Wohnhäuser

Färbereigebäude

J.-C.-Heer-Strasse 2 ehemals Kanalstrasse 2

Das Gewerbehaus am Rieterkanal wurde 1893 erbaut und bis 1939 als Färberei und chemische Waschanstalt genutzt. Danach diente das Sichtbacksteinhaus als Wohnhaus. 2019 sanierte das Büro von Ballmoos Architektur das denkmalgeschützte Haus und erweiterte es um einen Holzanbau. An seine ursprüngliche Nutzung erinnert heute noch die Aufschrift auf der Fassade zur Strasse hin.


Baujahr
1893

Sanierung
2019


Adresse
J.-C.-Heer-Strasse 2
8406 Winterthur

Gebäude kurz nach seiner Erstellung am Rieterkanal um 1900. Im Vordergrund das Geburtshaus des Schriftstellers J.C. Heer.
Foto: winbib (Signatur 081299)

Von der Färberei und chemischen Waschanstalt zum Wohnhaus

Das schmale, zweigeschossige Sichtbacksteinhaus mit Satteldach am Rieterkanal wurde in den 1890er-Jahren gebaut. Es befindet sich an prominenter Lage im Chrugeler Quartier im Stadtteil Töss. In den 1910er-Jahren betrieb die Witwe Marie Ritter an der Kanalstrasse 2 im Haus eine Färberei.

1920 lief der Betrieb unter dem Färbermeister Ernst Zürcher weiter. Neben einer Kleiderfärberei betrieb er 1925 auch eine chemische Waschanstalt. 1927 führte die Familie Zürcher-Ritter den Betrieb an der Kanalstrasse 2. Sie selber lebten in der Altstadt an der Oberen Kirchgasse 12. 1933 übernahm Willhelm Eymer aus Preussen das Geschäft an der J.-C.-Heer-Strasse 2. 1928 war die Kanalstrasse in J.-C.-Heer-Strasse umbenannt worden. 1934 erweiterte er das Haus um einen eingeschossigen Anbau.

Von 1935 bis 1939 führte er das Geschäft unter dem Namen «Gebrüder Eymer. Färberei und chemische Waschanstalt». Nach der Aufgabe des Geschäfts nutzte Eymer das Haus bis mindestens Ende der 1960er-Jahre als Wohnhaus. In den 1990er-Jahren wurde das Drei-Zimmer-Haus sanft renoviert und der Anbau zu Wohnzwecken umgebaut.

Umbau und Erweiterung des ehemaligen Färbereigebäudes

2013 beauftragten die Besitzer:innen des ehemaligen Färbereigebäudes die Winterthurer Architektin Anina von Ballmoos mit dem Umbau und der Erweiterung des ehemaligen Gewerbehauses. 2016 begann die Planung. Nachdem die Stadt Winterthur die Baubewilligung erteilt hatte, begann der Umbau. In enger Zusammenarbeit mit der städtischen Denkmalpflege sanierte das Büro von Ballmoos Architektur 2019 das alte Sichtbacksteinhaus und ergänzte es mit einem etwa gleich grossen, zweigeschossigen Holzbau.


Benutzte und weiterführende Literatur

Huber, Werner: Architekturführer Winterthur. Gebäude, Freiraum, Infrastruktur. Hochparterre, 2024
Denkmalpflege der Stadt Winterthur: Schutzwürdige Bauten der Stadt Winterthur. Nachschlagewerk für Eigentümerinnen und Eigentümer, Planende und Kulturinteressierte. 2006
Horisberger, Christina; von Ballmoss Architektur GmbH: Sitzplatz zum Kanal. In: Architektur + Technik, 18.5.2020
Von Ballmoos Architektur: Wohnidylle mit Industrieflair. In: Swiss-Architects, 15.8.2019
Gmür, Martin. Ein fast neues Wohnhaus am Wasser. In: Der Landbote, 19.7.2019
Adressbücher der Stadt Winterthur

Bibliografie


Autor/In:
Karin Briner
Letzte
Bearbeitung:
22.09.2026
Nutzungshinweise
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