Grosskonzerne

Coop-Betriebszentrale Grüze-Park

Rudolf-Diesel Strasse 25

Bereits 1946 kaufte der Konsumverein Winterthur im Grüzefeld ein grösseres Stück Land. Dort baute er 1967 eine Heizöl-Tankanlage mit Lastwagenabfüllstation. 1971 folgte auf demselben Areal der Bau und die Eröffnung der Coop-Betriebszentrale mit Verteilzentrum. 1973 eröffnete Coop im neuen Gebäude das Einkaufszentrum «Grüze-Park». Nachdem der Grüzemarkt das Einkaufszentrum 1985 ersetzte, nutzte Coop die Betriebszentrale als Hauptsitz von Coop Ostschweiz.


Baujahr
1973

Aufgabe
2000


Vom Konsumhof im Geiselweid zur Betriebszentrale im Grüzefeld

Nach der Schliessung der Konsummolkerei 1921 richtete der Konsumverein Winterthur 1922 auf dem Schöntal-Areal ein Zentrallager ein. Da dieses den vielfältigen Bedürfnissen des Vereins bald nicht mehr genügte, entstanden an verschiedenen Orten in der Stadt neue Lager und Zusatzbetriebe. 1930 zentralisierte der Konsumverein den Verkauf und die Lagerung von Brennstoffen und landwirtschaftlichen Produkten im neugebauten Konsumhof an der Werkstrasse 12 im Gesielweidquartier. Auf Anraten der Stadt Winterthur kaufte der Konsumverein 1945 eine 65'000 Quadratmeter grosse Wiesen- und Weidelandparzelle samt Schafstall im Grüzefeld für eine spätere Expansion.

Brennstofftanks und Selbstbedienungstankstelle

Gut 20 Jahre dauerte die Umlegung des im Grüzefeld gekauften Landes. Im Jahr 1967 begann der Konsumverein Winterthur mit dem Bau von sieben modernen Hochtanks mit einem Fassungsvermögen von knapp 52 Millionen Litern flüssigem Brennstoff auf dem Areal Grüzefeld. 1969 weihten der Konsumverein Winterthur, der technische Dienst von Coop Schweiz und der Architekt Ernst Rüeger die neue Anlage mit einer Abfüllstation für Lastwagen, einem Einstellraum für Lastwagen und einer Autowerkstatt ein. An die moderne Hochtankanlage mit eingebautem Feuerschutz war eine Selbstbedienungstankanlage angeschlossen, bei der die Kundschaft Tag und Nacht mit einem Schlüssel tanken konnte. Später ergänzte die Schlüsseltankstelle eine Autowaschanlage.

Kredit für neue Coop-Betriebszentrale

Nach der Fertigstellung der Hochtanks und der damit einhergehenden Verlegung des Brennstoffgeschäft vom Konsumhof ins Grüzefeld, plante der Konsumverein Winterthur in der Nähe der Coop-Tankanlagen den Bau einer neuen Betriebszentrale mit Verteilzentrale, Lagerhaus und Einkaufsladen. Dafür beauftragte er die Architekten Sträuli & Rüeger. 1969 wurde die Baugrube ausgehoben und 1970 begannen die Bauarbeiten. Für den Bau bewilligte der Genossenschaftsrat des Konsumvereins Winterthur 22,3 Millionen Franken. Das war der grösste Kredit, den der Genossenschaftsrat des Konsumvereins Winterthur zu diesem Zeitpunkt je bewilligt hatte.

Einweihung Betriebszentrale und Einkaufs- und Dienstleistungszentrum «Grüze-Park»

1971 konnte der erste Teil der neu gebauten 15'000 Quadratmetern grossen Coop-Betriebszentrale eingeweiht werden und bereits 1972 zog ein Teil der Belegschaft ins Gebäude ein. Neben Grossraumbüros und einer Hauswartswohnung gab es eine Kantine für die Angestellten, wo sie sich günstig verpflegen konnten. Den Grossteil der Flächen aber belegten die weitläufigen Lagerhallen des Verteilzentrums mit grossen Kühl- und Zubereitungsräumen. Gleichzeitig mit der Inbetriebnahme der neuen Zentrale erfolgte auch die Umstellung der Spedition auf neue Wagen mit Hebebühnen und Rollpaletten.

