Die Gemeinde Hegi verfügte im Mittelalter über drei Wassermühlen, die von der Eulach gespiesen wurden. Die Dorfmühle, die Obere Mühle und die Reismühle.
Die Anfänge der Reismühle reichen vermutlich bis ins 14. Jahrhundert zurück. Die Mühle wurde etwas abseits vom Dorf auf dem freien Gelände errichtet. Der erste sichere schriftliche Beleg stammt aus dem Jahr 1429. Die Mühlen gehörten im Mittelalter zu den sogenannten ehehaften Betrieben. Dabei handelt es sich um Gewerbebetriebe, die zur Grundausstattung einer Grundherrschaft gehörten und über Sonderrechte verfügten. Dazu zählten Mühlen, Bäckereien, Schmieden und Gasthäuser. Das Müllerhandwerk war im Mittelalter deshalb eines der angesehensten und lukrativsten Berufe unter der Landbevölkerung.
Um eine Mühle betreiben zu können braucht es fliessendes Wasser. In Hegi wurde es von der Eulach über ein Wuhr abgezweigt und über einen künstlichen Kanal zu den Mühlen geleitet. Um die Wasserkraft nutzen zu können musste vor der Mühle zudem ein künstlicher Wasserfall angelegt werden. Davon leitet sich auch die Bezeichnung «Reis» ab, was «fallen» oder «steigen» bedeutet. Über ein Wasserrad konnte die Wasserkraft in die Mühle geleitet und dort die beiden kreuzweise gerillten Mühlsteine angetrieben werden. Auf diese Weise wurde das Korn zu Mehl gemahlen. Je nach Getreideart waren mehrere Mahlgänge notwendig.