Der Autor Yusuf Yeşilöz veröffentlichte seinen ersten Roman «Reise in die Abenddämmerung» 1998 auf Deutsch, nachdem er von 1992 bis 1995 in St. Gallen seine eigene Buchhandlung geführt hatte. In seinem Verlag «Ararat» gab er von 1994 bis 1999 deutsche Übersetzungen kurdischer Literatur heraus. 1996 wurde Yusuf Yeşilöz im Urlaub in der Türkei am Flughafen verhaftet. Ihm wurde aufgrund des Veröffentlichens einer Schrift zu kurdischer Literatur das Verbreiten von «separatistischer Propaganda» vorgeworfen. Nach dreiwöchiger Inhaftierung wurde er wieder freigelassen. Besonders die Gruppe Olten hatte sich in Protesten bei der türkischen Botschaft in Bern für die Freilassung von Yusuf Yeşilöz engagiert.
Yeşilöz war ausserdem als Kolumnist tätig. Von 2001 bis 2003 veröffentlichte er Kolumnen in der Kulturbeilage des Tages-Anzeigers, dem «Züritipp», und von 2010 bis 2013 bei der Wochenzeitung WOZ. Neben dem Leben der kurdischen Bevölkerung beschäftigt er sich mit Integration, kultureller Identität und dem Leben zwischen den Kulturen.
Für sein Schaffen erhielt Yusuf Yeşilöz viele Preise. Im Dezember 2002 empfing er für den Roman «Der Gast aus dem Ofenrohr» von der Stadt Zürich die Ehrengabe. 2006 folgte der Dokumentarfilmpreis am ‘International Film Festival’ in Innsbruck für den Kurzfilm «True Love – Zwischen den Welten». Ein Jahr später ehrte die Kulturstiftung Winterthur sein Gesamtwerk. Für das Buch «Kebab zum Bankgeheimnis» erhielt Yeşilöz 2013 den Anerkennungspreis des Kantons Zürich und 2024 die Literarische Auszeichnung der Stadt Zürich für den Roman «Der Libellenspiegel». Ein Jahr später verlieh ihm die Winterthurer Carl Heinrich Ernst-Stiftung für sein Gesamtwerk den Kunstpreis.
Yusuf Yeşilöz ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er wohnt mit seiner Familie in Winterthur.