In einem zweiten Schritt integrierte der Konsumverein Winterthur in die Betriebszentrale ein modernes Einkaufszentrum mit rund 4000 Quadratmetern Fläche. Der neue Super-Discount bot ein reichhaltiges Lebensmittelsortiment mit Frischprodukten sowie Abteilungen für Parfümerie, Textilien, Haushaltsartikel, Elektrohaushaltsgeräte und Schuhe an. Das neue Einkaufszentrum warb mit dem Motto «Mehr für Ihr Geld» für günstige Preise. Im Jahr 1973 weihte Coop das neue, 25 Millionen Franken teure Gebäude mit Einkaufszentrum mit einem Fest ein.

Coop-Do-it-yourself-Zentrum

Zeitgleich richtete der Konsumverein Winterthur neben der Betriebszentrale einen «Do it yourself»-Laden und ein Gartenbauzentrum für Bastler und Hobbygärtner in einer Halle ein. Die Halle lag gleich neben dem grossen Parkplatz und umfasste eine Fläche von 1'470 Quadratmetern. Sie bot eine Werkzeugwand, Hobelbänke, Bearbeitungsmaschinen, einen Holz-Zuschneidedienst, Farben, Tapeten, Plättli und Sanitärzubehör. Auch ein Möbelsektor war vorhanden, in dem Möbel zum Selberaufbauen verkauft wurden. Dazu kam eine Elektroabteilung sowie eine Blumenabteilung mit Schnitt- und Zimmerpflanzen und eine Gartenabteilung.

Vom Hauptsitz zur Vermietung des Gebäudes

1973 befanden sich, mit Ausnahme der Abteilung «feste Brennstoffe», der Kasse und des Mitgliederdienstes, sämtliche Betriebszweige des Coop-Unternehmens im Grüzefeld an der Rudolf-Diesel-Strasse 25. Insgesamt arbeiteten 170 Mitarbeitende in der neuen Coop-Betriebszentrale. 1985 vergrösserte Coop sich erneut und baute an der Rudolf-Diesel-Strasse 19 das Einkaufszentrum "Grüze-Markt". Coop nutzte die Betriebszentrale mit dem ehemaligen Laden fortan als Hauptsitz für Coop Ostschweiz und als Verteilerzentrale. Nachdem sich 1998 Coop Winterthur mit Coop Ostschweiz zusammengeschlossen hatte, gab Coop 2000 die Versorgungszentrale in Winterthur auf und verlegte sie nach Gossau. Coop wollte daraufhin die leer stehenden Betriebs- und Verteilzentrale in ein Fachmarktzentrum umwandeln und um 300 Parkplätze ergänzen. Nachdem dieverse Schweirigkeiten bei der Umsetzung aufgetaucht waren, gab Coop das Projekt auf und vermitete das Gebäude.

Benutzte und weiterführende Literatur

Modern, grosszügig, nachhaltig. In: Winterthurer Zeitung, 24.11.2022.
Gut, Patrick: Freiwillige für das grösste Foodsaving-Projekt der Schweiz gesucht. In: Der Landbote, 27.8.2022.
Plüss, Mirko: Horweg  verlässt Winterthur. In: Der Landbote, 17.11.2012.
Hoster, Alex: Grüze-Markt: Gross, aber nicht anonym. In: Der Landbote, 27. Februar, 2010.
Coop erweitert Grüze-Markt. In: Tages-Anzeiger, 13. Februar, 1999.
Zusammenschluss von Coop in der Ostschweiz. In: Neue Zürcher Zeitung, 20.10.1998.
Neuer Verbrauchermarkt in Winterthur. In: Neue Zürcher Zeitung, 15. April 1983.
Ein neues Einkaufzentrum im Grüzefeld. In: Winterthurer Arbeiterzeitung, 4.11.1973.
Coop-Betriebszentrale Grüze-Park. In: Winterthurer Arbeiterzeitung, 30.5.1973.
Neue Coop-Betriebszentrale. In: Neue Zürcher Zeitung, 14. Mai 1973.
Hausräuke in der neuen Coop-Betriebszentrale. In: Winterthurer Arbeiterzeitung, 14.5.1973.
Coop-Do-it-yourself-Zentrum eröffnet. In: Winterthurer Arbeiterzeitung, 7.3.1973.
Konsumverein im Grüzefeld. In: Neue Zürcher Zeitung, 6. November 1972.
Hausräukete in der Coop-Betriebszentrale. In: Neue Zürcher Nachrichten, 2. Oktober 1972.
Die neue Winterthurer Hochtankanlage. In: Genossenschaft, 13.12.1969.
22-Millionen-Coop-Lagerhaus in Winterthur. In: Neue Zürcher Zeitung, 25. Juli 1969.

