Kunst und Kultur

Aida Stucki

Geigerin, 1921–2011

Aida Stucki war eine bekannte Winterthurer Geigerin und eine der erfolgreichsten Geigenlehrerinnen in Europa. Neben ihrer Karriere als Solistin unterrichtete sie 47 Jahre am Konservatorium in Winterthur. Ihre berühmteste Schülerin ist die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter.


Geburtsort
Kairo

Geboren
19.02.1921

Gestorben
09.06.2011


Aida Stucki musizierte in der Galerie im Weissen Haus (Buchhandlung Vogel) an der Vernissage  der Ausstellung Carlo Cotti, 1963.
Foto: winbib, Thomas Böni (Signatur FotSch_010-350)

Kindheit und Ausbildung

Aida Stucki wurde am 19.2.1921 in Kairo geboren. Ihr Vater war ein Winterthurer Unternehmer, der sich in Kairo niedergelassen hatte. In Winterthur nahm sie nach ihrer Rückkehr Unterricht bei Ernst Wolters. Später studierte sie in Zürich bei Stefi Geyer und in Luzern bei Carl Flesch.

Karriere

Nach ihrer Ausbildung folgte eine vielseitige Karriere als Solistin, Kammermusikerin, Quartettgeigerin und Pädagogin. Ihr Repertoire umfasste alle grossen Konzerte von Barock bis hin zur Moderne. Sie spielte als Geigensolistin unter vielen bekannten Dirigenten so auch unter Hermann Scherchen und Erich Schmid. Mit der Pianistin Clara Haskil spielte sie von 1945 bis 1950 zusammen. Mit ihrem Ehemann Guiseppe Piraccini, Hermann Friedrich, Gerhard Wieser und Walter Haefeli gründete sie 1959 das international bekannte Piraccini-Stucki-Streichquartett. Aida Stuckis Konzerttätigkeit war aus familiären Gründen und wegen ihren Schüler*innen in erster Linie auf die Schweiz und insbesondere auf Winterthur beschränkt. 

Lehrtätigkeit

Neben ihrer Tätigkeit als Geigerin unterrichtete Aida Stucki insgesamt 47 Jahre am Konservatorium in Winterthur. 1983 stürtze Aida Stucki in ihrem Haus in Winterthur und brach sich dabei beide Handgelenke. Dies bedeutete zwar das Ende ihrer Karriere als Geigerin, nicht aber als Violinpädagogin. Ihre Schüler*innen unterrichtete sie erfolgreich weiter. 1992 rief das Konservatorium Winterthur eigens für die 71-Jährige eine Meisterklasse ins Leben. Die weltberühmte Stargeigerin Anne-Sophie Mutter, die als neunjährige in den 1970er Jahren ihr Studium bei Aida Stucki begann, ist ihre bekannteste Schülerin.

Auszeichnung

1973 zeichnete die Stiftung pro Arte Bern Aida Stucki für ihr Schaffen aus. 1975 erhielt sie den Kunstpreis der Carl-Heinrich-Ernst-Stiftung in Winterthur und 1992 den Kunstpreis der Gemeinde Zollikon aus der Dr. K. und H. Hintermeister-Gyger-Stiftung.


Wissen Sie mehr?

Besitzen sie Fotografien von Aida Stucki, die Sie dem Winterthur-Glossar zur Verfügung stellen können? Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme. 

Benutzte und weiterführende Literatur:

Büttiker, Herbert: Der Ton klingt weiter, in: Der Landbote, 18.6. 2011, S. 17.

Bibliografie

    Piraccini-Stucki, Aida 1921-2011, Geigensolistin und Violinpädagogin

    • Einträge 1991–2010

      Nationaler Musikwettbewerb 1940: Schw. Industrie und Handel 1940/2 [Winterthurer Dok.2001/43]. - Landbote 1995/273 von Rita Wolfensberger.
      Rücktritt, Ehrung: Landbote 1996/289.
      Landbote 2001/41 von Walter Labhart, 1Abb.
      NZZ 2001/55 S. 44 Gegenwart der Vergangenheit von Thomas Schacher, 1Abb.
      www.aida-stucki.com [Winterthurer Dok.2009/28 nur Biografie, von Christof Honecker, 6. S. m.Abb.].
      Grosse Schule des Violinspiels: Landbote 2009/189 von Rita Wolfensberger, 1Abb.


Autor/In:
Heinz Bächinger
Letzte
Bearbeitung:
14.11.2023