Salomon Bleuler kam 1829 als Sohn des Salzfaktors Johannes Bleuler-Halder in Zürich zur Welt. Nach dem Besuch der Schulen und dem Studium der Theologie wirkte er zuerst als Seelsorger in Glattfelden. Hier setzte er sich für die Verbesserung der Verkehrslinien des Zürcher Unterlandes ein und lernte dabei die Ränke und Gewalt der grossen Eisenbahnmächte kennen. Eher zum Journalisten und Politiker als zum Geistlichen vorherbestimmt, verliess er 1859 das Pfarramt und trat auf Veranlassung von Jakob Dubs (1861-1872), den späteren Bundesrat, in die Redaktion der NZZ ein. "In der Hoffnung getäuscht, auch künftig mit Freimut reden und politische Grundsätze verfechten zu können" verliess er nach wenigen Monaten das Redaktionspult und kehrte, nach Aufenthalten in Neuenburg und Aarau, 1860 wieder in den Kanton Zürich zurück. Etwas über 30 Jahre alt übernahm er die Redaktion des Landboten und siedelte auch nach Winterthur über. Sein Credo umschrieb er wie folgt: Der "Landbote" wird sich bestreben nach Massgabe menschlicher Kraft im Kanton Zürich wieder das zu werden, was er einst war, ein Träger zürcherischen Volksgeistes, ein freier, frischer Vertreter freisinniger Grundsätze, wie sie seit Jahrzehnten auf Zürcherboden Wurzel gefasst. Im Jahre 1860 erwarb er den "Landboten", wurde Verleger, Drucker, Redaktor und Buchhändler in einer Person. Er gehörte zu den kräftigsten Führergestalten der demokratischen Bewegung, bekannte sich zu einem humanitären Sozialismus und bekleidete zahlreich öffentliche Ämter. 1865 erfolgte seine Wahl in den grossen Rat, später in den Verfassungsrat, 1869 in den Nationalrat, dem er bis 1884 angehörte.