Kunst und Kultur

Valentin Magaro

Zeichner, Maler, *1972

Valentin Magaro ist ein Schweizer Künstler, dessen Werk durch die enge Verschränkung von Zeichnung, Malerei und narrativ konstruierten Bildräumen geprägt ist. Seine oft dichten, ornamental strukturierten Kompositionen verbinden Figuration, repetitive Muster und fiktive Räume. Seit 2007 ist er Mitglied der Künstlergruppe Winterthur.


Geburtsort
Münsterlingen

Geboren
07.03.1972


Leben und Ausbildung

Valentin Magaro wurde 1972 in Münsterlingen geboren und wuchs in Uzwil auf. Nach dem Vorkurs an der Schule für Gestaltung in Romanshorn sowie in St. Gallen besuchte er von 1992 bis 1996 die Fachklasse für wissenschaftliches Zeichnen an der Schule für Gestaltung in Zürich. In der Folge arbeitete er während sechs Jahren im Nebenamt als archäologischer Zeichner. 1996 machte er sich als Künstler selbstständig.

Künstlerisches Werk

Magaros Bildwelten zeichnen sich durch komplexe, kaum entwirrbare Raumstrukturen aus, in denen sich verschiedene Erzählstränge überlagern. Repetitive Muster, figürliche Darstellungen und fiktive Räume greifen ineinander und bilden eine Art Bühne, auf der narrative Fragmente in Form von Figuren und Requisiten auftreten. Die Konstruktion dieses inhaltlichen und formalen Bildraums bildet seit Beginn seines Schaffens ein zentrales Interesse des Künstlers.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten entwickelte Magaro ein umfangreiches Motivrepertoire, das ihm als «Steinbruch» für seine eigenständig geschaffenen Welten dient. Ausgangspunkt sind spontane Skizzen auf losen Blättern, die im Atelier weiterbearbeitet, variiert und miteinander kombiniert werden. Den Gemälden gehen häufig zahlreiche Kompositionsentwürfe und Detailstudien voraus.

Ein Grossteil der experimentellen Zeichnungen und Collagen sind in Tusche, Bleistift, Farbstift und gelegentlich mit Tipp-Ex ausgeführ und besitzen einen eigenständigen Werkcharakter. Besonders in den Tuschzeichnungen zeigt sich das präzise, von Grund auf erlernte Handwerk des wissenschaftlichen Zeichners. In den Gemälden ordnet sich die Farbe der Zeichnung unter; die Expressivität wird durch gestochen scharfe Umrisslinien bewusst begrenzt. Gerade dieses Spannungsverhältnis zwischen emotional aufgeladenen Inhalten und nüchterner, kontrollierter Darstellungsweise prägt die Wirkung seines Werks.

Zum Gesamtwerk gehören zudem Papierschnitte und Objekte aus gefaltetem Papier. Nach einem Aufenthalt im Steindruckatelier von Thomi Wolfensberger in Zürich entstanden 2012 etwa absurde Modellarchitekturen aus bedrucktem Papier. Die Bizarrerie der Bildwelten wirkt dabei häufig relativierend und humorvoll, selbst in Arbeiten mit starkem dramatischem Gehalt, etwa in Magaros gezeichnetem Totentanz-Reigen mit seinen vielgestaltigen Bestiarien.

Weitere Tätigkeiten

Von 2014 bis 2021 war Valentin Magaro Mitglied des Kuratoriums der Willi-Sitte-Stiftung in Merseburg. Seit Beginn seiner künstlerischen Laufbahn dokumentiert er die Entwicklung seines Gesamtwerks mit der jährlichen Herausgabe eines signierten Künstlerbuchs in limitierter Auflage. Seit 2007 ist Valentin Magaro Mitglied der Künstlergruppe Winterthur.

Auszeichnungen

Valentin Magaro wurde mehrfach ausgezeichnet. 2007 erhielt er den Adolf-Dietrich-Förderpreis der Thurgauischen Kunstgesellschaft. Es folgten 2008 der Förderpreis der UBS Kulturstiftung und 2010 der Förderpreis der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK). 2012 sprach ihm der Kanton Thurgau einen Förderbeitrag zu.


Benutzte und weiterführende Literatur

Lucia Angela Cavegn, et. al.: Valentin Magaro. Into the Monastery, Zürich 2024.
Langhart, Dieter: Götter, Menschen und Madonnen, in: Ostschweiz am Sonntag, 02.07.2017.
Szczesniak, Paulina: Valentin Magaro, in: Tages-Anzeiger, 06.05.2009.
o.A.: Ein Schöpfer absurder Bilderwelten, 26.11.2007.
Preisser, Martin: Alltägliches auf Abwegen, 26.11.2007.
o.A.: Verstörende Prägnanz, in: Der Landbote, 22.11.2007.

Bibliografie

    Magaro, Valentino, 1972-, Künstler, Mitglied Künstlergruppe

    • Einträge ab 2011

      Cavegn, Lucia Angela: Valentin Magaro: jedes Bild ein eigener Kosmos. In: Winterthurer Jahrbuch 2018. S. 90-97. m. Abb.
      Langhart, Dieter: Die Figuren dieser Welt. In: Gallispitz, Nr. 3 (2020). S. 19. m.Abb.
      Langhart, Dieter: Was, wenn Elvis immer noch lebt? In: Gallispitz, Nr. 2 (2021). S. 26-27. m.Abb.
      Scherrer, Sam (Hrsg.): Valentin Magaro. Into the Monastery. Arbeiten 2009-2023. Zürich 2023. m.Abb.

      Einträge 1991–2010

      Adolf-Dietrich-Förderpreis: Landbote 2007/272 von Adrian Mebold, 1Abb.
      Valentin Magaro / Text: Ralf Cristofori und Oliver Kielmayer. Stuttgart : Arnoldsche, 2009. 135 S. : Ill. Erschienen zur Ausstellung in der Kunsthalle Winterthur 19.April bis 24. Mai 2009


Autor/In:
Lucia Angela Cavegn
Letzte
Bearbeitung:
16.06.2026
Nutzungshinweise
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