 

Bibliografie

    Coop Winterthur

    • Einträge ab 2011

      Medienmitteilungen, Petition gegen die Schliessung, Stellungnahme Quartierverein Tössfeld-Brühlberg, 1994, Doku Landbote 3/2.

      Einträge 1991–2010

      Quartierladen. Konzept "Kleine Läden": Coop Zeitung 1992/25.
      Filiale Talacker. Schliessung: Landbote 1992/251. - Winterthurer Arbeiterzeitung 1992/251, 253.
      125 Jahre: Coop Zeitung 1993/1 1Abb., 7. - Landbote 1993/28, 75, 133 m.Abb. - Winterthurer Woche 1993/5. - Tages-Anzeiger 1993/134 m.Abb.
      Filiale Wasserfurri. Schliessung; Protest: Landbote 1994/150, 156, 163, 180. - Winterthurer Arbeiterzeitung 1994/162. - Weinländer Zeitung 1994/81.- Neuer Gesamtarbeitsvertrag: Landbote 1996/254.
      "I shop 4 you": Landbote 1997/255, 1998/23.
      Zusammenschluss mit Ostschweiz: Landbote 1998/82. - Schaffhauser Nachrichten 1998/82. - Betriebszentrum nach Gossau: Landbote 1998/243. - Zürcher Oberländer 1998/243.
      Filialen Breite und Scherrerstrasse. Schliessung: Landbote 1998/279, 285, 1999/31.
      Filiale Breite. Verkauf, neuer Laden: Landbote 1999/24.
      Filiale Buck, Oberwinterthur: Ende ? Oberi Zytig 1999/126 von Heinz Bächinger, 1Abb.
      Ja zu Coop Gesamtfusion: Landbote 1999/223.
      Fusion: Stadtanzeiger 1999/50.
      Schliessung Filialen Wässerwiesen und Schachen: Landbote 2001/208 1Abb., 234 Proteste, 1Abb. (Schachen). - Gallispitz 2001/4 Nr. 111, m.Abb.
      Schliessung Quartierladen am Buck: Oberi Zytig 2006/165 1Abb.
      Schliessung Quartierladen Gutschick: Sprachrohr2010/2 1Abb.

    Coop Grüze

    • Einträge 1991–2010

      Ausbau geplant: Winterthurer Arbeiterzeitung 1991/268 1Abb. - Winterthurer Woche 1995/14 1Abb. - Landbote 1995/97 1Abb.
      Verdoppelung Ladenfläche: Landbote 1999/35 1Abb.
      Umnutzung: Landbote 2000/89.
      Fachmarkt-Projekt. Fallengelassen wegen Parkplätzen; Sanierung: Tages-Anzeiger 2001/136. - Landbote 2001/137.
      Grüzemarkt. Erweiterung: Landbote 2002/38, 2003/166 1Abb., 251. - Tages-Anzeiger 2002/38. --1 Megastore in der Ostschweiz: NZZ 2003/255 S.35.
      Öffnung bis 20 Uhr: Landbote 2004/196 m.Abb. --Verteilzentrum. Erweiterung; Ulmweltverträglichkeitsprüfung: NZZ 2005/99 S. 57.
      25 Jahre: Landbote 2010/48 1Abb.


Autor/In:
Karin Briner
Unredigierte Version
Letzte
Bearbeitung:
26.05.2026
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