Die Neuapostolische Kirche (NAK) ist eine christliche Religionsgemeinschaft, die Ende des 19. Jahrhunderts in Hamburg begründet wurde. Ihre Wurzeln reichen zurück in die katholisch-apostolische Bewegung, die um 1830 im vom anglikanischen und presbyterianischen Glauben geprägten England entstand. In einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche – nach der Französischen Revolution und im Zuge der Industrialisierung – sehnten sich viele Menschen nach einer Rückkehr zu den Ordnungen der Urkirche. Sie verstanden sich als von Gott berufen, das Apostel-, Propheten- und Evangelistenamt wiederherzustellen. Zu diesem Zweck wurden zwölf neue Apostel einberufen.
Nicht geklärt war jedoch die Frage, was nach dem Tod der zwölf Apostel geschehen sollte. Die Kirchenleitung stellte sich auf den Standpunkt, dass sie nicht dazu berechtigt sei, einen Nachfolger zu bestimmen. Gegen diese Haltung regte sich aber insbesondere in den deutschen Gemeinden Widerstand. 1863 kam es deswegen zum Schisma: Einige Mitglieder in Hamburg setzten gegen den Willen der Kirchenleitung einen neuen Apostel ein und es kam zur Abspaltung in die Neuapostolische Kirche als eigenständige Glaubensgemeinschaft. Sie zählt weltweit über neun Millionen Mitglieder, die meisten davon leben in afrikanischen Staaten. Zu den zentralen Überzeugungen gehören die Erwartung der baldigen Wiederkunft Christi sowie die besondere Bedeutung des Apostelamtes. Im Gegensatz zur Landeskirche verfügt die Neuapostolische Kirchgemeinde ausschliesslich über Laienprediger. Die Finanzierung erfolgt über Spenden.