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Konditorei und Bäckerei Jaiser

Marktgasse 3 / Marktgasse 5

Von 1833 bis 1957 befand sich an der Marktgasse 5 und später an der Marktgasse 3 eine Konditorei. Diese wurde über 4. Generationen hinweg von der Familie Jaiser betrieben. 1966 wurden die Liegenschaft Marktgasse 3, 5 und 7 abgerissen und anstelle ihrer ein Neubau für das Französische Warenhaus, Frawa, errichtet.


Geschäftsaufgabe
1956

Gründungsdatum
1933


Die Konditorei Jaiser im Haus zur Weltkugel an der Marktgasse 5 um 1870.
Foto: winbib (Signatur 022210)

Die erste Zuckerbäckerei im Haus zur Weltkugel

1833 kaufte der Zuckerbäcker Jakob Forrer das Haus zur Weltkugel an der Marktgasse 5 seinem Vater ab und richtete dort eine Konditorei ein. Nach seinem Tod 1852 erbten die beiden Töchter das Haus. 1861 kaufte Carl Jaiser aus St. Gallen, dermit der einen Tochter verheiratet war, das Haus seiner Frau Salomea Maragratha Jaiser-Forrer und deren Schwester ab.

Umzug ins Haus zum goldenen Schwan

1879 verkaufte Carl Jaiser das Haus zur Weltkugel, nachdem er 1878 das Nebenhaus zum goldenen Schwan an der Marktgasse 3 dem Kaufmann Jacob Ulrich Reinhart abgekauft hatte. Kurz darauf verlegte er die Konditorei vom Haus zur Weltkugel in den goldenen Schwan. Nebst der Konditorei betrieb er in den neuen Räumlichkeiten an der Marktgasse 3 auch ein «Erfrischungssalon». 

Aufteilung des Geschäfts

Nach seinem Tod 1893 ging die Konditorei mit «Erfrischungssalon» 1894 an seine beiden Söhne, den Konditormeister Carl Ernst Jaiser und den Bäckermeister Ernst Eugen Jaiser über. Diese teilten sich das Geschäft 1898 auf, indem sie die Verkaufsräume durch eine Längswand aufteilten. 

Zusammenführung der beiden Geschäfte

Nachdem einer der beiden Brüder, der Konditoreimeister Carl Ernst Jaiser, 1933 gestorben war, übernahm sein Sohn Carl Jaiser, der Urenkel des Gründers, Jakob Forrer, 1934 den Konditoreiteil. 1945 übernahm er von seinem Onkel zudem die Bäckerei im anderen Teil des Hauses und legte die beiden getrennten Geschäfte wieder zusammen. Mit der Zusammenlegung, dem Umbau und der Renovation beauftragte er die Architekten Sträuli und Rüeger. Diese beseitigten die trennende Wand, bauten den Verkaufsraum um und richteten ein helles modernes Café mit Spiegeln an allen Wänden, hellen Lampen und olivfarbenen Möbel ein. An den Rund- und Ecktischen fanden an die dreissig Personen Platz. Für eine ausreichende Lüftung sorgte eine vollautomatische Sulzer-Ventilation und auch eine Telefonkabine durfte in einem modernen Café natürlich auch nicht fehlen.

Abbruch der Häuser Marktgasse 3, 5, 7

1956 gab die Familie Jaiser ihr Geschäft auf und die Hatt-Haller AG kaufte die Liegenschaft zum goldenen Schwan. 1962 kaufte die Französische Warenhalle, kurz Frawa, nebst der Liegenschaft an der Marktgasse 3 auch das Haus zur Weltkugel und das Haus zum Klopfer an der Marktgasse 5 und 7. 1966 liess die Frawa, alles abreissen und ein grosses Geschäftshaus mit Arkadengang erstellen. 1977 endet die Geschichte der Frawa. Sie verkaufte das Unternehmen an den  Warenhausgiganten C&A. C&A zog daraufhin in das Gebäude ein und blieb dort bis zu ihrem Umzug 1997 an die Marktgasse 70. 1997 eröffnete an der Marktgasse 3 die Buchhandlung Orell Füssli. Nachdem dieser seine Tore 2015 schliessen musste und in ein kleineres Lokal, in die ehemalige Buchhandlung Vogel, an die Marktgasse 41 umzog, richtete sich das Kleidergeschäft H&M in der ehemaligen Französischen Warenhalle ein. 


Benutzte und weiterführende Literatur

Weitere Altstadthäuser werden abgebrochen. In: Winterthuer AZ, 3. Juni 1966.
125 Jahre Confisierie Jaiser, Neues Winterthurer Tagblatt, 24. November 1955. 
Café Jaiser. Neues Winterthurer Tagblatt, 17. September 1945. 
Landbote, 18. September 1945. 

Bibliografie


Autor/In:
Karin Briner
Letzte
Bearbeitung:
10.11.2025