Die Schützengesellschaft Winterthur spielte in den 1870er-Jahren eine wichtige Rolle bei der Neuausrichtung des Schützenwesens im Kanton Zürich. Sie setzte sich dafür ein, dass das Schiessen nicht nur sportlichen Zwecken diente, sondern auch zur militärischen Ausbildung breiter Bevölkerungskreise beitrug. Damit sollte die Wehrhaftigkeit gestärkt werden. Die Schützengesellschaft Winterthur veranstaltete deshalb militärische Freischiessen und setzte sich für eine engere Zusammenarbeit der verschiedenen Schützenorganisationen ein.
1902 gelang s auf Initiative der Schützengesellschaft Winterthur der Zusammenschluss des kantonalen Standschützen-, Feldschützen- und Infanterieschützenverbands. Die Schützengesellschaft Winterthur erhielt deshalb die Ehre, das erste Kantonalschützenfest des vereinigten Verbands auszurichten. Die Wahl des Festorts war kein Zufall: Bereits 1895 hatte Winterthur das Eidgenössische Schützenfest durchgeführt und dabei seine Erfahrung als Gastgeberin eines nationalen Grossanlasses unter Beweis gestellt.
Die Organisatoren wollten möglichst allen Männern die Teilnahme am Schiessen ermöglichen. Nicht nur die besten Schützen sollten Preise erhalten Auch Anfänger und weniger geübte Schützen sollten eine Chance bekommen. Deshalb begrenzte das OK die höchsten Einzelpreise bewusst und verteilten die Gewinne breiter. Insgesamt sah der Schiessplan einen Gabentopf von 200’000 Franken vor, was für die damalige Zeit eine gewaltige Summe war.