein Stipendium der Kiefer-Hablitzel-Stiftung. 1974 erhielt er ein Stipendium der Stadt Zürich. 1982 wurde sein Werk mit Förderbeiträgen der Steo-Stiftung Zürich und der Stiftung Pro Arte Bern gewürdigt.


Benutzte und weiterführende Literatur

r.ba.: Kreis und gebrochene Strenge, in: Neue Zürcher Zeitung, 18.06.1997.
he.: Ruhe und Spannung, Harmonie und Unruhe, in: Neue Zürcher Nachrichten, 06.4.1978.
o.A.: Ausstellung Heinz Müller-Tosa, in: Die Tat, 02.04.1976.

Bibliografie

    Müller-Tosa, Heinz, 1943-, Kunstmaler, von Winterthur

    • Einträge ab 2011

      Müller-Tosa: Im Zeichen des Kreises. Konstruktive Bilder, Zeichnungen, Plastik, Kunst und Bau. Scheidegger & Spiess, 2011. 143 S., ill.
      Strehler, Remo: Kommen und Gehen. In: Oberi Zytig, Nr. 230 (2019). S. 48. m.Abb.

      Einträge 1991–2010

      Ausstellungen. Uster: NZZ 1997/138 S.55


Autor/In:
Lucia Angela Cavegn
Letzte
Bearbeitung:
10.01.2026
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