Das Waaghaus an der Marktgasse 25 wurde 1503 als städtisches Kauf- und Waaghaus errichtet. Der spätgotische Bau prägt mit seiner markanten Nordfassade und den vier charakteristischen Kielbogenöffnungen im Erdgeschoss seit über 500 Jahren das Erscheinungsbild der Marktgasse. Im Erdgeschoss befand sich die öffentliche Waage, auf der Handelswaren gewogen und verzollt wurden. Die darüberliegenden Säle dienten der Bürgerschaft als Versammlungs- und Veranstaltungsräume. Bereits früh fanden dort auch öffentliche Anlässe und Theateraufführungen statt.
Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich die Nutzung des Gebäudes mehrfach. Während des Umbaus des Rathauses in den 1780er-Jahren war vorübergehend die Stadtbibliothek im Waaghaus untergebracht. Mit der Verlagerung des Warenverkehrs auf die Eisenbahn verlor die städtische Waage im 19. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung. Ab 1844 diente das Waaghaus als Postgebäude.
In den Jahren 1863–1864 wurde das Gebäude nach Plänen des Stadtbaumeister Wilhelm Bareiss umgebaut und an neue Nutzungsbedürfnisse angepasst. Der spätgotische Charakter des Bauwerkes blieb jedoch weitgehend erhalten.