Die Schuhfabrik Bratteler & Cie. ging aus einer bereits 1863 an der Gertrudstrasse eröffneten Schäfterfabrik hervor. Die Familie Bratteler stammte ursprünglich aus dem Liestal und liess sich dann in Winterthur nieder. 1876 trat Wilhelm Bratteler in das Geschäft ein und konzentrierte sich auf die Herstellung von. Schuhen. Dies geschah bis 1899 in Heimarbeit.
Zwischen 1897 und 1899 errichtete der Winterthurer Architekt Hermann Siegrist-Allweyer an der Ackeretstrasse 17 im Neuwiesenquartier ein dreigeschossiges Fabrikgebäude, das er 1911 erweiterte. Die Fabrik beschäftigte damals vor allem junge Mädchen zwischen 14 bis 16 Jahren und Frauen sowie gelernte Zwicker, also Schuhmacher sowie «tüchtige Knaben» als Handlanger. Im Jahr 1911 wehrten sich die Zwicker gegen die schlechten Arbeitsbedingungen und verlangten höhere Akkordlöhne sowie die Beseitigung verschiedener Missstände. Der Patron weigerte sich darauf mit den Arbeitern zu verhandeln, worauf alle Schuhmacher kündigten. Der Schweizerische Lederarbeiterverband setzte die Schuhfabrik darauf auf eine schwarze Liste und rief ihre Mitglieder dazu auf, sich dort nicht zu bewerben.
1941 wurde die Einzelfirma in eine Kommanditätsgesellschaft überführt. Als Gesellschafter traten Friedrich Wilhelm Bratteler und Ernst Hugo Bratteler auf, während Helene Dora Bratteler und Clara Margaretha Schoch geb. Bratteler zusammen eine Bareinlage von knapp 100’000 Franken tätigten.