Natur und Pärke

Lindbergwald

Der Lindbergwald ist nach dem Eschenbergwald der zweitgrösste Winterthurer Wald und liegt im Norden der Stadt.


Walkeweiher, Gretchen Würgler, Spaziergang, Hirzels Hund um 1900
Foto: winbib, Walter Hirzler (Signatur 035774)

Historisches

Es muss angenommen werden, dass Teile des Lindbergwaldes im Rahmen des Stadtrechtsbriefes von 1264 Winterthur zur Nutzung übertragen wurde. Verschiedene innerhalb des Lindbergwaldes gelegene Höfe (Ackern, Lindberg, Altenburg) werden erstmals 1478 bzw. 1487 als städtischer Besitz erwähnt. Ab 1492 wurden alle drei Höfe allmählich aufgeforstet. Weiter wurden 1527 das Lörlibad und 1593 der Hof Süsenberg erworben. Das ganze Areal wurde Wald und enthielt keine landwirtschaftlich genutzten Flächen mehr.

Der Wald

Die stadtnahen Teile am westlichen Rand des Lindbergwald gehören der Stadt Winterthur. Im Osten besitzen die Holzkorporation Oberwinterthur und die Korporation Reutlingen-Stadel oder einzelne Private grössere Waldgebiete. Der alte Grenzgraben zwischen dem Stadtwald und der Holzkorporation Oberwinterthur ist an vielen Stellen im Lindbergwald noch gut erkennbar. Auch der Grenzgraben zwischen Winterthur und Seuzach ist beim Fussweg an der Weiherstrasse noch erhalten.

Der Lindbergwald besteht ursprünglich aus Waldmeister-Buchenwäldern, sie sind generell die häufigsten Waldgesellschaften des Schweizer Mittellandes. An feuchteren Stellen im Lindbergwald findet man den selteneren Ahorn-Eschenwald. Durch Aufforstungen im 20. Jahrhundert wurde wie in anderen Wäldern auch die Fichte gefördert und wurde zur dominierenden Baumart im Lindbergwald. In den neuesten Verjüngungsflächen werden wieder vermehrt Laubbäume gepflanzt.

Neben einheimischen Laubbäumen und aufgeforsteten Fichten sind im Lindbergwald auch exotische Baumarten zu finden. Rund 100-jährige nordamerikanische Roteichen und Douglasien direkt hinter dem Bäumli bilden den grössten erhaltenen Bestand fremdländischer Baumarten im Stadtwald. Auch die Mammutbaumallee an den Walcheweihern ist stadtbekannt und häufiges Fotosujet. Diese Exoten gehen auf die Amtszeit von Stadtforstmeister Max Siber (1894-1899) und seinen Nachfolger Friedrich Arnold (1899-1928) zurück. Siber und Arnold liessen im Stadtwald zwischen 1896 und 1902 rund 87'600 Stück fremdländische Baumarten pflanzen.

Viele der damals neu eingebrachten Arten waren jedoch für die Standorte ungeeignet und verschwanden schon früh, andere wurden durch Krankheiten und Schädlinge dezimiert. Einzig Douglasien und Roteichen konnten sich behaupten und haben heute eine gewisse forstwirtschaftliche Bedeutung. Beide Arten werden auch heute noch in bescheidenem Ausmass aus wirtschaftlichen Gründen angebaut, ebenso Mammutbäume, diese jedoch nach ästhetischen Gesichtspunkten.

Naherholungsgebiet Walcheweiher

Am südwestlichen Eingang des Lindbergwalds liegen die drei Walcheweiher. Sie sind zu Fuss oder per Bus gut aus der Stadt zu erreichen und gehören deshalb zu den wichtigsten Naherholungsgebieten in Winterthur. Die Walcheweiher werden durch den Rosentalbach gespiesen, der bis ins 19. Jahrhundert eine Walke (Maschine zur Verdichtung und Veredelung von Stoffen) im Rosental antrieb, daher auch der Name der Weiher. Später dienten die Weiher jeweils im Winter der Brauerei Haldengut als Eislieferanten. In den Jahren nach 2000 wurden die Weiher in mehreren Schritten saniert und aufgewertet. Die Uferzonen sind nun flacher und können Hochwasser besser zurückhalten. Die Spazierwege rund um die Weiher wurden neu angelegt und in den Erlebnisweg des Lions Club integriert. Ebenso wurden an den unteren zwei Weihern Badestege angelegt. Das Schwimmen und Baden in den Walcheweihern ist auf eigene Verantwortung erlaubt.


Benutzte und weiterführende Literatur:

Wiesner, Michael: Waldzeit. Wälder in Winterthur, Elsau 2014, S. 162–176.
Städtische Medienmitteilung, 22.02.2008.

Bibliografie

    Lindberg

    • Einträge 1991–2010

      Wald: Landbote 1994/67.
      Archäologie: Landbote 1994/90.
      Amphibien-Weiher in Lothar-Lichtungen: Tages-Anzeiger 2003/168 1Abb. [Winterthurer Dok. 2003/78]. - Winterthurer Zeitung 2003/30 1Abb. - Stadtblatt 2003/30.
      Kraftort: Hutzl-Ronge, Barbara:Magisches Zürich : Wanderungen zu Orten der Kraft, Stadt undKanton. - Baden und München : ATVerlag, cop. 2006. - 360 S. : Ill. S. 177 ff.
      Holzkorporation Oberwnterthur. Wald-Pädagogik. Schulzimmer und Lehrpfad: Landbote 2006/251 1Abb.
      Dickste Eiche. Gefällt: Landbote 2006/301 1Abb.
      Neophyten. Beiseitigung, Sommerferienjob: Landbote 2008/182 m.Abb.
      Aussichtsturm der Holzkorporation Oberwinterthur? Landbote 2008/253 m.Abb. - Oberi Zytig 2009/180

    Fitnessparcours Lindberg

    • Einträge 1991–2010

      Puls 1992/32.
      Sanierung, nach Sturm Lothar: Landbote 2000/220, 243


Autor/In:
Heinz Bächinger
Unredigierte Version
Letzte
Bearbeitung:
23.12.2022
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