Kunst und Kultur

Reto Parolari

Dirigent, Komponist und Verleger, 1952–2019

Reto Parolari war eine bekannte und vielseitige Persönlichkeit. In seinem Winterthurer Elternhaus hatte die Musik bereits einen hohen Stellenwert. Parolaris Vater war Mitglied des Stadtorchesters und spielte dort die Oboe. Nach dem Musikstudium (Hauptfach Schlagzeug) wandte sich Reto Parolari der gehobenen Unterhaltungsmusik zu. Mit dem eigenen Orchester hatte er in seiner Vaterstadt viele Freunde und Verehrer gewonnen.


Geburtsort
Winterthur

Geboren
09.03.1952

Gestorben
15.12.2019


Reto Parolari wurdeam 9. März 1952 als Sohn des Oboisten Egon Parolari in Winterthur geboren, wo er auch die Schulen besuchte. Nach Schulabschluss und zwei Jahren an der Kunstgewerbeschule in Zürich studierte er an der Musikhochschule Winterthur, Theorie bei Wieland, Rüegge, Druey und Gohl, Hauptfach Schlagzeug (Hänggeli) und Klavier (Lerf). Nach seinem Abschluss mit Orchesterdiplom studierte er Arrangieren, Orchestrieren und Dirigieren bei Ernst Hildebrand (Hannover), Heinz Buchold (Stuttgart) und Prof. Max Schönherr (Wien). Zu seinen Mentoren gehörten aber auch die Dirigenten Kurt Brass (St. Gallen) und Prof. Emmerich Smola , SWF-Orchester Kaiserslautern. 1973 gründete Reto Parolari sein eigenes sinfonisch besetztes Orchester mit rund 40 Musikerinnen und Musikern, welches sich ausschliesslich der Pflege sinfonischer Unterhaltungsmusik, Operette und Musical verschrieben hat.

Als Dirigent für dieses Genre war Reto Parolari auch fünf Jahre am Theater St. Gallen tätig. Daneben dirigierte er ab 1982 regelmässig an Deutschen Rundfunkanstalten. Seine Aufnahmen werden oft in vielen Radioprogrammen eingesetzt. Sie sind natürlich auch auf Tonträgern vorhanden. Diese CD-Produktionen (es sind mittlerweile über 35) machte er in erster Linie mit seinem eigenen Orchester, aber auch u.a. mit dem Radio Orchester Pilsen oder dem „German Sinfonic Pops Orchestra“ in Leipzig. Parolari dirigierte die Orchester beim Circus Knie (1982 bis 1987), beim Circus Krone in München sowie dem Theater Carré in Amsterdam (14 Jahre). Seit 1996 ist er Chefdirigent des Internationalen Circus-Festivals in Monaco. Chefdirigent ist er zudem beim Zivilschutzorchester der Stadt Winterthur (einem Dienstorchester ähnlich der Armee).Für alle diese und viele weitere Orchester und Auftraggeber hat Reto Parolari aber auch mehrere hundert Kompositionen und Arrangements geschrieben, die teilweise in seinem eigenen Verlag „Edition Swiss Music“ erschienen sind.

Reto Parolari beendet seine Karriere als Circuskapellmeister

Mit dem 2018 in Monaco zu Ende gegangenen «42. Internationalen Circus-Festival in Monaco» beendet Reto Parolari seine Tätigkeit als Dirigent für internationale Circusse und Festivals. Weiterhin aktiv bleibt Reto Parolari als Dirigent internationaler Sinfonie-Orchester sowie als Komponist, Arrangeur und Berater für die Showbranche. Zudem wird er eine Masterclass für Show-, Variete und Circusdirigenten einrichten umso auch junge Dirigenten zu ermuntern, sich in diesem Fach weiterzubilden. Studienorte werden die Schweiz und Moskau sein. Weiterhin bestehen bleibt auch das Orchester Reto Parolari, welches am 1.Juli 2018 mit einem Festkonzert sein 45jähriges Bestehen feiern wird. Reto Parolari bleibt zudem der musikalische Verantwortliche und Supervisor des Internationalen Circusfestivales in Monte-Carlo. (März 2018, Pressedient ORP) Von 1991 bis 2013 war Reto Parolari auch Direktor des einzigen grossen Festivals in Europa für gehobene Unterhaltungsmusik. Dieses Festival fand jährlich im Oktober in Winterthur statt. Das letzte Festival der U-Musik fand im Oktober 2017 statt. Parolari wirkt auch als Juror, gibt Symposien und Workshops. Für die GEMA-Stiftung hat er zudem das Werkverzeichnis von Ernst Fischer (1900 bis 1975) verfasst. Seine zuletzt erschienene Publikation heisst „Circusmusik in Theorie und Praxis“ (Edition Hochmuth, Wien, 2005) und ist das erste Fachbuch, welches sich mit diesem Thema befasst.

