Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Eschenbergerwald zu einem beliebten Naherholungsgebiet der Winterthurer Bevölkerung. Das historische Bruderhaus mit seiner Gastwirtschaft war bereits ein bekanntes Ziel für Spaziergänge und Sonntagsausflüge, als 1890 die Idee für einen Wildpark entstand.
Auf Initiative des Metzgers E. Vogt und des Oberförsters Theodor Felber wurde der Wildparkverein Bruderhaus gegründet. Das Vorhaben fand in der Bevölkerung rasch Unterstützung. Bereits 1891 zählte der Verein 330 Mitglieder. Eine Spendensammlung ermöglichte den Bau der ersten Gehege. Am 21. Juli 1891 wurde der Wildpark feierlich eröffnet.
Zu seinem ersten Tierbestand gehörten zehn Edelhirsche, drei Damhirsche, vier Rehe sowie Hasen und Murmeltiere. Der Aufbau des Parks verlief allerdings nicht ohne Schwierigkeiten. Bereits ein Jahr später musste Vereinspräsident Hans Ernst-Ziegler an der Generalversammlung berichten, dass sämtliche Rehe und ein Damhirsch ausgebrochen waren. Auch die Hasen und Murmeltiere waren verschwunden. 1898 stiessen zwei Sikahirsche hinzu. Ein weiterer Versuch, um 1900 eine Murmeltierkolonie in einem zwingerartigen Gehege anzusiedeln, scheiterte jedoch.
Den Wildpark und die Gastwirtschaft führten anfänglich Förster Jucker und seine Ehefrau. Während er für den Wald und den Betrieb zuständig war, kümmerte sie sich hauptsächlich um die Tiere.