Kunst und Kultur

Yusuf Yeşilöz

Autor, Übersetzer und Filmemacher, *1964

Der 1964 in einem kurdischen Dorf in Mittelanatolien, in der Türkei, geborene Autor, Übersetzer und Filmemacher Yusuf Yeşilöz kam 1987 als politischer Flüchtling in die Schweiz. 1995 erhielt er die Schweizer Staatsbürgerschaft. Seine kurdische Herkunft prägt sein literarisches und filmisches Schaffen massgeblich. In seinen Werken thematisiert Yeşilöz unter anderem das Leben der kurdischen Bevölkerung in der Türkei und im Zufluchtsland.


Literarisches Schaffen

Der Autor Yusuf Yeşilöz veröffentlichte seinen ersten Roman «Reise in die Abenddämmerung» 1998 auf Deutsch, nachdem er von 1992 bis 1995 in St. Gallen seine eigene Buchhandlung geführt hatte. In seinem Verlag «Ararat» gab er von 1994 bis 1999 deutsche Übersetzungen kurdischer Literatur heraus. 1996 wurde Yusuf Yeşilöz im Urlaub in der Türkei am Flughafen verhaftet. Ihm wurde aufgrund des Veröffentlichens einer Schrift zu kurdischer Literatur das Verbreiten von «separatistischer Propaganda» vorgeworfen. Nach dreiwöchiger Inhaftierung wurde er wieder freigelassen. Besonders die Gruppe Olten hatte sich in Protesten bei der türkischen Botschaft in Bern für die Freilassung von Yusuf Yeşilöz engagiert.

Yeşilöz war ausserdem als Kolumnist tätig. Von 2001 bis 2003 veröffentlichte er Kolumnen in der Kulturbeilage des Tages-Anzeigers, dem «Züritipp», und von 2010 bis 2013 bei der Wochenzeitung WOZ. Neben dem Leben der kurdischen Bevölkerung beschäftigt er sich mit Integration, kultureller Identität und dem Leben zwischen den Kulturen.

Für sein Schaffen erhielt Yusuf Yeşilöz viele Preise. Im Dezember 2002 empfing er für den Roman «Der Gast aus dem Ofenrohr» von der Stadt Zürich die Ehrengabe. 2006 folgte der Dokumentarfilmpreis am ‘International Film Festival’ in Innsbruck für den Kurzfilm «True Love – Zwischen den Welten». Ein Jahr später ehrte die Kulturstiftung Winterthur sein Gesamtwerk. Für das Buch «Kebab zum Bankgeheimnis» erhielt Yeşilöz 2013 den Anerkennungspreis des Kantons Zürich und 2024 die Literarische Auszeichnung der Stadt Zürich für den Roman «Der Libellenspiegel». Ein Jahr später verlieh ihm die Winterthurer Carl Heinrich Ernst-Stiftung für sein Gesamtwerk den Kunstpreis.

Yusuf Yeşilöz ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er wohnt mit seiner Familie in Winterthur.


Benutzte und weiterführende Literatur

https://literaturblatt.ch/tag/yusuf-yesiloez/
https://www.srf.ch/kultur/ansichten/autorenportraet-yusuf-yesiloez
Thurgauer Zeitung, Band 203, Nummer 73, 28. März 2001, S. 13
Prix Littéeraire Lipp Zürich (2001)
Thurgauer Zeitung, Band 202, Nummer 136, 14. Juni 2000, S. 5
Berner Tagwacht, Band 104, Nummer 156, 6. Juli 1996, S. 4
St. Galler Tagblatt, 14.11.2013, «Auf Kurdisch heisse ich Usif», von Christina Genova
St. Galler Tagblatt, 10.09.2005, «Adieu, mini Härrä!», von Tobias Granwehr
Neue Zürcher Zeitung, 26.06.1996

Bibliografie

    Yesilöz, Yusuf, 1964-, Schriftsteller

    • Einträge ab 2011

      Yesilöz, Yusuf: Von Anatolien nach Winterthur. In: Winterthurer Jahrbuch 2015. S. 20-21. m. Abb.

      Einträge 1991–2010

      Stadtblatt 1998/26 Interview, 1Abb.
      Schw. Buchhandel 1998/10 1Abb.
      Tages-Anzeiger 2000/71.
      Prix Littéraire Lipp: Landbote 2001/73. - Tages-Anzeiger 2001/73 1Abb. - NZZ 2001/73 S. 44 In: Winterthurer Jahrbuch 2002 von Wolfgang Vogel, 1Abb.
      Interview: Stadtblatt 2002/8 1Abb.
      Lesung: Landbote 2002/51.
      Autor zwischen zwei Welten: NZZ 2002/131 S. 33 von Bettina Looser, 1Abb.-- Interview "Der Geist aus dem Ofenrohr": Spots 2002/10 1Abb.
      Schreiben zwischen zwei Welten: Stadtblatt 2004/11 Interview, 1Abb.
      Coop-Zeitung 2004/13 Interview, 1Abb. [Winterthurer Dok.2004/11].
      Dokumentarfilm "Zwischen den Welten": Tages-Anzeiger 2006/13 von Elisabetta Antonelli, 1Abb. - Landbote 2006/16 von Stefan Busz, 1Abb. [Winterthurer Dok.2006/8], 59 1Abb. - Stadtinfo 2006/April m.Abb.
      Lied aus der Ferne", Krimi: NZZ 2007/123 S. 57 von Sonja Lüthi Ihle.
      Preis Kulturstiftung 2007: Landbote 2007/268 1Abb.
      Der Mann zwischen den Welten: Winterthurer Jahrbuch 2007 von Urs Heck, m.Abb.
      Interview, in: Diskurs in der Weite : kosmopolitische Räume in denLiteraturen der Schweiz / Martina Kamm, Bettina Spoerri ...u. a. Zürich : Seismo Verlag, 2010. 203 S. : Ill.


Autor/In:
Michelle Bradler
Letzte
Bearbeitung:
11.05.2026
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