Reto Parolari erhielt 1996 den Preis des französischen Staates sowie einen Preis der Stadt Massy (Frankreich) Am Int. Circusfestival wurde sein Orchester mehrfach ausgezeichnet. Parolari ist zudem Träger des Ehrenzeichens der monegassischen Gardemusik. 2004 wurde er für sein langjähriges Wirken als Interpret, Urheber und Verleger mit dem Anerkennungspreis der SUISA-Stiftung für Musik ausgezeichnet. Reto Parolari war zwölf Jahre Präsident der Verteilungskommission der SUISA. Im Juni 2007 wurde er in den Vorstand der SUISA gewählt. Seit Oktober 2011 präsidiert er dort die Kommission "Organisation und Kommunikation". 2015 erheilt Parolari den Kulturreis der Carl-Heinrich Ernst Stiftung. Am 3. Dezember 2019 wurde Reto Parolari von seiner Heimatstadt Winterthur geehrt. Er erhielt den Kulturpreis der Stadt. Er folgte damit seinem Vater Egon, der als Solo-Oboist im Stadtorchester Winterthur diese Ehrung dreissig Jahre früher ebenfalls entgegen nehmen konnte. Kaum ist diese Ehrung erfolgt, ist der 67-jährige Reto Parolari, der unermüdliche Dirigent, Komponist und Notensammler Reto Parolari am Sonntag 15. Dezember 2019 in seiner Ferienwohnung in Brissago an Herzversagen gestorben.

Bibliografie

    Parolari, Reto, 1952-2019, Musiker, Orchesterleiter siehe auch Unterhaltungsmusik-Festival

    • Einträge ab 2011

      Meile, Gabriela: Hüter des guten Tons. In: Schweizer Familie, Nr. 26 (2018). S. 22-24. m. Abb.
      Kirchheim, Eva: Nachrufe. Reto Parolari. In: Winterthurer Jahrbuch 2021. S. 189-190. m.Abb.
      Kroeni, Jan Sung-Kyu; Kadler, Katharina S.: "Hurtig, hurtig!" Reto Parolari. Sein Leben, seine Musik. Eyedo Media, 2021. 1 DVD

      Einträge 1991–2010

      In: Landbote Freizeit 1991, 12.10., m.Abb. [Winterthurer Dok. 1991/35].
      Orchester. 20 Jahre: Weinländer Zeitung 1993/140. - Landbote Freizeit 1993, 20.11. [Winterthurer Dok. 1993/11.
      Brückenbauer 1996/41 [Winterthurer Dok 1996/33] 1Abb.
      Spots ( Landbote ) 1997/22.
      25 Jahre Orchester: Winterthurer Arbeiterzeitung 1998/39 1Abb. - Landbote 1998/138, 222 1Abb., 232, 236 1Abb., 238 Jubiläumskonzert. - Tages-Anzeiger 1998/233 1Abb. [Winterthurer Dok. 1998/27].- Spots 1998/42 Interview Andreas Aeppli. - Weinländer Zeitung 1998/118.
      Landbote 1999/177 von Stefan Busz.
      Anerkennungsgabe Festival von Monte Carlo: Landbote 2000/27.
      Geschichte: Winterthurer Jahrbuch 2004 von Alexandre-Michel Hoster, m.Abb.
      Mit Zirkusmusik-Laien: Tages-Anzeiger 2008/164 1Abb.
      Lieblingsstücke: Landbote 2009/133 von Alex Hoster, 1Abb.

    Unterhaltungsmusik-Festival, von Reto Parolari

    • Einträge ab 2011

      40 Jahre Orchester Reto Parolari. Andelfinger Zeitung, Nr. 53, Jg. 156 (2013). S. 2. m.Abb.
      Winter, Agi: Der Festsaal wartet auf Sie!. In: Tössthaler, Nr. 111, Jg. 136 (2013), S. 7. m. Abb.

      Einträge 1991–2010

      Erstes, 1991: Landbote 1991/238. - Stadtanzeiger 1991/32.
      Zweites: Stadtanzeiger 1992/35. - Winterthurer Arbeiterzeitung 1992/233. - Landbote 1992/233-235.
      Drittes, findet nicht statt: Landbote 1993/113. - Stadtanzeiger 1993/20.
      Viertes: Landbote 1995/223, 256.
      Fünftes: Landbote 1996/530, 236 Interview Parolari. - Sternstunden der Unterhaltungsmusik... Programm [Winterthurer Dok.1996/21]. - NZZ 1996/234 S.54.
      Das 10.: Weinländer Zeitung 2001/115. - Landbote 2001/225.
      Landbote 2002/223.
      12., + 30 Jahre Orchester Reto Parolari: Landbote 2003/144, 220, 235, 240. - Tages-Anzeiger 2003/236 1Abb. - Winterthurer Zeitung 2003/25 finanz. Probeme.
      Auszeichnung SUISA: Landbote 2003/242.
      13.: Landbote 2004/221 1Abb.
      15.: Landbote 2006/227.
      16. Programmzeitschrift: Winterthurer Dok. 2007/36 m.Abb.
      17., 35 Jahre Orchester, Jubiläumskonzert: Landbote 2008/243 m.Abb. - Winterthurer Zeitung 2008/40

    Operetten-Festival, von Reto Parolari

    • Einträge 1991–2010

      Erstes, in der Eulachhalle: Landbote 2005/153 1Abb.


Autor/In:
Heinz Bächinger
Unredigierte Version
Letzte
Bearbeitung:
14.02.2022